Ich und Kaminski
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Ich und Kaminski |
| Autor(en): | Daniel Kehlmann |
| Originaltitel: | Ich und Kaminski |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 2003 |
| Schlagwörter: | Kunstbetrieb, Biographie, Eitelkeit, Blindheit |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Suhrkamp
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| Umfang dieser Ausgabe: | 174 Seiten |
| ISBN: | 9783518456538 |
| Verweise | |
Ich und Kaminski ist der 2003 bei Suhrkamp erschienene Roman von Daniel Kehlmann, mit dem ihm der Durchbruch gelang, noch vor Die Vermessung der Welt. Ein eitler Kunsthistoriker will die Lebensgeschichte eines alten, angeblich blinden Malers schreiben und rechtzeitig zum Tod des Mannes auf den Markt bringen. Kehlmann hat daraus eine Komödie über den Kunstbetrieb gemacht: Sammler, Galeristen, die Biographie als Ware, der Biograph, der sich für die Hauptsache hält. Der Titel setzt das Ich an erste Stelle, den Maler an zweite; die Handlung kehrt das Verhältnis um. 2006 erhielt Kehlmann unter anderem für dieses Buch den Kleistpreis.
Inhalt
Sebastian Zöllner schlägt sich nach dem Studium mit Gelegenheitsarbeiten durch und wittert in Manuel Kaminski den großen Fisch. Kaminski, einst von Matisse und Picasso gefördert, wurde durch eine Ausstellung der Popkunst und die Bildunterschrift, das Bild stamme von einem Blinden, berühmt, lebt nun vergessen in den Alpen und gilt als bald tot. Zöllner plant das Buch so, dass es nicht vor dem Tod und nicht zu lange danach erscheint; das Fernsehen würde seinen Namen unter Kaminskis Biographen setzen. Er befragt Weggefährten, Feinde, Sammler und fährt endlich zum Haus in den Bergen, wo Tochter Miriam und ein Hofstaat den Alten abschirmen.
Zöllner drängt sich ein, durchwühlt Atelier und Büro, besticht die Köchin, damit er mit Kaminski allein ist. Er konfrontiert ihn mit der Nachricht, die totgeglaubte Jugendliebe Therese Lessing lebe noch und er kenne die Adresse. Kaminski will sofort zu ihr. Es folgt eine irrwitzige Autofahrt, auf der Zöllner merkt, dass der scheinbar hilflose Starrsinnige ihn durchschaut und benutzt, blind oder nicht. Zöllner gibt sein letztes Geld aus, die Freundin Elke wirft ihn aus der Wohnung, brauchbare Enthüllungen bleiben aus. Miriam sagt ihm, das maßgebliche Buch über den Vater schreibe bereits der arrivierte Hans Bahring.
Kaminski, des Kunstbetriebs längst überdrüssig, lässt sich ans Meer bringen. Zöllner wirft Diktaphon, Bänder und Notizen Seite um Seite ins Wasser. Am Strand bleibt der Alte zurück; Zöllner geht, ohne Plan, aber ohne die alte Selbstüberschätzung. Ein kurzer Abschied, ein Glückwunsch, ein Lachen. Kehlmann erzählt Zöllners Stimme so, dass der Leser die Peinlichkeit früher sieht als der Erzähler. Kaminski bleibt undurchsichtig: Genie, Scharlatan, beides, je nach Blick. Die Wirklichkeit, sagt er, ändere sich mit jedem Blick; die Perspektive sei nur ein Satz Regeln, um das Chaos in die Fläche zu sperren. Zöllner versteht den Satz als Material und merkt zu spät, dass er selbst die Fläche ist, in die man ihn gesperrt hat.
Einordnung
Kehlmann hat den Künstlerroman als Farce wiederbelebt: nicht das Leiden des Malers, sondern das Leiden des Mannes, der am Maler verdienen will. Die Kritik hörte Witz und Raffinement, einzelne Stimmen rügten Typen und Collage. Die Trivialmotive – die Fahrt, die totgeglaubte Geliebte, der Blinde, der sieht – sind das Werkzeug der Satire, nicht ihre Schwäche. 2015 hat Wolfgang Becker den Stoff mit Daniel Brühl und Jesper Christensen verfilmt; der Film macht aus der Komödie Bilder, das Buch bleibt bei der Stimme des Ich, das sich nicht riechen kann. In Kehlmanns späterem Roman F taucht Zöllner kurz wieder auf, älter, immer noch Kritiker, zu jung für die Rente, zu alt zum Umkehren.
Gegenüber der Vermessung der Welt, die aus historischen Gelehrten eine deutsche Komödie baut, ist Ich und Kaminski enger und gemeiner: die Gegenwart des Betriebs, keine Alexanderzüge. Wer das Buch für eine Lektion über wahre Kunst hält, hat Zöllner zu ernst genommen. Es geht um die Biographie als Industrie und um den Moment, in dem der Schreiber merkt, dass sein Gegenstand ihn erfunden hat. Die Suhrkamp-Taschenbuchausgabe hält den schmalen Umfang; später wanderte Kehlmann zu Rowohlt. Der erste Erfolg bleibt dieses Ich, das den Maler im Titel an die zweite Stelle setzt und am Strand begreift, dass es nicht weiß, was es tun wird – und dass genau das gut ist.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
