Im Gefängnis des Glaubens
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Im Gefängnis des Glaubens |
| Autor(en): | Lawrence Wright |
| Originaltitel: | Going Clear: Scientology, Hollywood, and the Prison of Belief |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 2013 |
| Schlagwörter: | Scientology, Hollywood, Glaube, Organisation |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Religionswissenschaft |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Deutsche Verlags-Anstalt
|
| Umfang dieser Ausgabe: | 624 Seiten |
| ISBN: | 9783421045355 |
| Verweise | |
Im Gefängnis des Glaubens. Scientology, Hollywood und die Innenansicht einer modernen Kirche (englisch Going Clear) ist das 2013 erschienene Buch von Lawrence Wright, deutsch im selben Jahr bei der Deutschen Verlags-Anstalt. Es beschreibt Scientology von L. Ron Hubbard bis David Miscavige als Organisation, in der Lehre, Vertrag und Einschüchterung dieselbe Maschine sind.
Inhalt
Wright beginnt nicht bei den prominenten Gesichtern, er beginnt bei Hubbard: dem Science-Fiction-Autor, der eine Heilslehre schrieb, eine Flotte aufs Meer schickte und aus Anhängern eine Mannschaft machte, die Gehorsam als Erlösung übte. Die Sea Org, die Stufen der Kurse, das Loch, in dem Abweichler schuften, die Akten über das Intimleben der Mitglieder – das Buch montiert das aus Hunderten Gesprächen mit Aussteigern, Juristen, ehemaligen Funktionären und aus den Schriften, die die Organisation selbst für verbindlich hält. Paul Haggis, der ausgetreten ist und Wright den Weg in diese Innenwelt geöffnet hat, ist nicht der Held. Er ist der Zeuge, an dem sichtbar wird, wie lange jemand bleiben kann, der die Lehre schon durchschaut.
Hollywood ist bei Wright kein Schmuck, es ist der Schutzschild. Tom Cruise und John Travolta erscheinen als Kapital, das die Organisation gegen Kritik einsetzt: Wer die Kirche angreift, greift die Gesichter an, die das Publikum liebt. Zugleich zeigt das Buch, wie teuer dieser Schutz für die Prominenten selbst werden kann, wenn die Lehre in die Familie, in die Kinder, in die Verträge greift. Wright hält die Glaubenssätze aus – Thetanen, die Galaxie, die Brücke zur Freiheit –, ohne sie zu verspotten und ohne sie zu schonen. Die Pointe ist nicht, dass die Kosmologie bizarr klingt. Die Pointe ist, dass sie als Vertrag funktioniert: Wer geht, verliert Jahre, Geld, oft die Angehörigen.
Die Organisation hat das Buch mit Prozessen und Dossiers beantwortet; in Großbritannien und Kanada verzögerten sich Ausgaben. Wright hat Quellenschutz und Anwälte ausgehalten, bis ein Text stand, den man nicht mehr weglöschen konnte. Der Film bei HBO hat 2015 die Bilder nachgereicht und die Wirkung verbreitert. Kritik hat einzelne Zeugen angegriffen und die Fülle der Gespräche selten widerlegt. Das Buch bleibt, weil es Scientology nicht als Hollywood-Märchen und nicht als bloße Sekte liest, sondern als Institution mit Akten, Strafen und einem öffentlichen Gesicht, das die Akten deckt.
Einordnung
Neben Günter Wallraffs Der Aufmacher, der eine Redaktion von innen öffnet, indem er sie spielt, steht Wright als der Reporter, der Jahre lang spricht, bis die Organisation sich selbst erzählt. In den einflussreichsten investigativen Sachbüchern ist dies der Band, in dem Glaube als Vertrag erscheint. Wer Scientology nur aus dem Boulevard kennt, hat die Sea Org nicht gelesen. Wer nur die Prominenten will, unterschlägt das Loch.
Essays
Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.
Die einflussreichsten investigativen Sachbücher (Wirkungsgeschichte)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
