Gefährliche Verwandtschaft
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Gefährliche Verwandtschaft |
| Autor(en): | Zafer Şenocak |
| Originaltitel: | Gefährliche Verwandtschaft |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1998 |
| Schlagwörter: | Enkel, Tagebuch, Herkunft, Berlin |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | dtv
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| Umfang dieser Ausgabe: | 156 Seiten |
| ISBN: | 9783423127875 |
| Verweise | |
Gefährliche Verwandtschaft ist der Roman von Zafer Şenocak, 1998 bei Babel erschienen, seither bei dtv. Sascha Muhteschem, Schriftsteller in Berlin, deutsch-jüdisch-türkisch im Stammbaum, erbt Tagebücher und eine Geschichte, die den Enkel nicht entlastet. Kein Versöhnungsbuch. Verwandtschaft als Gefahr.
Inhalt
Sascha lebt in der Stadt, schreibt, liebt, und stößt auf die Papiere des türkischen Großvaters, Offizier, Jungtürke, beteiligt an dem, was später Völkermord heißt und im Familiengedächtnis Schweigen war. Der andere Großvater: Wehrmacht, deutsches Schweigen anderer Art. Şenocak verschränkt die Erbschaften, ohne sie symmetrisch zu machen. Berlin nach 1989 ist der Ort, an dem Sascha das Recht auf Unversöhntheit behält.
Die Tagebücher geben keine Beichte, die den Enkel reinwäscht. Sascha wird nicht zum besseren Deutschen, indem er den türkischen Großvater anklagt, und nicht zum Brückenbauer, indem er beide Schweigen addiert. Der Roman ist schmal, essayistisch in den Einschüben, erzählerisch in den Szenen mit Frauen, mit dem Vater, mit der Stadt. Wer Dialog der Kulturen bestellt, bekommt Erbschaft, die nicht aufgeht.
Babel war ein kleines Haus; dtv hat den Text gehalten. Şenocak hat denselben Streit in Essays öffentlich geführt. Das Buch bleibt die fiktionale Probe: Was tun mit Großvätern, die Täter waren oder dabei, in zwei Staaten. Sascha schreibt, und das Schreiben ist keine Erlösung. Die gefährliche Verwandtschaft ist die, die man nicht aussuchen kann und nicht loswird, indem man sich für eine Seite der Familie entscheidet.
Einordnung
Şenocak hat den Familienroman der Migration gegen die Erwartung der neunziger Jahre geschrieben. Gegen Emine Sevgi Özdamars Kindheitsstrom steht dieser kühlere, polemischere Enkel. dtv trägt die Taschenbuchausgabe. Wer nur den Vermittler Şenocak will, hat Saschas Akte nicht gelesen. Nach der Gefährlichen Verwandtschaft ist türkisch-deutsche Literatur auch die Weigerung, Herkunft zur Brücke zu machen – und die Pflicht, zwei Gedächtnisse zu halten, die sich nicht trösten.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
