Ich, der Kaiser Hadrian
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Ich, der Kaiser Hadrian |
| Autor(en): | Marguerite Yourcenar |
| Originaltitel: | Mémoires d'Hadrien |
| Originalsprache: | französisch |
| Erstveröffentlichung: | 1951 |
| Schlagwörter: | Rom, Herrschaft, Antinous, Tod |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | dtv
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| Umfang dieser Ausgabe: | 352 Seiten |
| ISBN: | 9783423118002 |
| Verweise | |
Ich, der Kaiser Hadrian ist der Roman von Marguerite Yourcenar, 1951 als Mémoires d'Hadrien erschienen. Hadrian schreibt an den jungen Mark Aurel, Rechenschaft eines Sterbenden über Herrschaft, Körper, den geliebten Antinous und das Reich, das größer war als jeder Wille. Im Deutschen lief das Buch lange unter Ich zähmte die Wölfin; andere Ausgaben sagen Memoiren Hadrians. Der Seitentitel folgt der Ich-Stimme, die das Buch ist: kein Kostümstück, ein Brief.
Inhalt
Hadrian ist krank, das Herz stockt, der Arzt steht bereit. Er diktiert und schreibt, an Mark Aurel, den er nicht adoptiert hat, den er denkt. Die Jugend in Spanien, Trajan, der Feldzug, die Adoption, die dem Provinzialen das Purpur gibt: Macht kommt als Glück und als Last. Er reist mehr als er in Rom sitzt, baut, misst, gibt Städte ihren Namen, zieht die Grenze, wo der Krieg nichts mehr gewinnt. Die Philosophie ist keine Zutat; sie ist die Weise, in der ein Kaiser das Ende denkt, bevor es kommt.
Antinous, der bithynische Jüngling, wird zur Mitte des Lebens, die keine Politik erklärt. Hadrian liebt ihn, ohne die Liebe vor dem Reich rechtfertigen zu können. In Ägypten ertrinkt Antinous im Nil, Opfer oder Unfall, das Buch lässt beide Lesarten stehen. Der Kaiser gründet eine Stadt, setzt den Toten unter die Sterne, und die Trauer wird zum Staatskult, der die Würde und die Peinlichkeit derselben Geste trägt. Rom versteht den Griechenkult; es versteht den Schmerz eines alten Mannes schlechter.
Gegen Ende die Verschwörungen, der undankbare Adoptivsohn, die Wahl des Nachfolgers, der Körper, der nicht mehr gehorcht. Hadrian denkt den Selbstmord und schiebt ihn auf, nicht aus Hoffnung, aus Rest von Neugier. Der Brief kommt nicht zu einem Sinn des Reiches, nur zu einer Klarheit: dass Herrschaft Arbeit am Zufall ist, und dass der geliebte Tote unersetzlich bleibt. Yourcenar hat Jahre in Quellen verbracht; die Gelehrsamkeit trägt, ohne die Stimme zu ersticken. Wer Schlachten will, findet sie am Rand. Wer das Ich sucht, findet einen Kaiser, der sich nicht mehr belügt.
Einordnung
Yourcenar hat den historischen Roman von der Ausstattung auf die Stimme umgestellt. Die Antike spricht, als hätte sie die Zweifel des zwanzigsten Jahrhunderts gelesen, ohne Anachronismus als Witz. 1980 zog die Verfasserin als erste Frau in die Académie française ein; das Buch brauchte die Akademie nicht. Neben den Memoiren, die Herrscher rechtfertigen, steht es als Selbstgespräch, das die Rechtfertigung aufgibt.
Man hat es zum Klassiker der Schwulenliteratur und zum Lesebuch gebildeter Reisen nach Tivoli gemacht. Beides findet Sätze, beide verkürzen. Wer nur Antinous sucht, unterschlägt die Verwaltung. Wer nur den weisen Herrscher sucht, unterschlägt den Nil. Die Wölfin im älteren deutschen Titel ist Rom; Yourcenar zähmt sie nicht, sie lässt Hadrian mit ihr leben, bis der Leib aufgibt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
