Infokratie
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Infokratie |
| Autor(en): | Byung-Chul Han
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| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 2021 |
| Schlagwörter: | Information, Demokratie, Öffentlichkeit, Regime |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Zeitdiagnose |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Matthes & Seitz
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| Umfang dieser Ausgabe: | 128 Seiten |
| ISBN: | 9783751805261 |
| Verweise | |
Infokratie. Digitalisierung und die Krise der Demokratie erschien 2021 bei Matthes & Seitz. Byung-Chul Han gibt der Krise einen Namen: Nicht das Argument lenke die Öffentlichkeit, sondern der Strom der Information, der Aufmerksamkeit zerlegt, Wahrheit durch Erregung ersetzt und Wahlkämpfe zu Kriegen der Nachrichten macht. Das Buch ist Zeitdiagnose in der knappen Form, die Han seit der Müdigkeitsgesellschaft pflegt.
Inhalt
Han unterscheidet ein Informationsregime von der Diskursöffentlichkeit, die Habermas noch als Ort des besseren Arguments dachte. Nachrichten, automatisierte Konten, gezielte Falschmeldungen, die Vermessung von Stimmungen: Macht hänge nicht mehr zuerst an Fabriken, sondern am Zugang zu Daten, mit denen Verhalten vorhergesagt und umgangen wird. Die Öffentlichkeit zerfalle in private Blasen; das Gemeinsame, in dem Streit noch Sache war, dünne aus. Demokratie, die auf Urteil angewiesen sei, werde zur Infokratie, in der das Mehr an Mitteilung das Weniger an Welt ergibt.
Der Ton ist aphoristisch, dunkel, ohne Fußnotenapparat der Empirie. Han schreibt gegen die Feier der Vernetzung, die Teilhabe mit Mündigkeit verwechselt. Unsicher bleibt, ob das Regime so neu ist, wie der Name tut, und ob die Diagnose die Ökonomie der Plattformen trägt oder nur ihre Stimmung. Kritik nennt Kulturkritik ohne Daten, die Wiederholung älterer Thesen zur Transparenz und zum Schwarm. Die Stärke liegt in der Formel, die Zeitung und Seminar denselben Zustand benennen lässt: zu viel Nachricht, zu wenig Wahrheit als Streit.
Wer Han nur als Feind des Digitalen liest, unterschlägt, dass er nicht das Netz abschaffen will, sondern die Illusion, Information sei schon Aufklärung. Wer nur den Namen Infokratie übernimmt, unterschlägt die ältere Linie von der Müdigkeit zur Psychopolitik, ohne die das Büchlein ein Feuilleton bleibt.
Einordnung
Nach Transparenz, Schwarm und Palliativgesellschaft ist dies der Schritt ins Politische der Nachricht. Neben Postmans Unterhaltungsdiagnose und Zuboffs Überwachungskapitalismus steht Han als der Kürzeste: Herrschaft, die sich als Mitteilung tarnt. Die Aufnahme war rasch und zwiespältig, wie immer bei ihm. Wer 2021 über Demokratie und Netze spricht, ohne nur Empörung zu zählen, trifft oft diese Vokabel – und muss sie an Fällen prüfen, die der Essay schuldig bleibt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
