Karten
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Karten |
| Autor(en): | Nuruddin Farah |
| Originaltitel: | Maps |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1986 |
| Schlagwörter: | Somalia, Ogaden, Identität, Krieg |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Suhrkamp
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| Umfang dieser Ausgabe: | 320 Seiten |
| ISBN: | 9783518395127 |
| Verweise | |
Karten ist der 1986 erschienene Roman von Nuruddin Farah, im Original Maps, erster Teil der Blut-Trilogie. Askar, ein somalisches Kind aus dem Ogaden, wächst bei der somalischen Pflegemutter Misra auf, einer Frau, die man für äthiopisch, eritreisch, unrein hält, und lernt die Welt als Zeichnung: Grenzen, die Blut ziehen, Körper, die zu Vaterländern werden. Farah schreibt auf Englisch, aus dem Exil, gegen das somalische Regime und gegen den Nationalismus, der die Milchmutter zur Verräterin macht. Die deutsche Übersetzung erschien bei Suhrkamp. Der Titel meint Landkarten und die Haut, auf der Herkunft eingeschrieben wird.
Inhalt
Askars Vater fällt im Krieg, die Mutter stirbt bei der Geburt; Misra, die im Haus diente, nimmt das Kind. Sie stillt es, lehrt es, schneidet, was die Sitte verlangt, und wird die erste Karte, die Askar kennt: ein Körper, der Sicherheit gibt und später als fremd gelesen wird. Der Ogaden, somalisch bewohnt, äthiopisch verwaltet, gerät in den Krieg von 1977. Askar wird nach Mogadischu zu Verwandten geschickt, in die Schule der Nation, in die Sprache der Karten, die den Ogaden rot oder blau färben. Misra bleibt zurück, zwischen den Fronten, verdächtigt, den Äthiopiern zu dienen.
Farah erzählt in wechselnden Personen: ich, du, er, als wäre Askar noch nicht sicher, wer in ihm spricht. Träume von Blut, von Karten, die auf der Haut brennen, von Misras Körper als Landschaft. In Mogadischu wird der Knabe zum Patrioten erzogen; die Pflegemutter wird zum Problem. Als Misra nachkommt, folgt ihr der Vorwurf des Verrats. Askar, der sie geliebt hat wie keine Nation, gerät in den Zwang, sie zu opfern oder die Zugehörigkeit zu verlieren. Der Roman lässt die Anklage unbewiesen und die Liebe nicht unschuldig. Krieg macht aus Milch Feindschaft.
Am Ende bleibt Askar mit der Frage, ob Herkunft ein Blut ist, eine Karte oder die Frau, die ihn großgezogen hat. Farah gibt keine Versöhnung der Grenzen. Somalia, Äthiopien, das Ogaden, die Männer, die Land als Körper meinen: Das Kind ist das Feld, auf dem das ausgetragen wird. Wer eine klare nationale Partei sucht, wird enttäuscht. Wer nur das Trauma des Krieges sucht, unterschlägt die Genauigkeit, mit der Farah das Stillen, das Schneiden, das ABC der Schule in denselben Satz legt.
Einordnung
Farah hat Somalia den Roman gegeben, den die Diktatur nicht wollte: gegen Siad Barre, gegen die Reinheit der Abstammung, gegen die Karte als Schicksal. Karten steht am Anfang der Trilogie, die mit Gaben und Geheimnisse weitergeht; dieser erste Band bleibt der schärfste, weil das Kind noch nicht die Ironie der späteren Bücher hat. Neben den ostafrikanischen Unabhängigkeitsromanen von Ngũgĩ wa Thiong'o steht Farah als der Erzähler, der die Nation nicht als Ziel, sondern als Verletzung liest. Wer nach ihm über das Horn von Afrika spricht, als wäre Grenze Natur, hat Askar nicht gelesen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
