Legenden, Lügen, Vorurteile. Ein Wörterbuch zur Zeitgeschichte
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Legenden, Lügen, Vorurteile. Ein Wörterbuch zur Zeitgeschichte |
| Autor(en): | |
| Herausgeber: | Wolfgang Benz |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1992 |
| Schlagwörter: | Zeitgeschichte, Legende, Nationalsozialismus, Vorurteil |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Geschichte |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | dtv
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| Umfang dieser Ausgabe: | 241 Seiten |
| ISBN: | 9783423032957 |
| Verweise | |
Legenden, Lügen, Vorurteile. Ein Wörterbuch zur Zeitgeschichte ist das 1992 bei dtv erschienene, von Wolfgang Benz herausgegebene Nachschlagewerk. Benz, 1941 geboren, später Leiter des Berliner Zentrums für Antisemitismusforschung, versammelt Artikel von Zeithistorikern zu Schlagwörtern, die vor allem die Jahre nach 1933 und 1945 als Gerücht, Waffe oder bequeme Erinnerung umlaufen. Legenden sind oft attraktiver als die Wirklichkeit, Vorurteile bequemer als die Prüfung; Geschichtslügen dienen im Streit, wenn die Argumente ausgehen. Der Band ist durchgesehen und erweitert worden und hat mehrere Auflagen gehalten. Er ist kein Irrtumslexikon der Abendweisheit, sondern ein Wörterbuch der politischen Lüge.
Inhalt
Die Verfasser schreiben gegen die Sätze, die das Dritte Reich und seine Nachgeschichte als Stammtisch und Pamphlet überleben. Ein Schlagwort nach dem anderen wird auf Wahrheitsgehalt und politische Tendenz geprüft: was als Erinnerung umläuft, was als Propaganda gesetzt wurde, was als Entlastung dient. Die Form ist die des Taschenlexikons: knapp, mit Beleggestus, ohne den Witz, der bei Krämer die Halbwahrheit trägt. Benz gibt den Rahmen; die Artikel stammen aus der Zeitgeschichte, die in den neunziger Jahren den Streit um Gedenken, Täter und Opfer als öffentliche Pflicht nahm. Objektive Auskünfte, so der Klappentext, enttarnen zählebige Vorstellungen mit gesicherten Beweisen als Lügen.
Die Sammlung steht neben Prauses Legendenberichtigung und neben Hertslets Treppenwitz, nimmt aber nicht die Weltgeschichte, sondern die deutsche Zeitgeschichte als Feld, in dem die Lüge noch Opfer fordert. Gegenposition ist jede Erinnerungspolitik, die denselben Stoff als Identität braucht, und jede Geschichtsklitterung, die den Band als Gegner zitiert, ohne ihn zu lesen. Benz bleibt Herausgeber der Prüfung. Wer nur die NS-Zeit sucht, findet sie als Kern und verfehlt die Einträge, die Vorurteile der Nachkriegsordnung treffen. Wer nur die Moral sucht, verfehlt die Stellen, an denen ein Wort eine ganze Erzählung trägt.
Unsicher wird das Wörterbuch, wo die Kürze eines Taschenbuchs die Forschung einer Generation nicht halten kann und wo Auflagen den Stand konservieren, den spätere Archive verschoben haben. 241 Seiten sind ein Alarm, keine Enzyklopädie. Wer den Band als Waffe im Tagesstreit liest, hat Benz verstanden und die Artikel nicht. Wer ihn nur als Nachschlagewerk der Schule liest, unterschlägt, dass jedes Lemma eine politische Tendenz prüft, nicht nur eine Tatsache. Die späteren dtv-Ausgaben haben den Titel gehalten; 1992 bleibt das Jahr, in dem das Wörterbuch die erweiterte Form fand.
Einordnung
Benz hat der deutschen Taschenbuchöffentlichkeit ein Instrument gegeben, mit dem sich die Rede über 1933 und danach als Lüge prüfen lässt. Der Band steht in der Zeitgeschichte, nicht in der Unterhaltungsreihe der Irrtumslexika, und er hat die öffentliche Rede über Vorurteile geschärft, ohne das Fach zu einer neuen Schule zu machen. Wer nach diesem Wörterbuch ein Schlagwort der Zeitgeschichte hört, hat ein Recht, nach der Tendenz zu fragen. Berlin war der Ort der Forschung; München der des Taschenbuchs.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
