Herzog
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Herzog |
| Autor(en): | Saul Bellow |
| Originaltitel: | Herzog |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1964 |
| Schlagwörter: | Brief, Chicago, Intellekt, Kränkung |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Kiepenheuer & Witsch
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| Umfang dieser Ausgabe: | 416 Seiten |
| ISBN: | 9783462401233 |
| Verweise | |
Herzog ist der Roman von Saul Bellow, 1964 erschienen, 1976 einer der Gründe des Nobelpreises. Moses Herzog, Literaturwissenschaftler in den Vierzigern, schreibt Briefe an Tote und Lebende, an Nietzsche, an Eisenhower, an die Exfrau, und sendet die meisten nicht ab. Chicago und das Haus in Ludeyville, die Kränkung der zweiten Ehe, der Witz, der boshaft bleibt: Bellow hat den redenden Intellektuellen amerikanisch gemacht. Der Titel ist der Name, kein Fürstentum.
Inhalt
Herzog zerlegt nach der Scheidung von Madeleine. Sie hat ihn mit dem Freund Valentine Gersbach betrogen, dem Mann mit dem Holzbein und der Wärme, die Herzog selbst nicht hatte. Er pendelt zwischen New York, Chicago, dem verfallenden Landhaus, sieht die Tochter June, trägt einen Revolver, den er nicht braucht, und denkt gegen die Demütigung an. Die Briefe sind das Buch: an Philosophen, an Politiker, an die Toten der Familie, an Gott. Sie sind nicht Schmuck, sie sind die Form, in der ein Mann die Welt erklärt, während sie ihn verlässt.
Die Rückblicke führen in die jüdische Einwandererfamilie, zu den Frauen, zu den Lehrstühlen, auf denen Herzog glänzte und scheiterte. Bellow hält die hohe Sprache und den Straßenscherz in einem Satz. Chicago ist keine Kulisse; es schlägt zu. Herzog will Madeleine und Gersbach stellen und landet bei der Tochter, beim Gericht, bei der Einsicht, dass Rache ihn nicht größer macht. Die Geliebte Ramona bietet Ordnung und Bett; er nimmt und lässt, unfähig, sich festzulegen, fähig, zu formulieren.
Am Ende liegt er im Haus in Ludeyville, die Briefe verstummen, ein Frieden, der keine Lösung ist. Er hat aufgehört zu schreiben, nicht zu denken. Wer nur den komischen Intellektuellen sucht, unterschlägt June. Wer nur die Kränkung sucht, unterschlägt den Witz, ohne den Herzog unerträglich wäre. Der Roman schließt, bevor ein neues Leben beginnt; das Ausbleiben ist die Pointe.
Einordnung
Bellow hat den Gedankenstrom nicht als Technik allein, sondern als Charakter geschrieben: der Mann, der sich rettet, indem er formuliert, und daran scheitert. Neben Philip Roth steht er als der Ältere dieser urbanen jüdischen Prosa, die Bildung als Waffe und Last führt. Der Nobelpreis hat den Humanisten festgemacht; die Bücher sind unruhiger.
Man hat Herzog zum Vertreter einer Generation gemacht. Er ist genauer: ein einzelner, der Briefe an die Welt schreibt und die Briefmarke spart. Wer nur den Intellektualismus sucht, unterschlägt Chicago. Wer nur Chicago sucht, unterschlägt die Toten, denen er schreibt. KiWi und Taschenbuchhäuser haben den Text gehalten; der Name im Titel bleibt unübersetzt, weil er ein Mensch ist, kein Begriff.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
