Dreifach
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Dreifach |
| Autor(en): | Ken Follett |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Bastei Lübbe |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1979 |
| Seitenanzahl: | 464 Seiten |
| Originaltitel: | Triple |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 3404103211 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783404103218 |
| Schlagwörter: | Uran, Mossad, Kalte Krieg, Diebstahl |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Dreifach ist der 1979 auf Englisch unter dem Titel Triple erschienene Roman von Ken Follett, deutsch 1980 bei Lübbe. Follett, ein Jahr zuvor mit Die Nadel durchgebrochen, erzählt den Diebstahl von Uranerz für Israel, angelehnt an die 1968 vom Mossad durchgeführte Operation Plumbat, die erst 1977 bekannt wurde. Der Kalte Krieg und der Nahostkonflikt liegen übereinander: Ägypten soll die Bombe bauen, Israel darf nicht als Dieb dastehen und stiehlt trotzdem. Das Buch ist ein Agentenroman der alten Schule – Schiffe, Erpressung, alte Freunde, die Feinde geworden sind –, geschrieben, bevor Follett mit Die Säulen der Erde ins Mittelalter ging. Der Titel meint den dreifachen Coup: den Stoff, die Täuschung, das Überleben.
Inhalt
1947 treffen sich in Oxford der spätere israelische Agent Nathaniel Dickstein, der Amerikaner Alan Cortone, dem Dickstein auf Sizilien das Leben gerettet hat, und der Russe David Rostow, der später zum sowjetischen Geheimdienst gehören wird, auf einer Sherry-Party des Hebraisten Ashford. Dickstein liebt Ashfords Frau Eila; der Araber Yasif Hassan hat ein Verhältnis mit ihr. Die kleine Suza Ashford sieht zu, wie Dickstein Rostow im Schach schlägt. Zwanzig Jahre später, 1968, erfährt Mossad-Chef Pierre Borg, dass Ägypten in der Senke von Qattara einen Reaktor baut. Er beauftragt Dickstein, rund zweihundert Tonnen Uranerz zu stehlen, unauffällig genug, dass niemand Israel verdächtigt, im günstigsten Fall so, dass niemand den Diebstahl bemerkt.
Dickstein erpresst bei der Euratom in Luxemburg Unterlagen über Urantransporte und wählt den Seeweg: den Frachter Coparelli mit Urankonzentrat. Hassan, inzwischen ägyptischer Agent, kreuzt seinen Weg; Rostows Leute nehmen die Verfolgung auf. In Oxford öffnet ihm die erwachsene Suza die Tür statt des Professors. Die beiden verlieben sich. Hassan und der proarabische Ashford überreden Suza, Dickstein zu verraten; sie spielt mit, um ihn zu warnen. Hassan will die Ladung für die Fedajin stehlen und hintergeht damit Rostow. Dickstein beschafft ein Schwesterschiff, gründet eine Scheinreederei und sorgt für einen Maschinenschaden der Coparelli, der die Besatzung von Bord bringt.
Hassan kommt den Israelis zuvor, Dicksteins Leute holen das Schiff zurück, Hassan fällt. Dickstein fährt zur Karla, auf der Rostow Suza festhält, holt sie mit ihrer Hilfe heraus und zerstört das Schiff mit einer Mine. Er verlässt den Mossad und lässt sich mit Suza in Israel nieder. Ein Zeitungsartikel neun Jahre später macht eine israelische Beteiligung am Uranraub wahrscheinlich. Follett erzählt den Coup als Handwerk: Papiere, Tonnen, Seerecht, die alte Freundschaft, die zur Jagd wird. Dickstein ist kein eiskalter Held, er ist ein Mann, der 1947 verloren hat und 1968 nachholt, was Staaten einander nicht zugestehen.
Einordnung
Die Operation Plumbat – der verschwundene Frachter Scheersberg A, Uran für Dimona – gibt dem Roman den Kern, nicht die Aktenlage. Follett hat aus einer nachträglich bekannt gewordenen Aktion einen Agentenroman gemacht, der die moralische Frage nicht lange stellt: Israel stiehlt, weil die Bombe des Nachbarn tödlich wäre, und muss unsichtbar bleiben, weil der Diebstahl diplomatieunfähig ist. Das ist kälter als Die Nadel, wo ein einzelner Spion eine Invasion gefährdet, und politischer, weil Staaten die Figuren ersetzen, sobald das Erz an Bord ist. Die Oxford-Rahmenhandlung liefert das Personal des Kalten Kriegs in einer Generation: derselbe Tisch, zwanzig Jahre später die Fronten.
Wer Follett nur als Baumeister von Kingsbridge kennt, findet hier den älteren Beruf: Spannung aus Logistik, nicht aus Stein. Die Taschenbuchausgabe von Bastei Lübbe hat den Titel jahrzehntelang im Programm gehalten, während die Kathedralenromane den Namen überschrieben. Dreifach bleibt ein Buch des Jahres 1979, als Plumbat noch als Enthüllung wirkte und der Jom-Kippur-Krieg nah war. Die Liebe zu Suza mildert den Coup, ohne ihn zu rechtfertigen; der Schlussartikel nimmt die Idylle wieder weg. Follett hat später größere Bühnen gebaut. Dieser Band zeigt, mit welchem Handwerk er angefangen hat: ein Schiff, eine Ladung, drei Männer, die einander von der Universität her kennen und sich auf See umbringen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
