Im Sturm
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Im Sturm |
| Autor(en): | Tom Clancy |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Heyne |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1986 |
| Seitenanzahl: | 752 Seiten |
| Originaltitel: | Red Storm Rising |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 3453436725 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783453436725 |
| Schlagwörter: | Krieg, Atlantik, NATO, Sowjetunion |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Im Sturm ist der 1986 erschienene Kriegsroman von Tom Clancy, im Original Red Storm Rising, geschrieben mit dem Marineoffizier Larry Bond. Islamisten sprengen die größte sowjetische Raffinerie; Hardliner in Moskau beschließen, die NATO in Europa zu schwächen, um am Golf Öl zu holen – ohne Atomwaffen, mit Panzern, Geleitzügen und Tarnkappenflugzeugen. Die deutsche Übersetzung kam erst 1994, nach dem Ende des Kalten Krieges. Clancy war mit Jagd auf Roter Oktober berühmt geworden; hier wechselt er von einem U-Boot zum ganzen Krieg. Der Band ist ein Handbuch der konventionellen Schlacht und eine Behauptung, man könne die Welt erobern, ohne sie zu verbrennen.
Inhalt
Terroristen zerstören die Raffinerie von Nischnewartowsk. Die sowjetische Wirtschaft steht vor dem Kollaps. Das Politbüro inszeniert einen Anschlag auf den Kreml, schiebt ihn einem angeblichen westdeutschen Agenten in die Schuhe und mobilisiert gegen Bonn. Griechenland und die Türkei halten sich heraus. Der Täuschung fliegt auf, als ein Speznas-Offizier in Aachen angefahren wird und Papiere über geplante Schläge gegen NATO-Stellen bei sich trägt. Viele Anschläge werden verhindert, nicht alle. Sowjetische Fallschirmjäger nehmen Island und Nordnorwegen; Backfire-Bomber greifen die Geleitzüge im Atlantik an. Ein französischer Träger sinkt, amerikanische Schiffe brennen. In Deutschland stehen sowjetische Panzer vor Hamburg, Luftlandetruppen halten den Nord-Ostsee-Kanal. Die NATO gewinnt die Luft über Europa, nachdem Tarnkappenbomber die sowjetischen fliegenden Leitstände abgeschossen haben.
Der Vormarsch stockt trotzdem. Der Oberbefehlshaber West fällt bei einem Frontbesuch; Alexejew übernimmt. Bei Alfeld erzwingen sowjetische Verbände den Übergang über die Leine, unter furchtbaren Verlusten, in einem zerschossenen Städtchen, dessen Brücken und Straßen das Chaos der Flucht tragen. Sechs amerikanische Jagd-U-Boote beschießen die nordrussischen Flugplätze der Bomber; ein starker Geleitzug kommt durch. Beim Weserübergang schneiden nachgeführte NATO-Verbände die Spitzen von der Versorgung ab, amerikanische Marines holen Island zurück. Das Politbüro verlangt von Alexejew den Einsatz taktischer Atomwaffen, um den Feldzug doch noch zu gewinnen.
Alexejew verbündet sich mit dem Energieminister Sergetow, der den Krieg von Anfang an für Wahnsinn gehalten hat, und mit dem KGB-Chef Kosow. Truppen, die durch Moskau rollen, nehmen den Kreml. Die Kriegspartei wird verhaftet. Kosow erschießt ein Soldat, dessen Tochter beim inszenierten Anschlag starb. Sergetow wird Generalsekretär, Alexejew schließt mit dem NATO-Befehlshaber in Potsdam Waffenstillstand. Der Roman endet nicht mit einem Sieg der Werte, sondern mit einem Putsch der Vernünftigeren gegen die eigenen Hardliner.
Einordnung
Clancy und Bond haben den dritten Weltkrieg als Planspiel erzählt, nicht als Apokalypse. Der Satz, niemand im Militär wolle einen Atomkrieg, ist die Moral und die Ausrede des Buches: Konventionelle Streitkräfte existieren, damit man kämpfen kann, ohne die Welt hochzujagen. Kritiker haben genau das für Verharmlosung gehalten. Die Genauigkeit der Geräte, der Konvois, der Brücke bei Alfeld hat denselben Effekt wie die Genauigkeit in Jagd auf Roter Oktober: Wer die Typen kennt, glaubt die Schlacht. Der Krieg beginnt mit einem Nachtgefecht in Zugstärke und endet im Politbüro; dazwischen liegen Island, die Leine und der Atlantik. Figuren sind Dienstgrade mit ein wenig Biographie. Das unterscheidet Clancy von den Kriegsromanen, die den einzelnen Körper in den Mittelpunkt stellen.
Als das Buch auf Deutsch erschien, war die Sowjetunion schon Geschichte. Man las es als Dokument einer Angst, die sich nicht erfüllt hatte, und als Unterhaltung, die das Gerät feierte. Die Tarnkappenstaffel »Dreamland« und die Schlacht um Alfeld sind Sequenzen, die sich wie Lehrfilme lesen; wer sie überspringt, hat den Roman nicht. Nachbarschaft hat der Band in der amerikanischen Kriegsliteratur, die das Gerät genau nimmt, nicht in der deutschen Erinnerung an 1945. Wer nach Clancy über einen Krieg in der norddeutschen Tiefebene spricht, spricht hinter diesem Buch: hinter der Behauptung, er könne zu Ende gehen, bevor die Raketen fliegen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
