Hiobs Brüder
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Hiobs Brüder |
| Autor(en): | Rebecca Gablé |
| Originaltitel: | Hiobs Brüder |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 2009 |
| Schlagwörter: | England, Bürgerkrieg, Gedächtnis, Burg |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Bastei Lübbe
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| Umfang dieser Ausgabe: | 912 Seiten |
| ISBN: | 9783404178704 |
| Verweise | |
Hiobs Brüder ist ein historischer Roman von Rebecca Gablé, 2009 im Ehrenwirth Verlag erschienen. Er spielt in England zwischen Februar 1147 und Dezember 1154, in der Spätphase jenes Bürgerkriegs, den die Engländer die Anarchie nennen: König Stephan und Kaiserin Mathilde ringen um die Krone, das Land blutet, und wer nicht zu den Kindern Gottes gezählt wird, gilt wenig. Der Titel leiht sich das biblische Hiob, ohne ein Erbauungsbuch zu werden; er meint Menschen, denen Leid in Serie widerfährt und die trotzdem einen Weg suchen. Gablé, durch ihre englischen Mittelalterromane bekannt, hat hier eine Gruppe von Ausgestoßenen in den Mittelpunkt gestellt, nicht den Hof allein. Der Band gehört zu den Helmsby-Büchern um eine burgundische Herrschaft in Yorkshire.
Inhalt
Im Februar 1147 sitzen vier Männer in einer verfallenen Inselfestung fest, weil die Welt sie nicht haben will. Simon de Clare leidet an der Fallsucht und gilt deshalb als vom Teufel berührt; Edmund hält sich für einen Märtyrerkönig; Regy hat getötet; Losian hat sein Gedächtnis verloren und führt die Gruppe dennoch, weil jemand führen muss. Ein Unwetter, in manchen Fassungen eine Sturmflut, öffnet ihnen den Weg vom Wasser aufs Festland. Sie durchstreifen Wälder, suchen Nahrung und stoßen auf den vierzehnjährigen Henry Plantagenet, den ältesten Sohn der Kaiserin Mathilde, der seine Leute verloren hat und irrt. Die Begegnung ist keine höfische Idylle: Der Junge, der später Heinrich II. heißen wird, ist hier ein Nasser im Unterholz, und die Ausgestoßenen sind seine erste Hilfe.
Die Gruppe gelangt nach Helmsby. Dort wird Losian als wiedergekehrter Burgherr begrüßt: Er heißt in Wahrheit Alan of Helmsby und diente Mathilde als Soldat, bevor die Leere in seinem Kopf ihn zum Niemand machte. Er ist das uneheliche Kind des Kronprinzen William Ætheling, der am Tag von Alans Geburt mit dem White Ship unterging; die Mutter starb im Kindbett. Alan erfährt außerdem, dass er verheiratet ist, ohne die Frau zu kennen, die auf ihn gewartet hat. Die Burg, die Vasallen, die Pflichten eines Herrn – alles steht da, und das Gedächtnis kommt nur in Brocken. Simon bleibt an seiner Seite, nicht als Diener, sondern als der, der die Fallsucht und die Treue kennt. Gablé lässt die Identität nicht als Rätsel mit Lösung fallen, sondern als Arbeit: Alan muss lernen, wer er war, ohne den zu verraten, der er in der Festung geworden ist.
Der Bürgerkrieg geht weiter. Mathilde und Stephan verbrennen das Land in wechselnden Feldzügen, Henry wächst in den Anspruch hinein, und Helmsby liegt nicht außerhalb der Geschichte. Alan kämpft, verwaltet, irrt und findet; die Frau, die ihm die Vergangenheit öffnen könnte, öffnet ihm auch eine Zukunft, die nicht nur aus vergessenen Schlachten besteht. Regy und Edmund bleiben in der Handlung, ohne zu Folklore zu werden: der Mörder und der Königswahn sind Teil derselben Welt, die Heilige und Unreine sortiert. Der Roman endet im Dezember 1154, als der Streit um die Krone zugunsten Henrys entschieden ist. Was bleibt, ist keine Krönungsfeier als Lohn, sondern die Frage, ob ein Mann, dem man Name, Burg und Frau zurückgibt, damit auch das Leid loswird, das ihn zu Hiobs Bruder gemacht hat.
Einordnung
Gablé schreibt das englische zwölfte Jahrhundert als lesbaren Geschichtsraum: Könige, Bastarde, Burgen, der Untergang des White Ship, die Anarchie. Sie hat Mediävistik studiert und lässt das Wissen in Dialoge und Wege einfließen, ohne den Roman in ein Lehrbuch zu drehen. Gegenüber den Kathedralen von Die Säulen der Erde ist Helmsby kleiner, die Figuren näher am Ausschluss als am Bau. Der biblische Hiob, den Joseph Roth in Hiob als Leidensgeschichte eines Juden in der Moderne erzählt hat, steht hier als Namensgeber für christliche Ausgestoßene einer Insel: Fallsucht, Mord, Gedächtnisverlust, Königswahn. Die Popularität des Bandes speist sich aus der Gruppe, die füreinander einsteht, und aus der Wiederkehr eines Namens, den man für verloren hielt.
Die Kritik an solchen Mittelalterromanen trifft auch diesen: Länge, Wiederholung, das Glück, das sich am Ende doch einrichten will. Gablé hält dagegen die Härte der Anarchie und die Demütigung, nicht zu den Kindern Gottes zu zählen. Wer das Buch nur als Burgabenteuer liest, übersieht Simon, der mit jedem Anfall neu verurteilt wird. Die Taschenbuchausgabe bei Lübbe hat den Band unter Leser gebracht, die Geschichtsatlanten nicht aufschlagen; sie ändert nichts daran, dass 1154 ein politisches Datum ist. Alan of Helmsby bleibt eine Erfindung, Henry Plantagenet nicht. Dazwischen liegt der Roman: die Behauptung, dass auch die, die man auf eine Insel sperrt, eine Geschichte haben, die das Königreich braucht.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
