Kafka am Strand
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Kafka am Strand |
| Autor(en): | Haruki Murakami |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | btb |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 2002 |
| Seitenanzahl: | 640 Seiten |
| Originaltitel: | 海辺のカフカ |
| Originalsprache: | japanisch |
| ISBN-10: | 3442733235 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783442733231 |
| Schlagwörter: | Flucht, Katze, Schicksal, Japan |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Kafka am Strand ist der 2002 erschienene Roman von Haruki Murakami, im Original Umibe no Kafuka. Ein fünfzehnjähriger Junge flieht vor einer väterlichen Prophezeiung, und ein alter Mann sucht Katzen, bis beide an denselben Stein geraten. Murakami hat zwei Erzählstränge ineinandergelegt, die sich erst spät berühren: den eines Ödipus, der sein Schicksal kennt, und den eines Einfältigen, der mit Tieren spricht. Bibliothek, Wald, Bordell und ein Eingang zur anderen Welt liegen in derselben japanischen Provinz. Das Buch ist lang, rätselhaft und genauer in den Dialogen, als der Zauberapparat vermuten lässt.
Inhalt
Kafka Tamura verlässt Tokio an seinem fünfzehnten Geburtstag. Der Vater, ein berühmter Bildhauer, hat ihm prophezeit, er werde den Vater töten und bei der Mutter und der Schwester schlafen, die die Familie verlassen haben. Kafka nennt sich selbst einen ernsthaften Jungen und fährt nach Takamatsu auf Shikoku. In der Privatbibliothek der Familie Komura findet er Arbeit und Schutz bei Oshima, der die Bücher hütet und als Mann lebt, obwohl er als Frau geboren wurde. Die Leiterin Saeki hat mit fünfzehn ein Lied geschrieben, Kafka am Strand, und lebt seither in der Trauer um den Geliebten, der ermordet wurde. Kafka schläft in ihrem Arbeitszimmer, trifft im Wald auf Soldaten, die aus einem älteren Krieg stehen geblieben sind, und liegt mit einer Frau, die Saeki mit fünfzehn sein könnte.
Parallel dazu sucht der schwachsinnige Nakata in Nakano vermisste Katzen. Als Kind ist er nach einem rätselhaften Schulunfall in den Bergen der Sprache und des Gedächtnisses beraubt worden; dafür versteht er Katzen. Der Mörder Johnnie Walker, in Wahrheit Kafkas Vater, zwingt Nakata, ihn zu töten. Nakata, der noch nie Blut vergossen hat, sticht zu. Mit dem Lastwagenfahrer Hoshino reist er nach Shikoku, geführt von Träumen und von Colonel Sanders, einem Wesen in der Gestalt einer Werbefigur. Nakata muss einen Eingangsstein umdrehen. Hoshino, der zuerst nur den Alten durchfüttert, lernt, was Verantwortung ist, und tötet, als der Stein wieder geschlossen werden muss, ein Wesen, das ihn daran hindern will.
Die Stränge treffen sich in der Bibliothek, ohne dass Kafka und Nakata einander als Vater und Sohn gegenübertreten. Nakata stirbt ruhig, nachdem der Stein offen war. Kafka geht durch den Eingang in eine stille Welt, begegnet der jungen Saeki und kehrt zurück, weil Oshima ihn nicht aufgeben will. Ob Saeki seine Mutter war, ob die Nacht mit ihr den Fluch erfüllt hat, lässt der Roman in der Schwebe. Kafka fährt nach Tokio, um zur Schule zu gehen; Hoshino begräbt Nakata und hört, zum ersten Mal, Musik wirklich. Der Fluch ist weder widerlegt noch erfüllt. Der Junge hat überlebt, indem er gegangen und wiedergekommen ist.
Einordnung
Murakami hat den Ödipusstoff nicht modernisiert, sondern in eine Gegenwart aus Cafés, Busfahrten und Platten gelegt, in der das Orakel trotzdem gilt. Die Katzen, die Soldaten, der Stein – das sind keine Beigaben; sie sind die andere Hälfte derselben Geschichte, in der Gewalt und Sorge einander brauchen. Oshima erklärt Kafka Platon und die Grenze der Geschlechter, ohne dass daraus eine Lehre wird. Das Buch hat 2005 auf der engeren Auswahlliste des internationalen Bookerpreises gestanden und Murakamis Ruf im Deutschen gefestigt, nach den früheren Romanen um Schafjagd und Endwelt.
Die Kritik hat den Zauber gelobt und die Länge getadelt, oft beides zu Recht. Manche Leser wollen die Rätsel gelöst, andere wollen sie stehen lassen; das Buch gibt beiden recht und keinem ganz. Wer nach Murakami über Schicksal spricht, spricht hinter diesem Band: hinter einem Jungen, der seinen Namen aus der Literatur nimmt, und einem Alten, der nicht lesen kann und trotzdem die Tür öffnet. Die angegebene Ausgabe folgt der Übersetzung von Ursula Gräfe aus dem Japanischen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
