Gemeinschaft und Gesellschaft

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Gemeinschaft und Gesellschaft
Autor(en): Ferdinand Tönnies
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Wissenschaftliche Buchgesellschaft
Serie:
Erscheinungsjahr: 1887
Seitenanzahl: 271 Seiten
Originaltitel: -
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3534051807
ISBN-13/

EAN-Code:

9783534051809
Schlagwörter: Gemeinschaft, Gesellschaft, Wille, Moderne
Sachgebiete: Sachbuch, Soziologie
Rezensionen
Umschlag

Gemeinschaft und Gesellschaft. Grundbegriffe der reinen Soziologie ist das 1887 erschienene Hauptwerk von Ferdinand Tönnies. Es ist das erste Buch, das sich in Deutschland soziologisch nannte – und das Begriffspaar lieferte, an dem das Fach seither hängt.

Inhalt

Tönnies unterscheidet zwei Formen des Zusammenlebens und zwei Willen. Der Wesenwille schafft Gemeinschaft: Familie, Dorf, Zunft, die Bindung, in der Zweck und Mittel noch eins sind, Gewohnheit, Gefühl, Tradition. Der Kürwille schafft Gesellschaft: Vertrag, Markt, Stadt, das Handeln, das Mittel dem Zweck unterwirft und den anderen als Mittel nimmt.

Beides sind Typen, keine Epochenmärchen. Man kann sie an jeder Gruppe messen. Zugleich beschreiben sie eine historische Drift: von der ständischen, nähegebundenen Ordnung in die kapitalistische, in der Gesellschaft die Gemeinschaft überwuchert. Der Untertitel der Erstauflage sprach noch von Kommunismus und Sozialismus als Kulturformen; die späteren Auflagen wählten den kühleren Titel der reinen Soziologie.

Der Ton ist der des Systems, dicht, ohne Feuilleton. Tönnies klagt nicht einfach der Moderne die Anklage. Er konstruiert, und die Konstruktion hat konservative Leser ebenso gefunden wie sozialistische. Die Mutterliebe als Wesenwille, der Handel als Kürwille: Das sind Beispiele, keine Idylle.

Einordnung

Max Weber hat aus den Substantiven Verben gemacht: Vergemeinschaftung, Vergesellschaftung – Prozess statt Wesen. Émile Durkheims Arbeitsteilung liest sich streckenweise wie eine französische Nacherzählung. Das Wort Gemeinschaft ist seither politisch verbraucht worden, von der Jugendbewegung bis zum völkischen Missbrauch. Wer Tönnies nur als Nostalgiker des Dorfes liest, unterschlägt die Kälte der Typen. Wer nur die Typen rettet, unterschlägt, dass er die Drift zur Gesellschaft für unumkehrbar hielt – und sie nicht feierte.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.