L’existentialisme est un humanisme
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | L’existentialisme est un humanisme |
| Autor(en): | Jean-Paul Sartre |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Rowohlt |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1946 |
| Seitenanzahl: | 336 Seiten |
| Originaltitel: | L’existentialisme est un humanisme |
| Originalsprache: | französisch |
| ISBN-10: | 3499227134 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783499227134 |
| Schlagwörter: | Existenz, Freiheit, Verantwortung, Humanismus |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Philosophie |
| Rezensionen | |
L’existentialisme est un humanisme (Der Existentialismus ist ein Humanismus) ist der 1946 bei Nagel in Paris erschienene Vortrag von Jean-Paul Sartre, den er 1945 vor dem Maintenant-Kreis gehalten hatte. Der Text soll die Hauptthesen von Das Sein und das Nichts popularisieren und den Vorwürfen der Kommunisten und der Christen begegnen, die Lehre sei Verzweiflung, Hässlichkeit und Lähmung des Handelns. Kaum ein Stück Sartres hat so sehr zur Verbreitung seines Denkens beigetragen, und kaum eines hat er später so sehr als ungenau distanziert. Die Rowohlt-Ausgabe versammelt den Vortrag mit anderen philosophischen Essays der Jahre 1943 bis 1948.
Inhalt
Sartre schreibt gegen zwei Missverständnisse: dass der Existentialismus das Handeln unmöglich mache, und dass er die Würde des Menschen leugne. Die Lehre, sagt er, schließe jede Wahrheit und jede Handlung in ein menschliches Milieu ein; sie sei Optimismus der Tat. Wenn Gott nicht existiert, gibt es wenigstens ein Wesen, bei dem die Existenz der Essenz vorausgeht: der Mensch. Er ist zunächst nichts und wird so sein, wie er sich geschaffen hat. Das Beispiel des Brieföffners macht den Gegensatz: beim Gerät geht das Rezept, das Wesen, der Herstellung voraus; beim Menschen gibt es kein Rezept. Daraus folgt das Prinzip: der Mensch ist nichts anderes als das, wozu er sich macht. Die Verantwortung trifft nicht nur das Individuum; indem einer wählt, wählt er ein Bild des Menschen, das für alle gelten soll. Die Heirat, die er eingeht, zieht die Menschheit auf den Weg der Einehe.
Angst, Verlassenheit, Freiheit gehören zusammen. Angst ist die Last, Gesetzgeber für alle zu sein; sie hindert nicht am Handeln, sie ist dessen Bedingung, wie beim Offizier, der über Leben und Tod entscheidet. Verlassenheit folgt aus dem Satz Dostojewskis, den Sartre aufnimmt: wenn Gott nicht existiert, ist alles erlaubt. Es gibt keine Werte in einem geistigen Himmel, keine Entschuldigung. Der Mensch ist dazu verurteilt, frei zu sein: verurteilt, weil er sich nicht erschaffen hat, frei, weil er für alles verantwortlich bleibt, was er tut. Eine festgeschriebene Moral gibt es nicht; der Schüler, der zwischen der Mutter und dem Kampf in England schwankt, findet bei Kant und beim Christentum keine eindeutige Antwort. Ausgangspunkt der Wahrheit bleibt das Cogito; im Ich-denke erscheinen zugleich die anderen als Bedingung meiner Existenz. Humanismus heißt hier nicht, den Menschen als höchsten Wert und Endzweck zu feiern – das führe zum Kult und, so Sartre, zum Faschismus. Humanismus heißt, dass der Mensch sich nur außerhalb seiner selbst verwirklicht, in einem menschlichen Weltall, dessen einziger Gesetzgeber er ist.
Der Vortrag wird unsicher, wo die Popularität die Ontologie verdünnt. Dass der Mensch zuerst da sei und sich erst danach bestimme, ist in Das Sein und das Nichts strenger als Für-sich und An-sich gesagt; hier wird daraus eine Formel, die Lehrveranstaltungen trägt und die Forschung oft beiseitelegt. Sartre selbst hat den Text später zu den misslungenen gezählt. Die Absage an Kant bleibt Beispielrhetorik; die Absage an den geschlossenen Humanismus Comtes ist polemischer als der Humanismus, den er rettet. Der Ton ist der des Vortrags: Einwand, Beispiel, Pointe, das Kellerlokal als Horizont. Wer nur diese Broschüre kennt, kennt das Plakat der Freiheit; das Buch der Freiheit ist länger und härter.
Einordnung
Zwischen Das Sein und das Nichts und der späteren Kritik der dialektischen Vernunft hält der Vortrag die Übergangsstellung: die Ontologie für den Hörsaal, noch ohne die Gruppe und die Geschichte als volles System. Albert Camus hatte im Der Mythos des Sisyphos das Absurde ohne diese Subjektivität gesetzt; der Streit um Der Mensch in der Revolte lag wenige Jahre voraus. Simone de Beauvoir zeigte in Das andere Geschlecht, dass die Freiheit, zu der der Mensch verurteilt ist, nicht gleich verteilt wird. Descartes’ Cogito, das Sartre rettet, steht im Discours de la méthode; Sartre biegt es so, dass im Ich die anderen schon da sind.
Die Kritik an der Ungenauigkeit ist berechtigt und hat die Wirkung nicht gebrochen. Wer nach 1945 in Europa über Freiheit, Angst und die Abwesenheit Gottes sprach, sprach oft in diesen Formeln, auch gegen sie. Die Rowohlt-Sammlung macht den Vortrag wieder zum Dokument einer Stunde, nicht zur Summe des Werks. Geblieben ist der Satz, dass der Mensch sich wählt – und die Verantwortung, die er damit für alle übernimmt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
Später durchgesehen: Ein zweites KI-Sprachmodell hat den Text geprüft und einzelne Formulierungen berichtigt (Grok 4.6, xAI). Bestand, Auswahl und Ausgabendaten blieben dabei unverändert; welche Sätze geändert wurden, zeigt die Versionsgeschichte.
