Eine Zeit in der Hölle
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Eine Zeit in der Hölle |
| Autor(en): | Arthur Rimbaud |
| Originaltitel: | Une saison en enfer |
| Originalsprache: | französisch |
| Erstveröffentlichung: | 1873 |
| Schlagwörter: | Hölle, Bruch, Seher, Abschied |
| Sachgebiete: | Versepos |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Reclam
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| Umfang dieser Ausgabe: | 96 Seiten |
| ISBN: | 9783150078907 |
| Verweise | |
Eine Zeit in der Hölle ist das Prosagedicht von Arthur Rimbaud, 1873 in Brüssel auf eigene Kosten gedruckt, fast ungelesen. Der Verfasser war neunzehn; danach gab er das Schreiben auf, soweit die Legende reicht. Der Band ist Abrechnung, Selbstversuch, Abschied von der Alchemie des Wortes, die er selbst verkündet hatte. Als Versepos geführt, weil er als Ganzes wirkt: eine Höllenzeit, kein Strauß.
Inhalt
Ein Sprecher steigt in die Hölle seiner Herkunft: das Bauernblut, das gallische, die christliche Erziehung, die er hasst und nicht loswird. Schlechte Blut schlägt den Ton an: Herkunft als Makel, die christliche Zivilisation als Lüge. Rimbaud reißt die Kolonialworte seiner Zeit in den Text, um sich selbst zu erniedrigen und die Zivilisation mit. Die Hölle ist keine Jenseitslandschaft wie bei Dante; sie ist die Gegenwart des Sprechers, der gelogen, geraubt, geliebt, Verlaine und die Verse zerschlagen hat.
Die Abschnitte tragen Titel wie Beichten und wie Spott: die Nacht der Hölle, die Delirien, die Wissenschaft, die Alchemie des Wortes. Im berühmtesten Stück erzählt er, wie er die Sprache zur Seherei machen wollte, Vokale färbte, den Sinn zersetzte – und wie das Unternehmen in Ekel endet. Verlaine erscheint nicht als Name der Freundschaft, sondern als Episode einer Hölle zu zweit. Der Sprecher will Arbeiter werden, den Westen verlassen, ein neues Leben; die Sätze bleiben Sätze eines Dichters, der den Dichter verabschiedet.
Der Schluss verspricht den Sieg, die Wahrheit in einer Seele und einem Leib, das neue Weihnachten. Ob das Ernst ist oder letzte Pose, lässt der Text offen. 1873 lagen die Exemplare in einer Druckerei, unbezahlbar für den Verfasser; die Öffentlichkeit kam später. Wer nur den Knaben mit der Pfeife sucht, unterschlägt diese Prosa. Wer nur die Hölle als Metapher sucht, unterschlägt, dass Rimbaud sie selbst gesetzt hat.
Einordnung
Rimbaud hat den Dichter zum Seher erklärt und in diesem Band den Seher widerrufen, ohne die Kraft der Sätze zu widerrufen. Neben Baudelaires geschlossener Architektur steht die Hölle als Bruch. Die Moderne hat ihn zum Heiligen der Zerstörung gemacht; die Briefe aus Harar zeigen einen Mann, der rechnen wollte. Beides gehört zusammen.
Man hat das Buch zur Jugendbeichte und zum Gründungsdokument der Avantgarde gemacht. Wer nur den Widerruf sucht, unterschlägt, dass hier weiter gedichtet wird. Wer nur die Avantgarde sucht, unterschlägt den Christen, der in der Hölle noch die Taufe spottet. Reclam hält den schmalen Text; er muss ganz gelesen werden, sonst bleibt von der Zeit in der Hölle ein Zitat über die Vokale.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
