Herren der Finanzen
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Herren der Finanzen |
| Autor(en): | Liaquat Ahamed |
| Originaltitel: | Lords of Finance. The Bankers Who Broke the World |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 2009 |
| Schlagwörter: | Goldstandard, Zentralbank, Krise, Reparatur |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Geschichte |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | FinanzBuch
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| Umfang dieser Ausgabe: | 672 Seiten |
| ISBN: | 9783898795784 |
| Verweise | |
Herren der Finanzen (englisch Lords of Finance; deutsch bei FinanzBuch als Die Herren des Geldes) ist das 2009 bei Penguin Press erschienene Geschichtsbuch von Liaquat Ahamed über die vier Zentralbankleiter, deren Politik nach dem Ersten Weltkrieg in die Weltwirtschaftskrise mündete. Erzählt wird durch die Lebensläufe von Benjamin Strong an der New Yorker Notenbank, Montagu Norman an der Bank of England, Émile Moreau an der Banque de France und Hjalmar Schacht an der Reichsbank. Das Buch kam mitten in der Finanzkrise von 2008 heraus und wurde 2010 mit dem Pulitzerpreis für Geschichte ausgezeichnet. Die deutsche Ausgabe von 2010 hat den erzählerischen Atem bewahrt. Ahamed, früher bei der Weltbank und als Vermögensverwalter tätig, fand den Stoff, als er 1999 eine Titelgeschichte des Nachrichtenmagazins Time über Alan Greenspan, Robert Rubin und Lawrence Summers las.
Inhalt
Ahamed schreibt gegen die Vorstellung, die Katastrophe der dreißiger Jahre sei ein Naturereignis oder die Schuld eines einzelnen Schurken gewesen. Die vier Männer galten als die klügsten Köpfe ihrer Zunft; gerade ihre Orthodoxie – die feste Überzeugung, eine solide Geldpolitik drehe sich um den Goldstandard – wurde zur Zwangsjacke. Immer wieder hoben sie die Zinsen, um schwindende Goldvorräte zu halten, obwohl die Wirtschaft niedrigere Zinsen gebraucht hätte. Norman erscheint als glühendster Goldgläubiger, Strong als der praktischste, Moreau als der auf französische Goldreserven erpichte Hüter, Schacht als der brillante und eitle Reichsbankpräsident. Die Reparationen des Pariser Friedens, die Deutschland zahlen sollte, und die Kriegsschulden Großbritanniens und Frankreichs an die Vereinigten Staaten bilden das schwere Los, das sie nicht gerecht verteilen konnten.
Die Behauptung entfaltet sich an Entscheidungen, die klein wirken und groß wirken: Zinssätze, Goldbewegungen, der Börsenkrach von 1929, das öffentliche Herdenverhalten, das Ahamed als kaum aufzuhalten schildert. Immer wieder tritt John Maynard Keynes als Kritiker auf, der viele Maßnahmen der Zentralbankchefs schon zeitgenössisch verwarf. Die persönliche Eitelkeit, die Rivalität und die Unfähigkeit, nationale Pflicht und Weltwirtschaft zusammenzudenken, treiben die Erzählung. Ahamed urteilt deutlich – der Reparationsplan sei ein großer Fehler gewesen –, besteht aber darauf, dass selbst die raffiniertesten Nationalökonomen der Zeit die Katastrophe nicht genau vorhersagen, geschweige denn abwenden konnten. Die Schuld, schreibt er, lasse sich nicht einfach zuweisen.
Unsicher wird das Buch, wo die packende Lebensgeschichte die Struktur ersetzt. Die New Left Review nannte es eine Apologie der heutigen Herren des Geldes: Indem es das Quartett der zwanziger Jahre verdammt, unterstreiche es die Weisheit des Trios der neunziger Jahre und ihrer Nachfolger nach 2008. Ahamed weiß, dass er Charaktere braucht, damit Zinssätze lesbar bleiben, und beharrt darauf, dass Institutionen von Menschen mit Vorurteilen gemacht werden. Der Ton ist der der angelsächsischen Erzählung, nicht der der Theorie. Ben Bernanke empfahl der Untersuchungskommission zur Krise von 2008 als einziges Buch genau dieses; das Kompliment bestätigt die Nähe zur Sicht der Notenbanken so sehr wie die Qualität der Darstellung.
Einordnung
Joe Nocera nannte den Band in der New York Times eine Erzählung von ungeheurem Umfang; Robert Peston in der Sunday Times eine fesselnde Geschichte stümperhafter, gequälter Bankiers. Neben den Preisen – Pulitzer, Arthur Ross, Finanzbuch des Jahres – steht die zeitliche Koinzidenz: Wer 2009 über Gold, Zinsen und Ansteckung las, las über die eigene Gegenwart. Nachbarschaft hat das Buch zu Keynes’ Kritik der Friedensverträge und zu späteren Krisengeschichten, die nach 2008 den Vergleich mit 1929 suchten. Die deutsche Ausgabe im FinanzBuch Verlag hat den Stoff in ein Publikum getragen, das Zentralbanken sonst aus Kommentaren kennt.
Geblieben ist die Warnung, dass eine als Naturgesetz behandelte Geldlehre Länder in den Abgrund führen kann, auch wenn ihre Hüter als Retter gelten. Die vier Leben machen sichtbar, was Bilanzen verbergen: dass Weltwirtschaft von Ehrgeiz, Angst und Loyalität zu den eigenen Goldkammern abhängt. Die Analogie zu 2008 trägt so weit, wie man die Unterschiede der Institutionen nicht unterschlägt; gerade darin liegt der Streit um das Buch, nicht in der Frage, ob Norman, Strong, Moreau und Schacht die Bühne der Jahre 1914 bis 1933 beherrscht haben.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
