Leibniz war kein Butterkeks

Michael Schmidt-Salomon, Lea Salomon · 2011 · Sachbuch, Philosophie


Das Werk
Deutscher Titel: Leibniz war kein Butterkeks
Autor(en): Michael Schmidt-Salomon, Lea Salomon


Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 2011
Schlagwörter: Sinn, Gott, Glück, Gespräch
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Piper


Umfang dieser Ausgabe: 288 Seiten
ISBN: 9783492301824
Verweise


Leibniz war kein Butterkeks. Den großen und kleinen Fragen der Philosophie auf der Spur ist das 2011 im Piper Verlag erschienene Gesprächsbuch des Philosophen Michael Schmidt-Salomon und seiner Tochter Lea Salomon. In der Form der platonischen Wechselrede behandelt es die Fragen, die als die großen der Philosophie gelten, in der Sprache einer Familie. Der Titel spielt den Denker gegen das Gebäck aus und kündigt an, dass Namen nicht für Süßwaren stehen sollen. Das Buch hat 288 Seiten und knüpft an Schmidt-Salomons humanistische und naturalistische Schriften an; später folgte Hoffnung Mensch. Religiöse Büchereien, namentlich der katholische Borromäusverein, erklärten es für ungeeignet.

Inhalt

Das Buch schreibt gegen zwei Bequemlichkeiten: gegen den Glauben, Philosophie sei nur Seminar, und gegen den Glauben, Kinderfragen seien mit frommen oder naturkundlichen Floskeln abzutun. Der erste Teil fragt nach einem Sinn des Lebens, nach dem, was wir wissen können, und danach, ob die Dinge so sind, wie sie uns erscheinen. Daran hängt die Frage, ob ein Gott existiert – das Werk neigt zur Verneinung – und die nach der Vergänglichkeit und einem Leben nach dem Tod. Schmidt-Salomon antwortet als Vater, nicht als Katheder; Lea hakt nach. Der Ton der Einleitung, den Hugo Gephard eine innerfamiliäre Plauderei mit Füllwörtern nannte, geht in den Dialog über.

Die Behauptung entfaltet sich im zweiten und dritten Teil an Glück, Vernunft, Stolz und Moral. Persönliches Glück wird vor allem hedonistisch gefasst: nicht als Verzichtlehre, sondern als Kunst, Freude und Schmerz zu wägen. Vernunft und Stolz sollen vor Unterwerfung schützen. Der dritte Teil stellt die moralische Frage, ob es legitim sei, Menschen zu töten, und weitet sie auf das Töten von Säugetieren. Zugleich gibt der Antwortende einen hoffnungsvollen Blick auf die Zukunft, an den Hoffnung Mensch anknüpft. Die unkonventionell-provokative Art, die Gephard aus anderen Publikationen kannte, fehlt nicht: humanistische Haltung und naturalistisches Weltbild fließen ein, ohne sich hinter Neutralität zu verstecken. Markus C. Schulte von Drach schrieb in der Süddeutschen Zeitung, wer verstehen wolle, wie man zu solchen Überzeugungen komme, dem mache der belauschte Dialog es leicht.

Unsicher wird das Buch, wo Privatheit und Argument ineinanderlaufen. Man erfährt mehr über das Familienleben, als man wissen möchte, und die Füllsel „Äh“ und „Hey“ stören, wer einen Traktat erwartet. Lea kann die Antworten nicht so weit treiben, wie es Philosophen und Theologen täten; der Dialog ist väterlich, nicht ebenbürtig. Gephard bemängelte das Fehlen von Anmerkungen, Register und Literatur – der Verlag habe Belege auf eine Website ausgelagert. Schmidt-Salomon weiß, dass er unterhält, und beharrt darauf, dass Verständlichkeit keine Preisgabe ist. Der Ton bleibt der des öffentlichen Humanisten, der sich vom Leser belauschen lässt. Die Grenze, die er zieht – kein Gott als Erklärung, kein Sinn von oben –, ist ein Bekenntnis, keine Summe der Schulphilosophie.

Einordnung

Als philosophisches Vater-Tochter-Gespräch steht der Band in der Nachfolge popularer Dialoge, näher an der öffentlichen Wissenschaft als an Platon. Nachbarschaft hat er zu Schmidt-Salomons übrigen religionskritischen Büchern und zu zeitgenössischen Versuchen, Aufklärung an ein junges Publikum zu geben, etwa Aufklärung jetzt, das denselben Naturalismus strenger faßt. Die katholische Ablehnung bestätigt den anti-religiösen Einschlag, den der Borromäusverein tadelte; die säkulare Kritik tadelte die Form, nicht durchweg die Thesen.

Geblieben ist der Witz des Titels und die Wette, dass Sinn, Gott und Töten sich am Küchentisch klären lassen, wenn einer nachfragt. Wer nach 2011 über humanistische Popularphilosophie im deutschen Sprachraum spricht, trifft diesen Ton wieder: unterhaltsam, parteilich, ohne Apparat – und darauf angewiesen, dass die Gegner ebenso verständlich antworten, wie Schulte von Drach von ihnen verlangte.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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