Die schwarzen Brüder

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Die schwarzen Brüder
Autor(en): Lisa Tetzner
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Carlsen
Serie:
Erscheinungsjahr: 1940
Seitenanzahl: 474 Seiten
Originaltitel: Die schwarzen Brüder
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3551371253
ISBN-13/

EAN-Code:

9783551371256
Schlagwörter: Tessin, Kaminfeger, Kindheit, Freundschaft
Sachgebiete: Jugendroman
Rezensionen
Umschlag

Die schwarzen Brüder ist der Jugendroman, den Lisa Tetzner 1940 und 1941 in zwei Bänden bei Sauerländer erscheinen ließ. Das Buch erzählt von Tessiner Kindern, die im neunzehnten Jahrhundert als Kaminfeger nach Mailand verkauft wurden, klein genug, um in die engen Schlote zu klettern. Tetzner hatte den Stoff in Chroniken gefunden und das Manuskript begonnen; ihr Mann Kurt Held, im Schweizer Exil mit Publikationsverbot belegt, schrieb es zu Ende, weshalb der Band unter ihrem Namen herauskam. Held, später Autor der Roten Zora, behielt das Pseudonym bei. Der Roman ist kein Idyll der Berge, sondern die Geschichte einer Kindheit, die zur Ware wird, und einer Bruderschaft, die sich dagegen stellt.

Inhalt

Giorgio wächst als Sohn armer Bergbauern in Sonogno im Verzascatal auf. Als die Mutter sich den Fuß bricht und die Familie den Arzt nicht bezahlen kann, verkauft der Vater den Jungen an Antonio Luini, den Mann mit der Narbe, der Kinder über die Pässe nach Mailand treibt. Auf dem Weg schließt Giorgio Freundschaft mit Alfredo aus dem Misox. In der Stadt kommt er zum Meister Rossi, dessen Frau hart und dessen Sohn Anselmo gemein ist; die kranke Tochter Angeletta steckt Giorgio heimlich Brot zu. Die Arbeit in den Kaminen reißt die Haut auf, der Ruß setzt sich in die Lunge, der Lohn bleibt beim Meister. Giorgio findet andere Kaminfegerjungen und wird in den Bund der schwarzen Brüder aufgenommen. Gemeinsam wehren sie sich gegen die Mailänder Straßenbande, die sich die Wölfe nennt.

Alfredo stirbt an der Schwindsucht. An seinem Grab versöhnen sich Brüder und Wölfe für einen Augenblick. Giorgio, schon geschwächt, bleibt in einem verstopften Kamin stecken und erstickt beinahe; der Tessiner Arzt Dr. Casella rettet ihn und erwirkt etwas bessere Bedingungen. Anselmo bestiehlt Giorgio und schiebt ihm Diebstahl und Einbruch in die Schuhe. Giorgio flieht mit drei Freunden aus Mailand; die ehemaligen Feinde, die Wölfe, helfen ihnen. In Lugano finden sie Unterschlupf bei Casella. Giorgio erkennt Luini, der verhaftet und zu einer langen Haft verurteilt wird.

Jahre später kehrt Giorgio mit Bianca, Alfredos Schwester, als Lehrer nach Sonogno zurück. Der Roman schließt die Kindheit nicht mit einem Wunder, sondern mit einem Beruf: Wer selbst verkauft worden ist, unterrichtet die Kinder des Tals. Der Bund der schwarzen Brüder bleibt die Erinnerung an eine Solidarität, die keine Erwachsenen ihnen beigebracht haben. Tetzner und Held erzählen die Abenteuer so, dass die Gefahr nicht zum Spiel wird; wer in den Schlot steigt, kann sterben, und Alfredo stirbt.

Einordnung

Das Buch gehört zu den wenigen Jugendromanen der Exilzeit, die die Ausbeutung von Kindern nicht in die Ferne einer Kolonie legen, sondern vor die Haustür der Schweiz. Die Tessiner spazzacamini sind historisch; der Historiker Linus Bühler hat später darauf hingewiesen, dass der Roman die Meister oft als Italiener zeichnet, obwohl viele selbst aus dem Tessin stammten. Die Schwarzweißzeichnung der Mailänder gehört zur Entstehungszeit, 1940 und 1941, als Held und Tetzner im Tessin lebten und das faschistische Italien der Nachbar war. Trotzdem bleibt der Kern: Armut verkauft Kinder, und Kinder halten einander, weil niemand sonst sie hält.

Die sechsteilige Fernsehserie von 1984, Xavier Kollers Film von 2013 und die japanische Zeichentrickfassung Romeos blauer Himmel haben den Stoff weitergetragen, oft mit mehr Versöhnung, als der Roman erlaubt. Held hat nach diesem Band die Rote Zora geschrieben; wer die beiden liest, sieht denselben Griff: eine Bande Jugendlicher gegen eine Ordnung, die sie verbraucht. Die schwarzen Brüder ist Schullektüre geworden, ohne ein Schulbuch zu sein. Es erzählt Freundschaft nicht als Trost, sondern als Überleben, und den Rückweg ins Tal nicht als Wiederherstellung einer heilen Kindheit, sondern als Arbeit an dem, was die eigene Kindheit zerstört hat.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.