Ein Kampf um Rom

Felix Dahn · 1876 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Ein Kampf um Rom
Autor(en): Felix Dahn
Originaltitel: Ein Kampf um Rom
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1876
Schlagwörter: Ostgoten, Ravenna, Untergang, Italien
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: dtv


Umfang dieser Ausgabe: 1136 Seiten
ISBN: 9783423206785
Verweise


Ein Kampf um Rom ist der 1876 erschienene historische Roman von Felix Dahn. Nach dem Tod Theoderichs des Großen ringen die Ostgoten in Italien um ihr Reich, während Ostrom unter Justinian die Halbinsel zurückholt und der römische Stadtpräfekt Cethegus ein eigenes Italien will. Dahn, Jurist und Historiker in Königsberg und Breslau, hat aus den Gotenkriegen des sechsten Jahrhunderts das populärste deutsche Geschichtsbuch des Kaiserreichs gemacht. Bismarck soll es zweimal gelesen haben; bei Dahns Tod 1912 lag die 126. Auflage vor. Marcel Reich-Ranicki nannte es ein Riesenfresko aus Kontrasten.

Inhalt

Noch zu Lebzeiten Theoderichs schwören fünf Goten bei Ravenna, das Reich selbständig zu halten: der alte Waffenmeister Hildebrand, die Brüder Totila und Hildebad, der tapfere Witichis und der düstere Teja. Sie misstrauen der Aussöhnungspolitik der Königstochter Amalaswintha und des Kanzlers Cassiodor. Nach Theoderichs Tod regiert Amalaswintha für den kranken Athalarich; viele Goten halten sie für eine Verräterin an oströmischen Interessen. Der Stadtpräfekt Cethegus, letzter Römer in eigenem Auftrag, spielt Hof, Kirche und Generäle gegeneinander aus. Er gewinnt in Konstantinopel über Kaiserin Theodora den Feldherrn Belisar für die Landung in Italien und will die Goten loswerden, ohne Byzanz zum Herrn Roms zu machen.

Amalaswintha wird beseitigt, Witichis wider Willen König; er opfert die Ehe mit Rauthgundis für eine Verbindung mit Mataswintha, die ihn später verrät. Belisar nimmt Rom, die Goten belagern, Cethegus hält das Kapitol. Witichis fällt in Gefangenschaft und wird ermordet. Totila, der charismatische Jüngling, wendet das Blatt: Städte öffnen ihm die Tore, er holt Rom zurück, besiegt Belisar, fällt im Reiterkampf durch Verrat. Teja führt den Rest an den Vesuv. In der letzten Schlacht töten sich Teja und Cethegus gegenseitig. Den überlebenden Goten bleibt der Abzug; das Reich ist zu Ende.

Dahn verteilt Tugenden auf Figuren wie auf Wappen: Witichis die Treue ohne Scharfsinn, Totila die Milde und den Glanz, Teja den heldenhaften Untergang, Cethegus die List, die Rom meint und sich selbst. Die Frauen – Amalaswintha, Mataswintha, Valeria, Julia – sind Hebel der Politik und der Rache. Hildebrand hält den Schwur zusammen, bis fast niemand mehr da ist, der ihn erfüllen könnte. Der Roman erzählt Schlachten, Bäder, Schwüre und Belagerungen in der Breite des neunzehnten Jahrhunderts, nicht in der Kürze des neueren Geschichtsromans.

Einordnung

Dahn hat die Goten zum tragischen Volk der deutschen Erinnerung gemacht: germanische Treue gegen römische und byzantinische Staatskunst, Untergang statt Sieg. Das trifft den Geschmack des Kaiserreichs und hat später völkische Leser gefunden, die Dahn nicht allein zu verantworten hat; der Roman bleibt ein Buch der Kontraste, kein Parteiprogramm. Historisch folgt er Prokop und der Gotenkriegstradition, erfindet aber Cethegus und verdichtet Könige zu Charakteren. Die Länge ist Programm: Italien als Bühne, nicht als Kapitel. Wer die Goten nur als Wanderung im Schulbuch kennt, findet hier Namen, Schwüre und ein Ende am Berg, das keine Wiederkehr verspricht.

Die Monumentalfilme der sechziger Jahre mit Laurence Harvey und Orson Welles haben Totila und Teja ins Bild gesetzt und Cethegus zum Intriganten der Leinwand gemacht. Wer Dahn nach den wissenschaftlichen Werken sucht, findet hier den Erzähler, der das Publikum erreichte, die Fachwelt nur nebenbei. Das Buch hat den historischen Roman in Deutschland populär gehalten, lange bevor der Stoff peinlich wurde, und es hat Generationen von Lesern das sechste Jahrhundert als Gotengrab eingeprägt. Die dtv-Ausgabe bringt den vollen Text; wer kürzt, streicht den Atem, von dem Reich-Ranicki sprach, und behält nur die Schlacht.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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