Empire and Communications

Harold A. Innis · 1950 · Sachbuch, Medienwissenschaft
Das Werk
Deutscher Titel: Empire and Communications
Autor(en): Harold A. Innis
Originaltitel: Empire and Communications
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1950
Schlagwörter: Reich, Schrift, Medium, Zeit
Sachgebiete: Sachbuch, Medienwissenschaft
Greifbare Ausgabe
Verlag: Oxford University Press


Umfang dieser Ausgabe: 217 Seiten
ISBN:
Verweise


Empire and Communications ist die 1950 erschienene Studie des kanadischen Wirtschaftshistorikers Harold A. Innis über den Zusammenhang von Herrschaft und Übertragungsweisen. Reiche dauern, so Innis, an dem Medium, das sie bindet: Stein und Ton tragen Zeit und Priestertum, Papier und Alphabet tragen Raum und Verwaltung, der Druck trägt die Moderne, die sich selbst für naturgegeben hält. Das Buch hat der Medienwissenschaft das Argument gegeben, bevor McLuhan den Satz daraus machte.

Inhalt

Innis liest Ägypten, Babylon, die griechische Polis, Rom, das Mittelalter und das britische Empire als Geschichten von Schreibstoffen. Ein Medium, das Zeit betont – schwer, dauerhaft, schwer zu bewegen – begünstigt Hierarchie und Überlieferung; ein Medium, das Raum betont – leicht, vervielfältigbar – begünstigt Verwaltung, Handel, das Imperium, das Flächen bindet und die Dauer vernachlässigt. Das Ungleichgewicht erzeugt Krisen: Rom dehnt sich auf Papyrus und verliert die Bindung; das Mittelalter rettet die Zeit im Pergament und im Latein; der Buchdruck kippt erneut ins Räumliche.

Die Beweisführung ist historisch und eigenwillig. Innis war der Historiker des kanadischen Pelzes und der Eisenbahn, bevor er Tontafeln las; die politische Ökonomie bleibt im Hintergrund, die Schrift tritt in den Vordergrund. Gegen die Ideengeschichte, die Reiche aus Gedanken erklärt, setzt er das Material der Gedanken: worauf man schreibt, bestimmt, was sich halten lässt. Die Vorlesungen in Oxford, aus denen das Buch kommt, sind gedrängt, sprunghaft, voller Namen. Wer Glätte sucht, findet Innis unlesbar; wer das Argument sucht, findet es auf jeder zweiten Seite wiederholt und verschärft.

McLuhan war Schüler und Erbe, nicht Doppelgänger. Innis bleibt kühler, wirtschaftlicher, weniger aphoristisch. Das »light bias« und »time bias« der englischen Ausgabe sind im Deutschen als Raum- und Zeitlast zu führen: nicht Vorurteil, sondern Neigung des Stoffs. Wer nur McLuhan kennt, hat den Lehrer nicht gelesen, der noch vom Empire sprach, während der Schüler schon das globale Dorf meinte. Die kanadische Lage – Rand des amerikanischen und Rest des britischen Raums – erklärt den Blick: Wer am Rand sitzt, sieht die Kanäle, die die Mitte für Natur hält.

Einordnung

Innis hat der Kommunikationsgeschichte das Organon gegeben, an dem McLuhan, Ong und Kittler je anders weitergebaut haben. Nach ihm ist Unschuld in der Beschreibung von Reichen schwerer: Wer Verwaltung sagt, muss das Papier sagen; wer Kirche sagt, muss das Pergament. Die Medienwissenschaft hat ihn kanonisiert und oft durch den lauteren Schüler ersetzt. Dagegen steht jede Ideengeschichte, die Schrift für ein Gefäß hält, das den Geist nicht färbt. Die magischen Kanäle sind die Popularisierung; hier steht die Rechnung. Wer nach Innis über Herrschaft spricht, ohne Medium, spricht hinter diesem Band.

Ideen

Medium

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.