Les Passions de l’âme
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Les Passions de l’âme |
| Autor(en): | René Descartes |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Meiner |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1649 |
| Seitenanzahl: | 194 Seiten |
| Originaltitel: | Les Passions de l’âme |
| Originalsprache: | französisch |
| ISBN-10: | 3787305793 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783787305797 |
| Schlagwörter: | Leidenschaft, Seele, Körper, Wille |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Philosophie |
| Rezensionen | |
Les Passions de l’âme (Die Leidenschaften der Seele) ist die 1649 in Paris erschienene Abhandlung von René Descartes über die menschlichen Leidenschaften, sein letztes zu Lebzeiten gedrucktes Buch. Nach den Meditationen, die Geist und Körper zu zwei Substanzen machten, muss hier erklärt werden, wie sie dennoch zusammenwirken. Descartes analysiert die Leidenschaften wissenschaftlich, als Arzt und als Moralist: zuerst den Körper als Maschine, dann die Seele, dann sechs ursprüngliche Erregungen. Die Schrift ist Elisabeth von der Pfalz verpflichtet, die den Dualismus am eigenen Leib als Frage gestellt hatte.
Inhalt
Descartes schreibt gegen die Schulmeinung, die Leidenschaften im Herzen entstehen zu lassen, und gegen die Vorstellung, der Wille könne sie nach Belieben erzeugen oder abstellen. Körper und Seele sind zu trennen, um sie zu verstehen: Wärme und Bewegung dem Körper, Gedanken der Seele. Der Körper stirbt nicht, weil die Seele entweicht; die Seele entweicht, weil Organe versagen. Nerven wie feine Röhren leiten aus dem Gehirn; in ihnen bewegen sich die Lebensgeister, ein feiner Stoff, der Muskeln steuert und Sinneseindrücke trägt. Reflexe – Atmen, Gehen, Essen – brauchen keinen Willen. Die Seele hat tätige Zustände, das Wollen, und leidende: die Passionen, Empfindungen, die sie so nah hat, dass sie darüber nicht täuschen kann wie über Träume. Ihr Hauptsitz ist die Zirbeldrüse, die unpaare Eichel in der Mitte des Gehirns, Sammelpunkt der Bilder und Hebel der Lebensgeister.
Die sechs ursprünglichen Leidenschaften sind Verwunderung, Liebe, Hass, Begierde, Freude und Traurigkeit. Die Verwunderung kommt zuerst, wertet nicht, verändert das Blut nicht und weckt die Neugier; zu wenig macht träge, zu viel zerstreut. Liebe richtet die Lebensgeister auf das als gut Erkannte; Hass treibt vom Schädlichen fort. Der Wille kann die Leidenschaft nicht löschen, solange der Reiz die Lebensgeister bewegt; er kann der Wirkung die Zustimmung verweigern, die Faust hemmen, die Flucht der Beine. Zwischen Seele und Körper besteht eine Verbindung der Gewohnheit: was einmal mit einem Gedanken verknüpft war, ruft das andere hervor – daher der unerklärliche Widerwille gegen eine Katze, deren Verletzung vergessen ist. Descartes will die Leidenschaften nicht austreiben; er will sie kennen, um sie dem freien Willen dienstbar zu machen. Großmut, die Schätzung seiner selbst nach dem Gebrauch der Freiheit, ist die Therapie.
Unsicher bleibt die kleine Drüse. Sie trägt die Last des Dualismus: zwei Substanzen, ein Punkt der Berührung, Lebensgeister als Halbkörper. Die Physiologie ist die des siebzehnten Jahrhunderts; die moralische Pointe überlebt sie. Descartes weiß, dass echte Leidenschaften nicht vorgetäuscht werden und dass der Wille nur die Zustimmung lenkt, nicht den Sturm. Der dritte Teil, der die einzelnen Erregungen durchgeht, wird katalogartig und gerade darin ehrlich: die Seele hat mehr Wetter als Grundsätze. Der Ton ist nüchtern, artikelweise, von der Klarheit des Discours, angewandt auf Zorn, Mitleid und Scham. Wer nur den Dualismus kennt, kennt das Problem; dieses Buch ist der Versuch, mit ihm zu leben.
Einordnung
Mit den Leidenschaften schließt Descartes das Werk, das in den Meditationen und im Discours de la méthode die Kluft aufgerissen hatte. Aristoteles hatte in De anima Seele als Form des Körpers gedacht; Descartes muss die Form ersetzen durch eine Maschine plus eine denkende Substanz plus eine Drüse. Spinoza antwortete in der Ethik, indem er die Leidenschaften als Affekte einer einzigen Substanz begriff und den Dualismus strich. Die spätere Physiologie hat die Lebensgeister verworfen und die Frage behalten, wie Wille und Erregung zusammenhängen.
Die Kritik an der Zirbeldrüse ist so alt wie die Schrift; sie hat die Unterscheidung von Zustimmung und Sturm nicht erledigt. Wer nach 1649 über Emotion, Selbstbeherrschung und den Ort der Seele spricht, spricht hinter diesen Artikeln. Die Meiner-Ausgabe macht den späten Descartes als Moralisten lesbar, nicht nur als Entdecker des Cogito.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
