Ein Jahrhundert wird abgewählt
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Ein Jahrhundert wird abgewählt |
| Autor(en): | Timothy Garton Ash |
| Originaltitel: | The Magic Lantern. The Revolution of ’89 Witnessed in Warsaw, Budapest, Berlin and Prague |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1990 |
| Schlagwörter: | 1989, Zeugenschaft, Mitteleuropa, Revolution |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Geschichte |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Hanser
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| Umfang dieser Ausgabe: | 543 Seiten |
| ISBN: | 9783446264663 |
| Verweise | |
Ein Jahrhundert wird abgewählt (englisch The Magic Lantern) ist der 1990 erschienene Augenzeugenbericht Timothy Garton Ashs über die Revolutionen von 1989 in Warschau, Budapest, Berlin und Prag. Garton Ash war dabei, britischer Historiker, und er schreibt die Laterna magica der Tage, in denen ein Jahrhundert an den Urnen und auf den Plätzen endete. Das Buch hat Ostmitteleuropa die Chronik gegeben, die Havel und Michnik als Akteure nicht schreiben konnten, ohne sich selbst zu feiern.
Inhalt
Garton Ash wechselt die Städte, wie die Wochen sie wechselten. Polen der Runde Tisch, Ungarn das Begräbnis Imre Nagys, Berlin die Mauer, Prag der Balkon. Die Stärke ist das Vergleichen in der Gegenwart: dieselbe Angst, verschiedene Kirchen und Intellektuelle, der Umstand, dass Gewalt diesmal fast ausblieb, nicht weil die Systeme milde waren, sondern weil sie den Glauben an sich selbst verloren hatten. Gegen die große Theorie, die 1989 als Ende der Geschichte las, setzt Garton Ash die Behauptung, es sei ein Ende von Regimen gewesen, offen nach vorn. Fukuyama bleibt Nachbar; hier stehen die Plätze.
Gegen Havel, der Wahrheit als Leben dachte, setzt Garton Ash die Zeugenschaft als Beruf. Gegen Tellkamps Der Turm, der die DDR von innen als Milieu erzählt, setzt er den Blick von außen, der vier Hauptstädte in einem Jahr hält. Kruso auf Rügen bleibt der andere deutsche Ton: Insel, nicht Platz. Garton Ash kennt die Akteure und hält Distanz genug, um sie nicht zu heiligen. Wer nur Berlin sucht, hat Warschau nicht gelesen, wo das Jahr früher begann. Wer nur den Sieg sucht, unterschlägt die Nächte, in denen nichts gewiss war.
Die Grenzen liegen im britischen Gentleman-Blick, der Revolution als gelungenes Stück lesen kann, weil er danach nach Oxford zurückkehrt. Garton Ash weiß das und hat später die Akten der Stasi über sich selbst gelesen – ein Nachspiel, das die Laterne nachträglich schärft. Das Buch bleibt die lesbarste Chronik von 1989, parteilich für die Dissidenten, genau in den Differenzen der Städte. Die deutsche Ausgabe hat den Titel zur Formel gemacht: Ein Jahrhundert wird abgewählt. Die Formel ist schöner als die Geschichte, die weiterwählte.
Einordnung
Garton Ash hat Ostmitteleuropa die Laterna magica von 1989 hinterlassen. Neben Havel, Michnik und den Romanen Tellkamps und Seilers steht dieser Band als die Zeugenschaft, die vier Revolutionen zu einem Jahr macht, ohne sie zu verwechseln. Die Wirkung reicht in jede Rede vom Wendejahr. Wer nach 1990 1989 sagt und Plätze meint, spricht Garton Ash. Das Jahrhundert ist nicht abgewählt geblieben; das Buch hat den Augenblick festgehalten, in dem es so schien.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
