Jugend und Sexualität in primitiven Gesellschaften
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Jugend und Sexualität in primitiven Gesellschaften |
| Autor(en): | Margaret Mead |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | dtv |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1928 |
| Seitenanzahl: | 241 Seiten |
| Originaltitel: | Coming of Age in Samoa |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 3423040327 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783423040327 |
| Schlagwörter: | Samoa, Jugend, Kultur, Geschlecht |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Anthropologie |
| Rezensionen | |
Jugend und Sexualität in primitiven Gesellschaften (englisch Coming of Age in Samoa) ist die 1928 erschienene Samoa-Studie von Margaret Mead. Die Erschütterungen der Jugend, so die These, kommen nicht aus der Natur des Heranwachsens – sie kommen aus der Kultur, die es umstellt.
Inhalt
Mead fährt 1925 im Auftrag von Franz Boas auf die Insel Ta’u und lebt Monate unter samoanischen Mädchen. Sie beobachtet achtundsechzig junge Frauen zwischen neun und zwanzig, den Haushalt der erweiterten Familie, die Arbeit im Garten und am Riff, Tanz und Rang, die lockere Aufsicht, die es einem Mädchen erlaubt, bei Streit einfach umzuziehen. Sexualität ist in ihrer Darstellung kein Geheimnis und keine Katastrophe. Die Jugend erscheint als Zeit ohne die Zerrissenheit, die Mead in den Vereinigten Staaten für selbstverständlich gehalten hatte: ohne den Zwang, zwischen widersprüchlichen Werten der Eltern, der Kirche, der Schule zu wählen. Wer dort erwachsen wird, so Mead, wird es sanfter.
Das Buch stellt die amerikanische Erziehung vor diesen Spiegel. Mead schreibt für ein Publikum, das über Pubertät, Sitte, die Rechte der Frauen stritt, und liefert ihm den Satz, den Boas im Vorwort stützt: Höflichkeit und Scham gibt es überall, aber was darunter verstanden wird, nicht. Kultur formt das Geschlecht, die Jugend, die Seele; Biologie setzt die Grenze nicht, die die eigene Gesellschaft für Natur ausgibt. Der Ton ist anschaulich, parteilich, ohne den Apparat späterer Monographien. Die Stärke war die Frage. Die Schwäche war die Kürze des Aufenthalts und die Sicherheit der Antwort.
Die deutsche Ausgabe versammelt Meads Südseestudien unter dem Reihentitel; der Samoa-Band bleibt der berühmte. Er hat die Ethnologie populär gemacht und die amerikanische Erziehungsdebatte mit einem Gegenbild versorgt, das man lieben oder hassen konnte. Dass Mead die Mädchen nach dem fragte, was ihre eigene Gesellschaft quälte, hat das Buch scharf und anfällig gemacht.
Einordnung
1983, fünf Jahre nach Meads Tod, griff der neuseeländische Anthropologe Derek Freeman ihr Samoa-Bild frontal an. In Margaret Mead and Samoa behauptete er, die Informantinnen hätten sie gefoppt, die samoanische Sitte sei streng, Jungfräulichkeit zentral, Gewalt und Eifersucht alltäglich; Mead habe gesehen, was Boas und sie selbst hatten sehen wollen. Die Kontroverse spaltete das Fach: Die einen sahen eine wissenschaftliche Abrechnung, die anderen eine Abrechnung nach dem Tod, an bekehrten Zeuginnen, mit eigener ideologischer Wucht. Der amerikanische Ethnologenverband verwarf Freeman; die Öffentlichkeit behielt den Zweifel. Geblieben ist ein Buch, das die Natur-Kultur-Frage unausweichlich gemacht hat – und der Streit, ob Samoa je so war, wie Mead es brauchte. Wer nach 1928 vom Erwachsenwerden spricht, als wäre es überall dasselbe, spricht gegen dieses Buch; wer es als Beweis nimmt, spricht hinter Freeman nicht mehr unbefragt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
