Jedermann
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Jedermann |
| Autor(en): | Hugo von Hofmannsthal |
| Originaltitel: | Jedermann |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1911 |
| Schlagwörter: | Tod, Reichtum, Glaube, Festspiel |
| Sachgebiete: | Drama |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Reclam
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| Umfang dieser Ausgabe: | 95 Seiten |
| ISBN: | 9783150180372 |
| Verweise | |
Jedermann ist das Spiel vom Sterben des reichen Mannes von Hugo von Hofmannsthal, 1911 in Berlin im Circus Schumann uraufgeführt, seit 1920 jedes Jahr auf dem Salzburger Domplatz. Der Tod ruft, das Geld bleibt, der Glaube kommt im letzten Augenblick.
Inhalt
Jedermann hat Gäste, Wein, ein Haus, das voll ist, und einen Schuldner, den er nicht hört. Gott schickt den Tod, der den Reichen zur Rechenschaft fordert; Jedermann versteht zuerst den Ruf nicht, dann will er ihn kaufen. Die Mutter mahnt, der gute Gesell tanzt weiter, die Buhlschaft hält, solange der Tisch gedeckt ist. Hofmannsthal holt die englische Moralität und Hans Sachs auf eine Bühne, die archaisch sprechen soll: Der Reiche ist jeder, der Name ist das Programm, und trotzdem ist er ein bestimmter Mann mit Keller und Knecht, nicht eine Idee.
Als der Tod nicht weicht, sucht Jedermann Begleitung vor Gottes Stuhl. Der Mammon steigt aus dem Kasten und lacht: Er geht nicht mit. Die Knechte, die Freunde, die Geliebte – niemand folgt. Nur die guten Werke, abgemagert, weil er sie hat hungern lassen, können noch stehen, und der Glaube kommt, spät, als die Bilanz schon feststeht. Hofmannsthal gibt der Reue den letzten Akt, ohne die Rechnung zu löschen: Was Jedermann war, bleibt in den Kisten; was ihn retten kann, hat er fast umgebracht. Der Teufel wartet und geht leer aus, nicht weil der Reiche gut war, weil die Gnade im Stück noch einen Platz hat.
Auf dem Domplatz, seit Reinhardt 1920, ruft der Tod durch die Gassen Salzburgs, und das Publikum weiß den Ausgang. Genau das hat Hofmannsthal gewollt: kein Entdeckungsstück, ein Ritus. Der reiche Mann stirbt jedes Jahr und wird jedes Jahr vom Glauben eingeholt, während vor dem Dom die Festspielgäste sitzen, die Eintrittskarten gekostet haben. Das Spiel tadelt den Reichtum und braucht ihn. Wer nur die Erbauung sucht, hat Mammon nicht aus dem Kasten steigen sehen. Wer nur die Heuchelei der Festspiele meint, unterschlägt, dass der Text die Kälte des Geldes genauer kennt als die Predigt, die ihm folgt.
Einordnung
Hofmannsthal hat nach dem Chandos-Brief, der die Worte für verbraucht erklärte, das älteste Spiel wieder aufführbar gemacht: nicht als Rückfall in die Naivität, als bewusste Archaik einer Stadt, die das alte Österreich katholisch neu gründen wollte. Gegen Lessings Nathan der Weise, der die Religionen auf die Probe der Tat stellt, setzt Jedermann die eine Gnade am Schluss – schmaler, festlicher, weniger tolerant. Neben Hamlet, der den Tod befragt, bis der Hof tot ist, befragt Jedermann den Tod, bis der Glaube antwortet. Salzburg hat daraus das Wahrzeichen gemacht; die Restauration der Ersten Republik hängt daran. Wer nach 1911 den Reichen sterben und glauben lässt, damit der Platz sich füllt, spielt hinter diesem Festspiel.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
