Erbarmen

Jussi Adler-Olsen · 2007 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Erbarmen
Autor(en): Jussi Adler-Olsen
Originaltitel: Kvinden i buret
Originalsprache: dänisch
Erstveröffentlichung: 2007
Schlagwörter: Kopenhagen, Vermisste, Käfig, Dezernat
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: dtv


Umfang dieser Ausgabe: 448 Seiten
ISBN: 9783423212625
Verweise


Erbarmen ist ein Kriminalroman von Jussi Adler-Olsen, 2007 auf Dänisch erschienen, deutsch 2009, als Taschenbuch 2011 bei dtv in der Übersetzung von Hannes Thiess. Der Originaltitel heißt Die Frau im Käfig; der deutsche Titel nennt das, was die Eingesperrte nicht erhält. Adler-Olsen eröffnet damit die Reihe um das Sonderdezernat Q, eine Kellerbehörde für abgelegte Fälle. Der Band wurde in Skandinavien preisgekrönt und machte den Verfasser im deutschen Sprachraum bekannt. Eine spätere Bildfolge hat den Stoff weitergetragen.

Inhalt

Carl Mørck ist Kriminalkommissar in Kopenhagen, nach einem Einsatz, bei dem ein Kollege starb und der andere, Hardy, gelähmt blieb. Man schiebt ihn ins Kellerdezernat Q, angeblich eine Beförderung, tatsächlich eine Entsorgung alter Akten, die niemand mehr anfassen will. Als einzigen Mitarbeiter erhält er Hafez el-Assad, der Tee kocht, Akten hebt und mehr kann, als Carl zuerst glaubt. Aus den Altlasten zieht Carl den Fall der Politikerin Merete Lynggaard, die vor Jahren von einer Fähre verschwand und für tot gilt. Die Presse hat den Bruder Uffe verdächtigt, der nach einem Autounfall in der Kindheit kaum spricht. Carl und Assad graben anders: in Behörden, in Familien, in einem Hass, der Jahre gebraucht hat, um zuzuschlagen. Der Keller riecht nach Verwahrung, nicht nach Aufklärung, und genau dort beginnt die Arbeit.

Merete lebt. Ein Mann, der ihr die Schuld am Tod seiner Angehörigen gibt, hält sie in einer Druckkammer unter einem Bootshaus, einem Käfig, in den die Tide steigt. Sie zählt Tage, verliert das Jahr, spricht mit einer Stimme, die niemand hört, und weigert sich zu sterben, weil Sterben dem Kerkermeister recht wäre. Carl, der selbst kaum noch an Aufklärung glaubt, fährt zu Hardy ans Bett, hört zu, trinkt, kehrt in den Keller zurück. Assad beschafft, was Dienstwege verweigern. Die Spur führt nicht in die große Politik, sondern in eine private Rache, die sich als Gerechtigkeit kostümiert.

Die beiden erreichen das Bootshaus, als das Wasser schon steigt. Merete kommt lebend heraus, zerbrochen und wach. Der Täter fällt dem Zugriff, nicht einer großen Lehre. Carl bleibt im Keller, Assad bleibt, Q wird aus der Verwahrung eine Arbeitsstelle. Adler-Olsen schließt so, dass das Erbarmen nicht beim Staat liegt und nicht beim Täter, sondern bei denen, die eine Akte nicht zumachen. Hardy atmet weiter an Maschinen; Carl besucht ihn, weil der Keller allein nicht trägt.

Einordnung

Adler-Olsen hat den nordischen Kriminalroman auf den Keller und die lange Dauer der Vermissten gelegt. Q ist keine Elite, sondern ein Abstellraum, der sich als Gewissen aufführt. Die Kritik lobte Tempo und Figur; der schwedische Krimipreis für den Band hat die Reihe international gemacht. Fortsetzungen führen Carl und Assad durch weitere Altlasten, mit Rose als dritter Kraft im Büro. Fernsehfolgen in Dänemark und später in englischer Sprache haben Gesichter geliefert und den Keller weithin bekannt gemacht. Dass der müde Kommissar nur noch aus Trotz ermittelt, ist keine Pose, sondern die Moral des Hauses.

dtv hält den ersten Fall als Taschenbuch. Gegen die kühle Schau der Großstadtpolizei setzt das Buch die Enge: dieselbe Beklemmung im Dezernat und in der Kammer unter dem Bootshaus. Wer nach 2007 skandinavische Krimis als Kellerarbeit wollte, fand in Mørck den müden Beamten, der nur noch aus Trotz ermittelt. Das Erbarmen des Titels ist knapp; es reicht, eine Frau aus dem Wasser zu heben, nicht, ihr die Jahre zurückzugeben. Die Altakte, die niemand wollte, erweist sich als die einzige, die noch zu retten war.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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