Herr Lehmann
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Herr Lehmann |
| Autor(en): | Sven Regener |
| Originaltitel: | Herr Lehmann |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 2001 |
| Schlagwörter: | Kreuzberg, Kneipe, Mauer, Trägheit |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Goldmann
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| Umfang dieser Ausgabe: | 288 Seiten |
| ISBN: | 9783442453306 |
| Verweise | |
Herr Lehmann ist das Romandebüt von Sven Regener, 2001 bei Eichborn erschienen, später als Taschenbuch bei Goldmann. Ein Kreuzberger Barmann treibt sich im Sommer und Herbst 1989 durch Kneipen, bis die Mauer fällt und er gerade dreißig geworden ist. Regener, Sänger von Element of Crime, hat Dialoge geschrieben, die das Literarische Quartett 2001 zwischen Gelächter und Abwehr teilten; Marcel Reich-Ranicki nannte den Anfang Geschwätz und lachte danach schallend. Der Band wurde der Auftakt einer Reihe, die Lehmanns Leben rückwärts nach Bremen und vorwärts in die Nachwendezeit erzählt. Leander Haußmann verfilmte ihn 2003 mit Christian Ulmen.
Inhalt
Frank Lehmann, von allen nur Herr Lehmann genannt, geht an einem Sonntagmorgen betrunken nach Hause und begegnet einem Hund, der ihm den Weg versperrt. Er tränkt das Tier mit Whiskey und entkommt einer Streife. Die Mutter aus Bremen weckt ihn: Die Eltern kündigen den ersten Besuch in Berlin an. In der Markthalle trifft er Karl, bestellt zu früh ein Bratenstück und gerät mit der Köchin Katrin in Streit, aus dem am selben Tag, nach dem Prinzenbad und der Kneipe Einfall, eine Zuneigung wird. Karl arrangiert einen gemeinsamen Kinoabend, weil Lehmann nicht um eine Verabredung bitten kann; Katrin und Lehmann verbringen die Nacht miteinander.
Die Eltern logiert er ins Hotel und führt sie in die Markthalle, wo er ihnen vormacht, er sei Geschäftsführer. Sie bitten ihn, einer Cousine in Ost-Berlin Geld zu bringen. Vor der Fahrt findet er Karl inmitten zerstörter Arbeiten für die erste Ausstellung; Lehmann übernimmt dessen Schicht. Am Zoll scheitert der Gang in den Osten. Im Imbiss sitzt Katrin neben einem anderen Mann; der Streit danach beendet die kurze Bindung. Karl bricht zusammen, Lehmann bringt ihn ins Krankenhaus. An seinem dreißigsten Geburtstag säuft er sich allein durch das Viertel.
Am 9. November 1989 sagt jemand am Tresen, die Mauer sei offen. Lehmann geht zum nächsten Übergang und sieht zu. Der Roman bricht ab, bevor die Stadt eine andere wird: Gerade noch war alles so schön ereignislos. Die Dialoge tragen die Handlung; große Gefühle kommen als Nörgelei, Schweinebraten und »Ach du Scheiße«. Lehmann liebt die Trägheit als Lebensform und merkt zu spät, dass Eltern, Liebe und Geschichte sich nicht abweisen lassen wie ein Hund. Kreuzberg bleibt bis zur letzten Seite SO 36, ein Viertel, das die Weltnachricht erst glaubt, wenn sie am Tresen steht.
Einordnung
Regener hat den Wenderoman von Westen her geschrieben, ohne die DDR zu erklären: Sie kommt als Geldkuvert und als Zoll vor, nicht als Thema. Tilman Spreckelsen nannte das in der FAZ den Grund der Überzeugungskraft. Iris Radisch warf dem Buch vor, aus der Idylle von SO 36 weder örtlich noch geistig herauszukommen. Die Kritik an der Belanglosigkeit trifft den Vorsatz: Lehmann will belanglos bleiben, und 1989 macht das zur Komödie. Gegen Faserland ist die Leere hier wärmer, kneipengebundener, weniger markensüchtig; gegen Kruso fehlt jede Insel der anderen Seite.
Haußmanns Film, Buch von Regener, erhielt den Deutschen Filmpreis für das Drehbuch; Ulmen prägte das Gesicht der Figur, bis Lehmann für viele Zuschauer dessen Gang und dessen Blick war. Die späteren Bände – Neue Vahr Süd, Der kleine Bruder, Wiener Straße – füllen die Vorgeschichte, Magical Mystery folgt Karl. Herr Lehmann bleibt das Buch, in dem ein Mann dreißig wird, während ein Staat verschwindet, und beides für denselben Satz reicht. Der Hund am Anfang ist kein Scherz: Schon dort geht die Welt nicht aus dem Weg.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
