Heimsuchung
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Heimsuchung |
| Autor(en): | Jenny Erpenbeck |
| Originaltitel: | Heimsuchung |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 2008 |
| Schlagwörter: | Haus, See, Jahrhundert, Vertreibung |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | btb
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| Umfang dieser Ausgabe: | 191 Seiten |
| ISBN: | 9783442738014 |
| Verweise | |
Heimsuchung ist der Roman von Jenny Erpenbeck, 2008 bei Knaus erschienen, seither als Taschenbuch bei btb. Ein Haus am märkischen See, Kapitel als Bewohner durch das zwanzigste Jahrhundert: Kaiserreich, Juden, Krieg, DDR, Nachwende. Vor Kairos und Gehen, ging, gegangen das Buch, in dem Zeit in Räume gelegt wird, die länger dauern als die Staaten.
Inhalt
Der See, der Steg, das Grundstück, der Architekt, der baut. Dann die, die kommen und gehen: ein Tuchfabrikant, die jüdischen Nachbarn, die verschwinden, Soldaten, ein Paar in der DDR, das den See als Glück nimmt und als Grenze kennt, Erben nach 1989, die das Haus nicht mehr verstehen. Erpenbeck gibt jedem Kapitel eine Stimme oder eine Lage, ohne Familienroman mit Stammbaum zu werden. Das Haus ist die Hauptfigur, die Menschen sind Heimsuchung.
Die Shoah sitzt als Lücke: die Nachbarn, die nicht zurückkehren. Die DDR sitzt als Besitz, der keiner war, und als Intimität am Wasser. Die Wende sitzt als Juristerei der Grundbücher. Erpenbeck erzählt knapp, feierlich ohne Pathos, mit Wiederholungen des Ortes – derselbe Steg, anderes Jahrhundert. Wer Handlung als Verwicklung sucht, findet Schichtungen. Der Garten, das Schilf, der Eiswinter kehren, als wäre Natur das Gedächtnis, das die Akten nicht haben.
Am Ende das Haus, das bleibt und nicht bleibt. Erpenbeck hat Vertreibung nicht als eine Geschichte erzählt, sondern als Wiederholung an derselben Adresse. Brandenburg ist nicht Kulisse der Hauptstadt. Es ist der Ort, an dem Deutschland im Kleinen durchlaufen werden kann, ohne Lehrbuch. Knaus druckte; btb trägt den schmalen Roman. Wer nur den Booker für Kairos kennt, findet hier das Verfahren schon: Zeit, die in Wänden sitzt.
Einordnung
Erpenbeck hat 2008 den deutschen Jahrhundertroman auf ein Grundstück gelegt und damit eine Form gefunden, die sie seither variiert. Gegen die großen Gesellschaftsgemälde steht die Enge am See, die mehr Jahrhundert fasst. Neben Unterleuten – Dorf der Gegenwart – steht Heimsuchung als die längere Dauer desselben Brandenburg. Wer nach diesem Band über Haus, Vertreibung und Ostdeutschland spricht, hat diesen Steg im Raum. Nach Heimsuchung ist Erpenbecks Werk die Behauptung, dass Staaten vergehen und Ufer bleiben – und dass Bleiben keine Idylle ist.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
