Glück und Wohlwollen

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Glück und Wohlwollen
Autor(en): Robert Spaemann
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Klett-Cotta
Serie:
Erscheinungsjahr: 1989
Seitenanzahl: 254 Seiten
Originaltitel: -
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3608915567
ISBN-13/

EAN-Code:

9783608915563
Schlagwörter: Glück, Person, Ethik, Teleologie
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Rezensionen
Umschlag

Glück und Wohlwollen. Versuch über Ethik ist die 1989 bei Klett-Cotta erschienene Untersuchung von Robert Spaemann. Sie denkt das gute Leben gegen die Moral, die nur Folgen addiert: Glück als Gelingen einer Natur, Wohlwollen als Blick, der den anderen nicht verrechnet.

Inhalt

Spaemann holt die Ethik aus der Maximierung zurück in die Teleologie. Glück ist nicht die Summe angenehmer Zustände, sondern das Gelingen dessen, was ein Lebewesen seiner Natur nach ist. Wohlwollen ist die Haltung, den anderen um seiner selbst willen zu wollen, nicht als Mittel und nicht als Posten in einer Rechnung. Gegen den Utilitarismus setzt er die Person, die sich nicht opfern lässt, weil das Ganze es verlangt; gegen Kant, der Pflicht ohne Glück will, setzt er eudaimonia, ohne die Moral zur bloßen Regel wird. Das Buch ist metaphysisch, katholisch im Hintergrund, argumentierend im Ton: Natur ist hier kein Biologismus, sondern die Form, an der sich Gelingen messen lässt. Wer nur Präferenzen kennt, hat den Menschen übersprungen, der Präferenzen hat.

Die Gefahr ist die Theologie im Gewand der Philosophie: Natur kann so gesprochen werden, dass sie kirchliche Verbote trägt. Spaemann kennt den Vorwurf und hält an der Person fest, weil ohne sie Bioethik nur Verfahren bleibt. Kritik hat die Natur für zu starr, das Glück für zu antik, die Moderne für zu verdächtig gehalten. Die Stärke ist die Umkehrung: nicht die Folgen rechtfertigen die Person, die Person begrenzt die Folgen. Wer nach Spaemann nur Lebensschutz sagt, hat Wohlwollen übersprungen. Wer nur Wohlwollen kennt, unterschlägt die teleologische Behauptung, dass es ein Gelingen gibt, das keine Epoche erfindet.

Die Wirkung liegt in der praktischen Philosophie, in den Debatten um Embryo, Sterbehilfe, ökologische Grenzen, in einer Konservativen, die hier nicht Kulturkreis meint, sondern Maß. Ritter hatte Hegel und die bürgerliche Gesellschaft; Spaemann die Ethik, die diese Gesellschaft nicht zur letzten Instanz macht. Wer nur die Ritter-Schule kennt, hat 1989 nicht gelesen.

Einordnung

Ohne dieses Buch bleibt der deutsche Konservatismus nach Ritter eine Hegel-Lektüre ohne Ethik der Person. In Konservative Werke des 20. Jahrhunderts steht es am Ende der Reihe, die Institution und Naturrecht dachte, bevor Huntington Kulturen teilte. MacIntyres Der Verlust der Tugend bleibt Nachbarschaft; Spaemann setzt das Glück gegen die Rechnung. Wer nur die angloamerikanische Tugendethik kennt, hat 1989 nicht gelesen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.