Frühstück bei Tiffany

Truman Capote · 1958 · Novelle


Das Werk
Deutscher Titel: Frühstück bei Tiffany
Autor(en): Truman Capote
Originaltitel: Breakfast at Tiffany’s
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1958
Schlagwörter: New York, Party, Flucht, Nachbar
Sachgebiete: Novelle
Greifbare Ausgabe
Verlag: Rowohlt


Umfang dieser Ausgabe: 138 Seiten
ISBN: 9783499104596
Verweise


Frühstück bei Tiffany ist die 1958 erschienene Novelle von Truman Capote, im Original Breakfast at Tiffany’s. Ein namenloser Erzähler, Schriftsteller, erinnert sich an Holly Golightly, die Nachbarin in einem New Yorker Haus an der Upper East Side: neunzehn, charmant, mittellos, immer auf dem Sprung. Wenn sie das »rote Elend« packt, geht sie zu Tiffany an der Fifth Avenue, dem einzigen Ort, an dem sie sich sicher fühlt, ohne etwas zu kaufen. Capote hat aus der Frau, die von Gesellschaft zu Gesellschaft treibt, keine Komödie gemacht, sondern die Studie einer Figur, die Herkunft, Namen und Bindung abstreift, bis das Abstreifen selbst zur Falle wird. Die deutsche Erstübersetzung von Hansi Bochow-Blüthgen erschien 1959; Rowohlt machte das Taschenbuch zum Bestseller. Blake Edwards’ Film von 1961 mit Audrey Hepburn hat den versöhnlichen Schluss, den die Novelle verweigert.

Inhalt

Der Erzähler zieht in das braune Haus, in dem Holly mit der Katze ohne Namen wohnt, nie Miete rechtzeitig hat und Verehrer aushält, ohne sich festlegen zu lassen. Sie nennt ihn »Fred«, nach dem Bruder, den sie liebt. Sie geht donnerstags nach Sing Sing, um den Mafioso Sally Tomato zu besuchen, angeblich nur für Gespräche, tatsächlich gegen Geld, das Nachrichten trägt. Der Erzähler liebt ihre Lebendigkeit, ohne sie zu besitzen; er ist der Zeuge, nicht der Held. Holly plant, New York zu verlassen und in Brasilien den reichen José zu heiraten. Als der Brief kommt, Fred sei beim Militär gefallen, zerstört sie die Wohnung in einer Trauer, die zum ersten Mal nicht kokett ist.

Die Polizei nimmt Holly fest: Die Besuche bei Tomato gelten als Kurierdienst. Die geplante Heirat platzt, weil José ein Amt anstrebt und keine Frau brauchen kann, die in der Zeitung steht. Der Erzähler erfährt, was Holly verborgen hat: Sie hieß Lulamae, war mit vierzehn in Texas mit dem Viehzüchter Doc Golightly verheiratet, ist ihm weggelaufen und hat den Namen wie ein Kostüm angezogen. Doc erscheint in New York, alt, verliebt, ohne Anspruch, der sie halten könnte. Holly bleibt bei der Erfindung ihrer selbst. Sie will trotzdem nach Südamerika, allein, mit der Katze, die sie unterwegs aus dem Taxi setzt, weil sie nichts besitzen will, das sie besitzen könnte.

Der Erzähler sucht die Katze, findet sie, behält die Erinnerung. Holly schreibt Karten aus Südamerika, dann reißt die Spur. Die Novelle endet nicht mit einer Ankunft und nicht mit einer Rückkehr; sie endet mit einem Mann, der eine Frau gekannt hat, die sich nicht kennen lassen wollte, und mit dem Juwelierladen, der für sie Ordnung bedeutete, ohne dass Ordnung ihr Leben werden durfte. Capote hält den Ton leicht, als wäre Leichtigkeit die einzige Würde, die Holly sich leistet. Unter der Leichtigkeit liegt die Armut, der Bruder, das Kind, das sie war.

Einordnung

Capote hat die Novelle – in manchen Ausgaben steht Roman, der Umfang und die Einheit der Handlung sprechen für die kürzere Gattung – als Porträt geschrieben, nicht als Sittenbild der New Yorker Gesellschaft, obwohl sie mitgeliefert wird. Holly ist weder Kurtisane noch Unschuld; sie ist eine Konstrukteurin von Freiheit, die den Preis kennt und trotzdem zahlt. Als Vorbild gilt oft die Kolumnistin Doris Lilly; Capote hat aus der Bekannten eine Figur gemacht, die größer ist als die Anekdote. Die drei Erzählungen, die das Rowohlt-Taschenbuch beilegt, gehören nicht zur Novelle, haben aber denselben klaren, mondänen Satz.

Der Film hat Hepburns Gesicht, Henry Mancinis Melodie und einen Kuss im Regen geliefert und aus Holly eine Frau gemacht, die bleiben kann. Capotes Text lässt sie gehen. Broadway-Musical und spätere Bühnenfassungen haben zwischen diesen Polen geschwankt und meist verloren, weil die Novelle vom Erzähler lebt, der nicht der Geliebte wird. Wer New York der fünfziger Jahre als Glanz erinnert, findet hier die Miete, das Gefängnis, den Brief aus dem Krieg. Die angegebene Rowohlt-Ausgabe zählt 138 Seiten samt Beigaben; die Novelle selbst ist kürzer und vollständiger als der Film.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.