Language and Woman's Place
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Language and Woman's Place |
| Autor(en): | Robin Lakoff |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Oxford University Press |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1975 |
| Seitenanzahl: | 83 Seiten |
| Originaltitel: | - |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 0195167570 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9780195167573 |
| Schlagwörter: | Geschlecht, Gespräch, Höflichkeit, Macht |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Sprachwissenschaft |
| Rezensionen | |
Language and Woman's Place ist die 1975 erschienene Untersuchung von Robin Lakoff. Lakoff zeigt, wie die verlangte Liebenswürdigkeit – Unsicherheitspartikel, ausweichende Nachfragen, das Verbot der Derbheit – Herrschaft im Satz unterbringt: Wer so spricht, erfüllt die Norm und verliert an Autorität.
Inhalt
Lakoff beschreibt eine Sprache, die Frauen nähergelegt wird, nicht eine, die ihnen von Natur aus zukäme. Sie ist milder, höflicher, mit Nachfragen, die Zustimmung suchen, mit Wörtern, die das Gesagte weicher machen, mit einer Genauigkeit der Höflichkeit, die als Tugend gilt und als Schwäche gehört wird. Zu direkte Rede gilt als unweiblich; dieselbe Milde gilt als Mangel an Durchsetzung. Das ist die Zwickmühle: Wer der Norm der Weiblichkeit folgt, verliert an Gewicht in der öffentlichen Rede; wer das Gewicht sucht, verletzt die Norm und wird als unweiblich gestraft. Lakoff schreibt das an Partikeln, an Anhängselfragen, an der Wahl zwischen Mädchen und Frau, an der Anrede, die die Verheiratete unter den Namen des Mannes stellt. Geschlecht ist hier eine sprachliche Praxis, Jahre bevor die großen Theorien den Vollzug so nannten. Die Herrschaft sitzt nicht nur im Verbot zu reden. Sie sitzt in der Form, die das Reden annehmen soll.
Das Buch ist schmal, introspektiv, aus der Beobachtung des amerikanischen Alltags und des Seminars geschrieben. Es hat die Empirie späterer Zählungen an großen Textmengen nicht: keine Erhebung über tausend Gespräche, keine Streuung nach Klasse und Herkunft, die Lakoffs Bild kompliziert hätte. Es hat die Frage gestellt, die diese Studien abarbeiten. Lakoff trennt die Sprache, die Frauen sprechen sollen, von der Sprache, in der über Frauen gesprochen wird, und findet in beiden dieselbe Schieflage. Die Germanistik und die feministische Linguistik haben das später an Anrede, an Berufsbezeichnungen, an der unsichtbaren Männlichkeit des Generischen geprüft. Lakoff bleibt bei der Introspektion und bei der Behauptung, dass man die Politik im Satz hören kann, ohne zuerst eine Statistik zu haben. Die Stärke ist die Klarheit der Zumutung. Die Schwäche ist der Zuschnitt: weiß, bürgerlich, amerikanisch, aus der Lage einer Frau, die das Seminar kennt.
Der Ton ist klar, parteilich, ohne Fußnotenpracht. Lakoff schreibt als Linguistin, die die generative Schule kennt und den Satz trotzdem als Geschlechterpolitik liest, nicht als bloße Wohlgeformtheit. Eine Statistik der Unterbrechung und der Redeanteile findet man hier nicht; man findet Behauptungen, die später gezählt, bestätigt, widerlegt und nach Klasse und Herkunft aufgespalten wurden. Penelope Brown und Stephen C. Levinson haben Höflichkeit später universell gefasst; Lakoff hatte sie schon an die Asymmetrie gebunden und die Milde nicht als allgemeine Schonung, sondern als Zumutung an eine Hälfte gelesen. Die germanistische Geschlechterlinguistik beginnt öffentlich mit diesem Impuls, auch wo sie Lakoffs Beispiele für zu eng hält. Das schmale Buch hat die Breite nicht, aber den Anfang.
Einordnung
1975 ist die Gründung der feministischen Linguistik im engeren Sinn: nicht die erste Bemerkung über Frauensprache, aber das Buch, das die Frage ins Seminar und in die Öffentlichkeit zwang. Brown und Levinson haben Höflichkeit später vom Geschlecht gelöst und als Universalie des Gesichts gesetzt; Lakoff bleibt die Erinnerung, dass Milderung ungleich verteilt sein kann. Judith Butler hat das Geschlecht als wiederholte Tat beschrieben; hier sitzt die Tat noch im Partikel und in der Anrede, handfest und fast schulmäßig. Die Kritik am weißen, bürgerlichen Zuschnitt ist berechtigt und hat die späteren Studien geradezu erzwungen, die Klasse, Herkunft und Begehren in dieselbe Frage aufnahmen. Geblieben ist die Zwickmühle, die Lakoff benannt hat, und die Erlaubnis, den Satz als Herrschaft zu lesen, ohne die Grammatik dafür zu verlassen. Die Partikel sind klein. Die Lage, die sie tragen, ist es nicht.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
