Jenseits von Europa

Sophia Bogner, Paul Hertzberg · 2022 · Sachbuch, Wirtschaftswissenschaft


Das Werk
Deutscher Titel: Jenseits von Europa
Autor(en): Sophia Bogner, Paul Hertzberg
Originaltitel: Jenseits von Europa
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 2022
Schlagwörter: Afrika, Unternehmen, Wirtschaft, Klischee
Sachgebiete: Sachbuch, Wirtschaftswissenschaft
Greifbare Ausgabe
Verlag: Econ


Umfang dieser Ausgabe: 320 Seiten
ISBN: 9783430210560
Verweise


Jenseits von Europa ist das im Oktober 2022 bei Econ erschienene Buch der Journalisten Sophia Bogner und Paul Hertzberg über Unternehmerinnen und Unternehmer in zwölf afrikanischen Ländern. Es will zeigen, dass der Kontinent sich verändert, dass Erfindungsgabe dort keine Ausnahme ist und dass der Erfolg Einzelner das Leben vieler verbessern kann. Parallel lief im Magazin brand eins eine Reportageserie derselben Autoren, die unter anderem mit dem Helmut-Schmidt-Journalistenpreis ausgezeichnet wurde. Horst Köhler nannte das Buch lohnend für alle, die ein echtes Interesse am Zukunftskontinent hätten. Es ist Gegenerzählung zur europäischen Berichterstattung, die Afrika oft nur als Krisenraum kennt.

Inhalt

Bogner und Hertzberg schreiben gegen das eindimensionale europäische Afrikabild: Hunger, Krieg, Hilfe, Rohstoff. Jenseits von Europa, so die Behauptung, wartet niemand auf den Kontinent der Geber. Die Kapitel sind Porträts, keine Länderkunde. Jede Person steht für ein Geschäftsmodell und für die Gesellschaft, die es trägt oder behindert. Die Autoren interessieren sich für Motivation und Durchhaltewillen, für das, was gelingt, wenn der Staat schwach und der Markt unfertig ist. Innovation ist hier nicht Schlagwort einer Messe, sondern Umweg: Strom, wo das Netz fehlt, Zahlungsverkehr ohne Filiale, Landwirtschaft ohne den Mythos, nur Europa könne modernisieren.

Die Beispiele sollen belegen, dass Erfolg ansteckend sein kann. Ein Unternehmen beschäftigt, bildet aus, zieht Zulieferer nach, ändert, was als möglich gilt. Frauen erscheinen nicht als Sonderkapitel der Entwicklungshilfe, sondern als Gründerinnen. Die Reportageform hält Nähe: Gespräche, Werkhallen, Widersprüche vor Ort. Zugleich bleibt der Blick der Reisenden aus Europa, die das Klischee ersetzen wollen und dafür starke Figuren brauchen. Hertzberg hat von Gegenerzählung gesprochen. Die Auszeichnungen der Magazinserie haben dem Buch den Kredit des Wirtschaftsjournalismus gegeben, nicht den der Länderkunde.

Unsicher wird das Unternehmen, wo das Porträt die Analyse ersetzt. Judith Raupp tadelte in der Süddeutschen, für Ethik und verwickelte Zusammenhänge bleibe wenig Raum. Wolfgang Drechsler, Afrika-Korrespondent des Handelsblatts, lobte den kritischen Blick auf manche Probleme und tadelte, eine Handvoll außergewöhnlicher Unternehmer werde zum idealisierten Bild des Kontinents, ohne dass Politik und Wirtschaft das trügen. Die Gegenposition – Abhängigkeit, Rohstofffluch, ungleiche Handelsregeln – kommt am Rand vor, als das, wovon die Figuren sich befreien. Der Ton ist zuversichtlich, erzählend, werbend für Investition, ohne Prospekt zu sein. Miguel Peromingo rühmte in der Galore, was die durchschnittliche europäische Berichterstattung nicht vermöge; die Berliner Morgenpost sprach von überraschenden Einblicken fernab der Schablonen. Beides kann wahr sein, und die Lücke bleibt die, die Raupp und Drechsler nennen.

Einordnung

Das Buch gehört zum Wirtschaftsjournalismus über Afrika nach der Rede vom Zukunftskontinent, neben Magazinreportagen und gegen die ältere Hilfe-Rhetorik. Es steht näher bei Unternehmensgeschichten als bei der Entwicklungstheorie. Nachbarschaft hat es zu einer Politik, die Handel statt Almosen verspricht, und zu einer Kritik, die genau das für die nächste Schablone hält. Hörfunk von ORF bis Deutschlandfunk hat es freundlich vorgestellt; die Fachkritik war kühler.

Geblieben ist die Zumutung, Afrika als Ort von Firmen zu lesen, nicht nur von Katastrophen. Wer nach 2022 über Unternehmertum südlich der Sahara spricht, ohne nur Rohstoffe und Hilfe zu meinen, spricht oft in diesen Porträts – oder gegen ihre Auswahl. Die Econ-Ausgabe hat den Atem der Serie bewahrt. Er überzeugt, wo die Person konkret wird, und wird dünn, wo der Kontinent zur Bühne des Gegenteils wird.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.