Kim
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Kim |
| Autor(en): | Rudyard Kipling |
| Originaltitel: | Kim |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1901 |
| Schlagwörter: | Indien, Waise, Lama, Spionage |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Fischer Taschenbuch
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| Umfang dieser Ausgabe: | 432 Seiten |
| ISBN: | 9783596905263 |
| Verweise | |
Kim ist der 1901 erschienene Roman von Rudyard Kipling über einen irischen Waisenjungen in Lahore, der mit einem tibetischen Lama das nordindische Tiefland durchstreift und in das große Spiel der Mächte um Asien gerät. Kipling, in Bombay geboren und 1907 mit dem Literaturnobelpreis geehrt, hat hier das Buch geschrieben, das viele für sein bestes halten, größer als die Dschungelbücher, weil es den Subkontinent nicht als Tierfabel, sondern als Stimmengewirr gibt. Der Held heißt Kimball O’Hara und wird Kim gerufen, »Freund der ganzen Welt«. Der Roman ist Abenteuer, Schulgeschichte und Kolonialbuch in einem. Wer nur die Spionage liest, hat den Lama nicht gesehen; wer nur den Lama liest, hat die Vermessungstrupps nicht gesehen.
Inhalt
Kim wächst nach dem Tod des irischen Vaters, eines Sergeanten, auf den Basaren Lahores auf, braun gebrannt, in der Sprache der Gassen, den Weißen so fremd wie den Priestern. Am Kanonenrohr vor dem Museum trifft er den Teshoo Lama, einen tibetischen Mönch, der den Fluss sucht, der von einem Pfeil des Buddha entsprungen sein soll und die Befreiung bringt. Kim wird sein Chela, sein Schüler und Führer, und beide ziehen auf die Grand Trunk Road, die große Landstraße, auf der Soldaten, Händler, Witwen, Heilige und Betrüger denselben Staub atmen. Kipling lässt die Straße sprechen: Kasten, Speisen, Flüche, die Höflichkeit der Nachtlager. Kim genießt das Spiel, Farben und Stimmen zu lesen, und bleibt dem Lama in einer Zärtlichkeit verbunden, die das Buch nicht ironisiert.
In diese Wanderschaft schiebt sich der britische Geheimdienst. Der Pathane Mahbub Ali, Pferdehändler und Spion, nutzt Kim als Boten. Colonel Creighton und der Bengale Hurree Chunder Mookerjee erkennen in dem Jungen, der alle Sprachen kann und unsichtbar bleibt, das ideale Auge für das »große Spiel«, den Kampf Russlands und Britanniens um Einfluss in Zentralasien. Kim kommt in eine Schule für weiße Jungen in Lucknow, hasst die Enge, lernt Karten und Vermessung und kehrt in den Ferien auf die Straße zurück. Der Lama zahlt die Schule aus einem Schatz, den Kim findet; die Schuld des Schülers gegenüber dem Heiligen wächst mit jeder Lektion, die dem britischen Weltreich gilt.
Im Hochland, zwischen Vermessungsstangen und Gebetsmühlen, kommt es zur Probe. Kim hilft, russische Spione zu entlarven, erkrankt an der Anspannung und wird vom Lama gepflegt, der seinen Fluss gefunden zu haben glaubt und den Jungen dennoch nicht als bloßes Werkzeug lässt. Der Schluss hält die Doppelung: Kim wird dem Dienst gehören und dem Lama gehören, ohne dass Kipling eine Seite streicht. Die Straße bleibt weiter da. Das Buch feiert die Fähigkeit des Jungen, überall dazuzugehören, und zeigt zugleich, wem diese Fähigkeit nützt. Genau darin liegt seine Schönheit und seine Grenze.
Einordnung
Kim ist der große indische Roman eines britischen Autors, geschrieben in der Hochzeit der britischen Herrschaft in Indien, und seither umkämpft. Man hat ihn als Liebeserklärung an das Land gelesen, als Schulungstext des kolonialen Spions und als eines der wenigen englischen Bücher, in denen Inder nicht nur dienen, sondern witzig sind, gelehrt, listig, fromm. Edward Said hat die Vereinnahmung benannt und die Genauigkeit trotzdem gelten lassen. Hurree Babu ist Karikatur und Widerstand in einer Figur; der Lama ist keine Folklore, sondern eine ernsthafte spirituelle Suche. Die Fischer-Übersetzung von Gisbert Haefs hat den Ton im Deutschen neu gegründet.
Verfilmungen haben aus Kim oft einen reinen Spionagejungen gemacht. Der Roman lebt von der Straße und vom Satz, dass Identität in Indien eine Frage der Verkleidung und der Treue zugleich ist. Wer nach Kipling über das britische Weltreich spricht, kommt an diesem Band nicht vorbei, weder mit Verwerfung noch mit Nostalgie. Wer ihn für ein Kinderbuch hält, hat die Spionageakten überschlagen; wer ihn nur als Spionageroman hält, hat den Lama am Fluss nicht ernst genommen. Beide Hälften gehören zusammen, so unversöhnt wie Kim selbst.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
