Kategorien

Aus Bookpedia Bücher einfach erklärt
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Daten zum Buch
Deutscher Titel: Kategorien
Autor(en): Aristoteles
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Meiner
Serie:
Erscheinungsjahr:
Seitenanzahl: 338 Seiten
Originaltitel: Κατηγορίαι
Originalsprache: griechisch
ISBN-10: 3787331549
ISBN-13/

EAN-Code:

9783787331543
Schlagwörter: Substanz, Prädikat, Aussage, Seiendes
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Rezensionen
Umschlag

Die Kategorien (griechisch Perì tṓn katēgoriṓn) sind eine kurze Schrift von Aristoteles, in der überlieferten Reihenfolge der Anfang des Organon, der logischen Schriften. Wie fast alle Pragmatien war der Text nicht zur Veröffentlichung bestimmt, sondern Vorlesungsmanuskript. Thema sind Aussageschemata in Bezug auf etwas Seiendes: die Formen, nach denen einzelne Wörter sinnvoll zu Aussagen verbunden werden können. Die Schrift entstand vermutlich während des ersten Aufenthalts in Athen, als Aristoteles Mitglied der Platonischen Akademie war. Titel und Kapiteleinteilung stammen wahrscheinlich nicht von ihm; Andronikos von Rhodos hat die Werke geordnet. Die Echtheit der sogenannten Postprädikamente ist bestritten worden; heute gilt der Kern als aristotelisch.

Inhalt

Aristoteles beginnt mit drei Arten des Seienden, die den Namen teilen oder nicht: homonym, synonym, paronym. Unverbundene Wörter wie „Mensch“ oder „läuft“ sind weder wahr noch falsch; wahr und falsch werden Sätze. Gegenstand der Schrift sind die unverbundenen Ausdrücke, die in einer Aussage Subjekt oder Prädikat sein können. Das Zugrundeliegende (hypokeimenon) ist das Individuum, von dem etwas ausgesagt wird und das selbst nicht von einem anderen ausgesagt werden kann: dieser Mensch, dieses Pferd. Daraus ergibt sich ein Viereck des Seienden: erste Substanz; individuelle Eigenschaft; Art und Gattung als zweite Substanz; allgemeine Eigenschaft. Die erste Substanz ist das konkrete Einzelne, Träger von Merkmalen, ontologisch vorrangig. Arten und Gattungen sind zweite Substanzen; Eigenschaften sind nicht selbständig, sondern nur in einem Zugrundeliegenden.

Es folgen zehn Kategorien: Substanz, Quantität, Qualität, Relation, Ort, Zeit, Lage, Haben, Tun, Erleiden. In der Topik heißt die erste noch „Was ist etwas“; hier wird sie Ousia, Wesen. Die Liste klassifiziert, was unverbundene Wörter bezeichnen, und damit Weisen des Seienden, sofern sie ausgesagt werden. Die Schrift schwankt zwischen Sprachlogik und Ontologie, und diese Doppelung hat die Auslegungsgeschichte bestimmt: Gattungen von Prädikaten, höchste Begriffe, Fachwerk, in das reale Begriffe eingetragen werden, nicht schon die Dinge selbst. Das fünfte Kapitel entfaltet die Substanz gegen Platons Ideenlehre, ohne den Lehrer zu nennen: Nicht das Allgemeine hat den Vorrang, sondern das Einzelne, ohne das das Allgemeine nicht existieren kann. Von einem Subjekt werden Name oder Begriff ausgesagt, nicht die Farbe Weiß als wäre sie der Körper.

Die späteren Kapitel behandeln Quantität, Relativa, Qualität, Tun und Erleiden; die Postprädikamente (Gegensatz, Früher, Zugleich, Bewegung, Haben) gelten manchen als Anhang. Die Schrift bleibt unsicher, wo sie abbricht und wo der Herausgeber geglättet hat. Eine Einleitung fehlt, Übergänge sind abrupt. Die Substanzlehre der späteren Metaphysik mit Form und Materie, Akt und Potenz, ist hier noch nicht ausgebildet; die Unterscheidung von erster und zweiter Substanz kehrt so nicht wieder. Gerade deshalb ist der Text der Ort, an dem das Universalienproblem anhebt: Was ist grundlegender, das Einzelne oder das Allgemeine? Aristoteles antwortet von unten, von den Naturprozessen her, und stellt damit ein Konkurrenzmodell zu den Ideen auf, ohne die Auseinandersetzung beim Namen zu nennen.

Einordnung

Kaum eine Schrift von fünfzehn Kapiteln hat Logik und Metaphysik so lange aneinandergebunden. Die Terminologie – Substanz, Akzidenz, Gattung, Art – blieb bestimmend für die abendländische und die islamische Philosophie bis in die Neuzeit. Immanuel Kant hat in der Kritik der reinen Vernunft die Kategorien vom Seienden gelöst und zu Bedingungen der Erfahrung gemacht; Martin Heidegger hat in Sein und Zeit die aristotelischen Kategorien vom existenzialen Vokabular des Daseins unterschieden. Die Nikomachische Ethik zählt das Gute nach denselben Kategorien durch, um zu zeigen, dass es kein gemeinsames Allgemeines ist. Trendelenburg betonte die Grammatik, Bonitz die Seinsweisen, Brentano die höchsten Begriffe.

Wer die Kategorien nur als Grammatik des Satzes liest, verfehlt die Ontologie des Einzelnen. Wer sie nur als Ontologie liest, verfehlt, dass Aristoteles von unverbundenen Wörtern ausgeht. Neben Platons Der Staat steht die Schrift als der andere Anfang: nicht die Idee über den Dingen, sondern das Diesda, ohne das keine Idee ist. Die Kürze täuscht; aus ihr ist das Fachwerk geworden, in dem Jahrhunderte das Seiende sortiert haben – und der Streit, ob dabei Wörter, Dinge oder Gedanken sortiert werden.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.