Garp und wie er die Welt sah

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John Irving · 1978 · Roman
Das Werk
Deutscher Titel: Garp und wie er die Welt sah
Autor(en): John Irving
Originaltitel: The World According to Garp
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1978
Schlagwörter: Schriftsteller, Familie, Gewalt, Neuengland
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Rowohlt


Umfang dieser Ausgabe: 704 Seiten
ISBN: 9783499014499
Verweise
Umschlag

Garp und wie er die Welt sah ist der 1978 erschienene Roman von John Irving, im Original The World According to Garp. Eine Krankenschwester will ein Kind und keinen Mann, zeugt den Sohn mit einem hirnverletzten Soldaten und wird zur Stimme der Frauenbewegung; der Sohn wird Schriftsteller, Ringer, Ehemann und fällt einem Attentat zum Opfer. Irving hat Komik und Verstümmelung so ineinandergelegt, dass das Lachen nicht vor der Angst schützt. Der Band machte ihn weltbekannt, lag beim National Book Award vorn und erhielt den Preis für die Taschenbuchausgabe. Jürgen Abel hat die lange maßgebliche deutsche Fassung geschrieben; George Roy Hill verfilmte 1982.

Inhalt

Jenny Fields arbeitet im Krieg in einem Bostoner Hospital, lässt sich von einem Technical Sergeant schwängern, der bald stirbt, und nennt den Jungen T. S. Garp, nach dem Dienstgrad, weil sie den Vornamen nicht kennt. Sie wird Krankenschwester an der Steering School, einem Internat in Neuengland; Garp wächst dort auf, ringt, verliert ein Stück Ohr an einen Hund und beschließt Schriftsteller zu werden, weil Helen Holm, die Tochter seines Trainerlehrers, nur einen richtigen Schriftsteller heiraten will. Nach dem Abschluss fahren Mutter und Sohn nach Wien. Jenny schreibt ihre Lebensgeschichte und wird berühmt; Garp schreibt die Erzählung »Die Pension Grillparzer« und gewinnt Helen.

Sie heiraten, Helen lehrt Literatur, Garp schreibt und hütet die Kinder Duncan und Walt. Ein Partnertausch mit den Fletchers, Helens Affäre mit dem Studenten Michael Milton, Garps Eifersucht: Eines Abends fährt Garp mit den Kindern früher heim, in der Einfahrt steht Helens Wagen, Milton und Helen haben Sex, es kracht. Walt stirbt, Milton verliert das Glied, alle anderen sind verletzt. Während der Genesung leben sie in Jennys Haus, das Frauen Zuflucht bietet; eine Tochter wird geboren, wieder Jenny. Garp schreibt Bensenhaver und wie er die Welt sah, ein Buch über den übereifrigen Schutz, der das Kind tötet. Der Verleger John Wolf vermarktet den Sohn der Feministin; die Familie flieht nach Wien.

Jenny wird auf einer Wahlkampfveranstaltung erschossen, von einem Mann, der ihr Buch für seine Scheidung verantwortlich macht. Garp schleicht sich als Frau auf die Trauerfeier, die nur Frauen zugänglich sein soll, und flieht erkannt. Er trifft Ellen James, der als Kind die Zunge herausgeschnitten wurde; eine Bewegung von »Ellen-Jamesianerinnen« hat sich aus Protest selbst verstümmelt, was Ellen ablehnt. Garp wird Trainer in Steering, verwaltet Jennys Stiftung, schreibt gegen die Bewegung und entgeht knapp einem Anschlag. Monate später erschießt ihn Pu Percy, eine Spielkameradin aus der Kindheit, die ihn fälschlich für den Tod ihrer Schwester verantwortlich macht. Ein ausführlicher Nachspann erzählt, wer überlebt.

Einordnung

Irving hat den Entwicklungsroman so weit in die Groteske gezogen, dass Sicherheit zur tödlichen Illusion wird: Gerade Garps Vorsicht führt den Wagen in die Einfahrt, in der das Kind stirbt. Die Frauenbewegung erscheint doppelt, als Jennys praktische Hilfe und als Kult der Selbstverstümmelung, den der Roman nicht schont. Roberta Muldoon, einst gefeierter Spieler im amerikanischen Fußball, jetzt Freundin der Familie, gehört zu den Figuren, in denen Irving Transsexualität als Leben erzählt, nicht als These. Die Bücher im Buch – Grillparzer, Zaudern, Der Hahnrei fängt sich, Bensenhaver – spiegeln Irvings eigenes Verfahren: das Wirkliche übersteigern, bis es kenntlich wird.

Hills Film mit Robin Williams, Glenn Close und John Lithgow hat Gesichter geliefert, an denen man die Figuren festhält; der Roman bleibt länger, grausamer und komischer. Wer Irving später durch Das Hotel New Hampshire oder die Ringergeschichten kennt, findet in Garp die Quelle: Wien, das Internat, der Schriftsteller, der seine Leute nicht schützen kann. Der Satz, in der Welt, wie Garp sie sieht, seien wir alle unheilbare Fälle, ist keine Pointe. Er ist die Bilanz eines Buchs, das vor Gewalt nicht warnt, indem es sie weglässt, sondern indem es sie mit Hund, Ohr, Zunge und Einfahrt so genau erzählt, dass das Gelächter im Hals stecken bleibt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.