Geschichte meiner Flucht

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Geschichte meiner Flucht
Autor(en): Giacomo Casanova
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: C. H. Beck
Serie:
Erscheinungsjahr: 1788
Seitenanzahl: 176 Seiten
Originaltitel: Histoire de ma fuite des prisons de la République de Venise qu’on appelle les Plombs
Originalsprache: französisch
ISBN-10: 3406633307
ISBN-13/

EAN-Code:

9783406633300
Schlagwörter: Venedig, Gefängnis, Ausbruch, Bleikammern
Sachgebiete: Bericht
Rezensionen
Umschlag

Geschichte meiner Flucht aus den Gefängnissen der Republik von Venedig, die man die Bleikammern nennt ist kein Roman, sondern der Bericht von Giacomo Casanova, 1788 in Leipzig auf Französisch erschienen, geschrieben 1787 auf Schloss Dux in Böhmen. Der dreißigjährige Venezianer, der sich Chevalier de Seingalt nannte, erzählt den Ausbruch aus den Piombi im Dach des Dogenpalastes in der Nacht zum 1. November 1756. Die Flucht machte ihn berühmt, dreißig Jahre vor dem Druck; viele zweifelten an der Fassung. Heute bestätigen Akten Einzelheiten. Die greifbare deutsche Ausgabe bei C. H. Beck trägt den Titel Meine Flucht aus den Bleikammern von Venedig. Casanova hat denselben Stoff später in die Memoiren Geschichte meines Lebens genommen.

Inhalt

In den frühen Stunden des 26. Juli 1755 holt der Capitan Grande Matteo Varutti Casanova in den Palast. Die Gründe bleiben im Buch und in der Forschung strittig: Gotteslästerung, verbotene Bücher, Freimaurerei, Umgang mit Ausländern. Die Bleikammern, sieben Zellen unter dem bleiernen Dach, gelten als ausbruchsicher: im Winter eisig, im Sommer ein Ofen, ohne dass der Rat der Zehn Erklärungen schuldet. Casanova beginnt sogleich zu planen. Ein erstes Loch in der Decke nützt nichts, weil man ihn vorher verlegt. Er beschafft Eisen, verbirgt es, wartet.

Im zweiten Anlauf steigt er mit dem Somaskerpater Marino Balbi, dem Mitgefangenen, durch die Decke auf den Dachboden, dann auf das Dach selbst. Durch ein Fenster lassen sie sich in einen anderen Trakt des Palastes hinab. Casanova trägt noch die elegante Kleidung der Verhaftung; die Wache öffnet einen Haupteingang, als gehöre der Herr ins Haus. Eine Gondel bringt die beiden nach Mestre aufs Festland. Über Trient, Bozen und München erreicht Casanova im Januar 1757 Paris. Balbi ist Werkzeug und Gefahr; die Flucht ist Arbeit, Geduld, Kühnheit, nicht bloß Glück.

Casanova erzählt Orte, Wärter, Hitze, das Gewicht des Eisens, die Demütigung und die Eitelkeit, mit der er die Geschichte später in Salons vorträgt. Die Ich-Form ist die des Abenteurers, der sich rechtfertigt und bewundert. Dokumente stützen Verhaftung, Zellen, den Weg über das Dach; was er auslässt oder schmückt, bleibt sein Privileg. Nach achtzehn Jahren Verbannung darf er 1774 nach Venedig zurück. Die Niederschrift in Dux, wo er als Bibliothekar endet, ist die Fassung eines alten Mannes, der die Nacht von Allerheiligen zur Gründungsszene seines Ruhms macht.

Einordnung

Der Bericht steht vor den großen Memoiren und hat sie vorbereitet: dieselbe Stimme, kürzer, auf eine Nacht und die Monate danach konzentriert. Zeitgenossen hörten die Geschichte in Paris, wo Casanova Lotterie, Spitzen und Ringe zur Schau trug und unerträglich war, sobald er nicht von den Piombi sprach. Die Aufklärung las einen Sieg über Willkür; die Romantik einen Selbsthelfer. Ulrich Friedrich Müller und Kristian Wachinger haben den französischen Satz ins Deutsche einer Klappenbroschur geholt, ohne den Ton der Prahlerei zu tilgen.

Als Roman gilt das Buch nicht, auch wenn es wie einer vorankommt. Es ist kulturgeschichtliche Quelle und Selbstinszenierung, beides in einem Atemzug. Wer Casanova nur als Verführer kennt, findet hier den Häftling, der ein Dach zum Weg macht. Beck hält die 176 Seiten, die man an einem Abend liest und neben den zwölf Bänden des Lebens als den Kern behält. Die Bleikammern sind seither ein europäisches Bild der Staatsgewalt unter Blei; Casanova hat sie verlassen und dafür gesorgt, dass man den Ausgang mit seinem Namen erzählt, als wäre er der einzige, der je herauskam.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.