Evil

Jack Ketchum · 1989 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Evil
Autor(en): Jack Ketchum
Originaltitel: The Girl Next Door
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1989
Schlagwörter: Vorstadt, Gewalt, Kindheit, Mittäterschaft
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Heyne


Umfang dieser Ausgabe: 352 Seiten
ISBN: 9783453675025
Verweise


Evil ist der 1989 unter dem Originaltitel The Girl Next Door erschienene Roman von Jack Ketchum, deutsch 2006 bei Heyne. Ketchum, eigentlich Dallas Mayr, erzählt aus der Erinnerung eines Mannes, der als Junge zusah, wie in einem Vorstadthaus ein Mädchen zu Tode gequält wurde. Der Stoff folgt dem Fall der Sylvia Likens, die in den sechziger Jahren in Indianapolis unter der Aufsicht einer Frau und mit Hilfe von Kindern starb; Ketchum hat Namen, Ort und die Stimme des Nachbarjungen verschoben, die Struktur der Tat nicht. Es ist ein Schreckensroman ohne übernatürliche Wesen: Die Ungeheuer wohnen nebenan und heißen Tante. Der englische Titel nennt das Mädchen; der deutsche macht aus dem Blick die Diagnose.

Inhalt

David wächst in einer amerikanischen Siedlung der frühen sechziger Jahre auf, zwischen Rasen, Keller und der Sehnsucht, dazuzugehören. Gegenüber wohnt Ruth, eine alleinerziehende Frau mit Söhnen, die im Viertel als streng, manchmal als komisch gilt. Zu ihr kommen die Schwestern Meg und Susan, Nichten, deren Eltern bei einem Unfall starben. Zuerst scheint das Haus ein Zufluchtsort. Ruth demütigt Meg, isoliert sie, macht den Körper zum Gegenstand von Strafe und Schau. Die eigenen Kinder und Nachbarjungen – David unter ihnen – werden Zuschauer, dann Helfer. Ketchum beschreibt die Steigerung, ohne sie als Reiz anzubieten: der Keller, die Verbote, die Sprache, mit der Ruth aus einer Waise eine Schuldige macht.

Susan, jünger, passt sich an, um zu überleben; Meg bleibt der Widerstand, der Ruth weiter reizt. Erwachsene in der Siedlung hören Gerüchte und gehen nicht durch die Tür. David liebt Meg in der hilflosen Art eines Jungen und verrät sie, indem er bleibt und mitmacht, Stück für Stück, weil die Gruppe ihn trägt und die Angst, selbst an Megs Stelle zu geraten. Der Roman wechselt zwischen der erinnerten Kindheit und dem älteren Erzähler, der begreift, dass Zuschauen keine Unschuld war. Sexuelle Gewalt und Folter stehen im Text, knapp, nicht ausschweifend; ihre Funktion ist die Zerstörung eines Menschen durch Alltag und Mittäterschaft.

Meg stirbt. Die Behörden kommen zu spät. Ruth und ein Teil der Beteiligten werden bestraft, andere gehen leer aus, David trägt die Erinnerung. Ketchum lässt ihn nicht zum Detektiv einer späten Sühne werden; er lässt ihn erzählen, was ein Kind für möglich hielt, weil eine Erwachsene es erlaubte. Der Schrecken liegt nicht im Einbruch des Fremden, sondern in der Fortsetzung des Nachmittags hinter der Kellertür. Susan überlebt als die andere Schwester, mit einem anderen Schaden. Das Viertel mäht weiter den Rasen. Der Titel Evil drückt aus, was der Originaltitel genauer sagt: Es gab ein Mädchen nebenan.

Einordnung

Ketchum gilt als Verfasser einer amerikanischen Schreckensprosa, die auf das wirkliche Verbrechen zielt, nicht auf die erfundene Bestie. Evil ist das Buch, an dem sich diese Zuschreibung entscheidet: literarisch in der Stimme Davids, unerträglich im Gegenstand. Stephen King hat Ketchum gerühmt; Verfilmungen (2007) haben das Haus gezeigt und die innere Mittäterschaft oft vergröbert. Heyne hat den Roman in der Reihe der harten Spannungsliteratur veröffentlicht, neben anderen Titeln des Autors, die Jagd und Wildnis verhandeln. Hier ist die Wildnis die Garage.

Wer das Buch als bloße Greuelgeschichte liest, verfehlt die Anklage gegen das Wegsehen. Es gehört, ungern, in die Nachbarschaft jener Werke, die Kindheit als Ort der Gewalt erzählen, ohne Trost. Der Fall Likens ist Aktenstoff; Ketchum hat ihm eine Stimme gegeben, die nicht die des Opfers ist, sondern die des Jungen, der hätte gehen können und blieb. Das ist die moralische Zumutung, nicht die Zählung der Qualen. Die Siedlung sieht harmlos aus. Genau deshalb trägt der Roman den deutschen Titel, den das Original nicht brauchte.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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