Herr Sonneborn geht nach Brüssel
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Herr Sonneborn geht nach Brüssel |
| Autor(en): | Martin Sonneborn
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| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 2019 |
| Schlagwörter: | Europa, Parlament, Satire, Diäten |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Politik |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Kiepenheuer & Witsch
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| Umfang dieser Ausgabe: | 432 Seiten |
| ISBN: | 9783462052619 |
| Verweise | |
Herr Sonneborn geht nach Brüssel. Abenteuer im Europaparlament ist das 2019 bei Kiepenheuer & Witsch erschienene Buch des Satirikers Martin Sonneborn über seine erste Wahlperiode als Abgeordneter im Europäischen Parlament von 2014 bis 2019. Sonneborn, Chefredakteur der Titanic und Gründer der Partei Die PARTEI, war unerwartet gewählt worden und beschloss, da er schon da sei, herauszufinden, wie Europa funktioniert. Das Buch stand auf Platz zwei der Spiegel-Liste. 2024 folgte die Fortsetzung Herr Sonneborn bleibt in Brüssel. Sebastian Wolfrum empfahl in der Badischen Zeitung, man solle es lesen, es sei sehr gut.
Inhalt
Sonneborn schreibt gegen die feierliche Rede von Europa und gegen die Behauptung, Satire gehöre nicht ins Parlament. Der Hauptteil gliedert sich in fünf Kapitel, jedes ein Jahr der Legislatur. Das erste, überschrieben mit dem Satz, er selbst trinke Champagner, beginnt mit einer gründlichen Darstellung der Grundsätze zur Vergütung der Abgeordneten. Diäten, Zulagen, der Abstand zwischen Anspruch und Alltag: Die Komik sitzt auf der Akte. Das zweite Jahr gilt dem Vorwurf, sie seien faul und frech. Das dritte fliegt weiter, das vierte wünscht, der ADAC oder die Bischofskonferenz würden sich um Dinge kümmern, das fünfte verlangt mehr Maulbeerschnaps. Dazwischen liegen der britische Austritt, Datenschutz, die Katalonienkrise, die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten und zu Russland und die Frage der Erweiterung.
Die Behauptung entfaltet sich an der Klassenfahrt für Erwachsene: Europäer mit vierundzwanzig Muttersprachen, die sich nicht kennen und gemeinsam Politik machen sollen. Sonneborn bleibt, meistens, sachlich und beschreibt den Irrsinn des Betriebs, ohne die Idee der Einigung für nichtig zu erklären. Es bleibt Platz für Kritik und Provokation. Wolfgang Tischer schrieb, wer wissen wolle, wie parlamentarische Demokratie auf europäischer Ebene in der Praxis wirklich funktioniere und ob man das so nennen könne, müsse dieses Buch lesen. Der Witz ist der der Titanic: Übertreibung am Detail, das stimmt. Martin Schulz soll Sonneborn einen netten, komischen Mann genannt haben; das Kompliment aus der Sozialdemokratie ändert nichts am Befund, dass das Parlament ein Ort der Verfahren, der Sprachen und der Zulagen ist.
Unsicher wird das Buch, wo die Pose des naiven Beobachters die eigene Mitwirkung verdeckt. Sonneborn ist Abgeordneter, nicht nur Reporter; die Satire schützt vor Verantwortung, wo sie nur den Betrieb vorführt. Gegner haben den Text als Albernheit abgetan, Freunde als politische Bildungsarbeit gelobt. Er weiß, dass er unterhält, und beharrt darauf, dass Lachen ein Werkzeug der Aufklärung über Institutionen ist. Der Ton ist der des Chefredakteurs im Plenarsaal, nicht der des Staatsrechtslehrers. Die Grenze, die er zieht – Durchschaubarkeit der Diäten, Durchschaubarkeit der Rituale –, ist eine satirische Ethik, keine Reformakte.
Einordnung
Als Parlamentarierbericht eines Satirikers steht das Buch neben älteren Abgeordnetenbüchern, die den Betrieb ernst oder eitel schilderten, und neben der Titanic, aus der Sonneborn kommt. Nachbarschaft hat es zu anderen populären Europabüchern, die Brüssel entweder verteidigen oder als Moloch malen; Sonneborn tut beides, indem er die Kulisse zeigt. Die Fortsetzung von 2024 bestätigt, dass das Verfahren weitergeht und der Beobachter geblieben ist. Stern und andere Blätter haben den Bildungswert neben dem Witz genannt.
Geblieben ist die Auskunft, dass man Europa nicht versteht, wenn man nur die Sonntagsreden kennt. Wer nach 2019 über das Europäische Parlament, Diäten und die Komik der Vielsprachigkeit spricht, hat in diesem Band ein Protokoll, das die Akte nicht ersetzt und die feierliche Lüge erschwert. Die KiWi-Ausgabe hat die erste Legislatur zur Lektüre gemacht; die zweite Legislatur hat das Buch nicht erledigt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
