Ivanhoe
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Ivanhoe |
| Autor(en): | Walter Scott |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Fischer Taschenbuch |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1819 |
| Seitenanzahl: | 560 Seiten |
| Originaltitel: | Ivanhoe |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 3596900492 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783596900497 |
| Schlagwörter: | Rittertum, England, Normannen, Templer |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Ivanhoe ist der historische Roman von Walter Scott, Ende 1819 erschienen, der das englische Mittelalter als Streit zweier Völker erzählt: Angelsachsen und Normannen, mehr als hundert Jahre nach der Schlacht bei Hastings. Der Kreuzritter Wilfred von Ivanhoe kehrt heim, während König Richard Löwenherz fehlt und der Bruder Johann die Barone gegen die Sachsen hetzt. Scott hat Turnier, Burgbelagerung und Gottesurteil zu einem nationalen Bild verbunden, in dem Robin Hood und ein jüdisches Mädchen mehr Gewicht haben als mancher Graf. Das Buch gilt als Muster des historischen Romans in Europa. Es hat das Rittertum der Lesewelt festgesetzt, oft bunten, als es je war.
Inhalt
Wilfred von Ivanhoe, von seinem Vater Cedric verstoßen, weil er Richard dient und Lady Rowena liebt, kehrt als Pilger auf den sächsischen Hof zurück. Dort begegnet er dem Tempelritter Brian de Bois-Guilbert, einem alten Gegner aus Palästina, und dem Geldverleiher Isaac von York, dem er in der Nacht beisteht. Zum Dank leiht Isaac ihm Rüstung und Pferd. Beim Turnier von Ashby tritt Ivanhoe inkognito als enterbter Ritter an, besiegt mehrere Normannen und zuletzt Bois-Guilbert, wird aber schwer verwundet. Isaac und dessen Tochter Rebekka, eine Heilerin, nehmen ihn auf. Unterwegs fallen sie, zusammen mit Cedric und Rowena, normannischen Rittern in die Hände und werden auf der Burg Torquilstone des Reginald Front-de-Bœuf festgesetzt. Maurice de Bracy wirbt um Rowena, Bois-Guilbert begehrt Rebekka; beide Frauen weisen die Männer ab.
Geächtete unter Robin von Locksley und ein unerkannter Schwarzer Ritter – Richard selbst – stürmen die Burg. Front-de-Bœuf kommt in den Flammen um, Bois-Guilbert entkommt mit Rebekka. Im Templerlager klagt der Großmeister Rebekka der Hexerei an, weil sie die Heilkunst bei einer verurteilten Frau gelernt habe. Bois-Guilbert, noch immer von ihr besessen, gibt ihr den Wink, einen Kämpfer zu fordern. Ivanhoe, mit dem Vater versöhnt und der Heirat mit Rowena gewiss, erscheint im letzten Augenblick. Der Gang endet merkwürdig: Bois-Guilberts Stoß wirft den noch schwachen Ivanhoe, dann fällt der Templer tot vom Pferd, ein Opfer der eigenen Leidenschaft, kaum von der Lanze berührt.
Richard löst den Templerorden in England auf und zwingt die Ritter außer Landes. Ivanhoe heiratet Rowena. Rebekka, die ihn liebt, ohne Gehör zu finden, verlässt mit Isaac das Königreich in Richtung Córdoba. Richards Wiederherstellung schließt den Bogen, ohne die Juden ins versöhnliche Bild zu nehmen. Scott lässt den König als Rettung aus dem Busch auftreten und Robin Hood als gesetzestreuen Gesetzlosen: Die Nation soll aus Sachsen und Normannen eine werden, indem der rechtmäßige Herrscher und der Waldläufer denselben Feind haben.
Einordnung
Scott hat aus Chronik, Sage und Erfindung ein Panorama gemacht, das ganz Europa nachahmte: den historischen Roman als Gesellschaftsgemälde mit Kostüm, Waffen und Ständen. Die Figuren sind oft Typen – der rustikale Sachsenherr, der brutale Normanne –, aber Rebekka sprengt das Schema: Sie heilt, argumentiert, verweigert die Taufe und geht, statt sich dem Helden zu fügen. Isaac trägt noch Züge des Vorurteils, die Tochter nicht. Gegenüber späteren Historien, die das Mittelalter nur als Abenteuer nehmen, bleibt Ivanhoe ein Buch der Spaltung: Sprache, Tisch, Recht fallen auseinander, bis der König sie kitten soll. Der Schwarze Ritter allein im Wald ist Theatermechanik; der nationale Mythos braucht ihn trotzdem.
Die Opern, Hörspiele und Filme, von Sullivan bis zu den Fernsehfassungen, haben Turnier und Robin Hood genommen und Rebekkas Abreise oft weichgezeichnet. Thackeray schrieb die Fortsetzung Rebecca and Rowena, weil ihm der Schluss zu bequem war. Wer nach Scott über Ritter in England spricht, spricht hinter diesem Roman; wer ihn für eine bloße Turniergeschichte hält, hat die Templeranklage und die Fahrt nach Córdoba nicht gelesen. Die angegebene Ausgabe folgt der Übersetzung von Leonhard Tafel.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
