Kristin Lavranstochter

Sigrid Undset · 1920 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Kristin Lavranstochter
Autor(en): Sigrid Undset
Originaltitel: Kristin Lavransdatter
Originalsprache: norwegisch
Erstveröffentlichung: 1920
Schlagwörter: Mittelalter, Ehe, Glaube, Hof
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Manesse


Umfang dieser Ausgabe: 1100 Seiten
ISBN: 9783717514006
Verweise


Kristin Lavranstochter ist die Trilogie von Sigrid Undset, 1920 bis 1922 erschienen: Der Kranz, Die Frau, Das Kreuz. Norwegen im vierzehnten Jahrhundert, Gutshof, Ehevertrag, Erlend, die Kinder, die Pest, die Reue. 1928 erhielt Undset den Nobelpreis. Sie hat das Mittelalter nicht als Kostüm, sondern als Härte geschrieben: Glauben, Begehren, Sünde, ohne Erbauung als Fertigware. Manesse hat die deutsche Daueradresse gehalten.

Inhalt

Kristin, Tochter des Lavrans, wächst auf Jörundgaard auf, fromm, willensstark, einem anderen versprochen. Sie wählt Erlend Nikulaussohn, den schönen, unzuverlässigen Mann vom Hof Husaby, und zahlt mit der Ehre, mit der Liebe des Vaters, mit einer Ehe, die Leidenschaft und Unordnung ist. Der erste Band führt zur Hochzeit, die keine Lösung ist; die Krone auf dem Haar wiegt das, was vorher geschah.

Der zweite Band ist die Ehe: Kinder, Erlends politische Torheit, Kristins Arbeit auf dem Hof, der Zorn, die Zärtlichkeit, die nicht reicht. Undset zählt Wirtschaft und Gebet mit derselben Genauigkeit. Der dritte Band führt in die Reue, das Kloster, die Pest, den Tod der Söhne, Erlends Ende, Kristins letzten Dienst an den Kranken. Sie büßt, ohne dass die Buße das Begehren ungeschehen machte. Wer nur die Frömmigkeit sucht, unterschlägt den Körper. Wer nur den Körper sucht, unterschlägt, dass Undset die Sünde ernst nimmt.

Die Gelehrsamkeit trägt, ohne zu prunken: Recht, Tracht, Fest, Hunger. Kristin ist keine moderne Frau im Kostüm; sie denkt in den Maßen ihrer Zeit und sprengt sie trotzdem. Der Schluss ist Sterben in der Pest, nicht ein versöhnliches Bild der Nation. Die Trilogie ist ein Leben, kein Lehrstück.

Einordnung

Undset hat den historischen Roman von innen erzählt. Gegen den Nationalroman, der Helden will, steht eine Frau, die falsch wählt und die Wahl nicht tilgen kann. 1924 trat die Verfasserin zum Katholizismus über; das Buch ist fromm und schonungslos, nicht erbaulich. Die Olav-Trilogie hat denselben Atem.

Man hat sie zur Kostümwunderin und zur katholischen Erbauungsschriftstellerin gemacht. Wer nur das Mittelalter als Bild sucht, unterschlägt, dass Undset die Gegenwart meinte, in der dieselben Ehen geschlossen werden. Wer nach Undset über Glauben und Begehren auf dem Hof spricht, spricht hinter Kristin. Manesse hält die Länge, die das Buch braucht; gekürzt wäre es ein anderes.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.