Die schwarze Tulpe

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Die schwarze Tulpe
Autor(en): Alexandre Dumas
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Anaconda
Serie:
Erscheinungsjahr: 1850
Seitenanzahl: 252 Seiten
Originaltitel: La Tulipe noire
Originalsprache: französisch
ISBN-10: 3963572477
ISBN-13/

EAN-Code:

9783963572470
Schlagwörter: Tulpe, Haarlem, Haft, Niederlande
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Die schwarze Tulpe ist der historische Roman von Alexandre Dumas, 1850 in Paris erschienen, ein schmalerer Band als die Musketiere und der Graf, und gerade deshalb eines seiner klarsten Bücher. Schauplatz sind die Niederlande des Jahres 1672, des Unglücksjahres, in dem die Brüder de Witt fallen und Oranien steigt. Dumas nimmt die Tulpenwut, die das Jahrhundert vorher die Preise verrückt hatte, und macht aus einer unmöglichen Blüte – schwarz, ohne Fehl – Preis, Falle und Liebesbeweis. Der Züchter sitzt im Kerker, die Blume wächst trotzdem. Wer Dumas nur als Feuilleton der Degen kennt, trifft hier einen Roman der Geduld.

Inhalt

Cornelius van Baerle, Arzt und Tulpenzüchter in Dordrecht, lebt für die Knolle, nicht für die Partei. Sein Nachbar Isaac Boxtel, selbst Züchter, neidisch und klein, belauert ihn durch ein Rohr, stiehlt, denunziert. 1672 werden Johann und Cornelis de Witt, die republikanischen Ratspensionäre, von der Menge zerrissen; van Baerle, Patenkind und Erbe verdächtiger Papiere, gilt als Mitwisser. Man verhaftet ihn, der Haag verurteilt ihn, die Festung Loevestein nimmt ihn auf. Boxtel glaubt, die Zwiebeln der schwarzen Tulpe nun selbst zum Preis der Stadt Haarlem führen zu können, hunderttausend Gulden für wer die unmögliche Blüte bringt.

In Loevestein begegnet Cornelius Rosa, Tochter des Kerkermeisters Gryphus, hartnäckig, lesend, genauer als der Vater, der den Gefangenen hasst. Cornelius vertraut ihr die Zwiebeln an. Drei Stück, drei Hoffnungen: Eine pflanzt sie im Hof, eine birgt sie, eine fällt in fremde Hand. Boxtel, der als Gärtner oder Spitzel die Festung umkreist, stiehlt und zerstört, was er kann. Rosa zieht die Tulpe trotzdem, schwarz, voll, ohne Streifen, und fährt nach Haarlem, während Cornelius im Kerker auf das Schafott oder auf Begnadigung wartet. Die Stadt prüft die Blüte, Boxtel beansprucht sie, Rosa erzählt, was der Neid getan hat.

Der Prinz von Oranien, kühl und gerecht, wo das Buch es braucht, löst den Knoten: Die Tulpe gehört dem, der sie gezogen hat, nicht dem, der sie gestohlen hat; Cornelius kommt frei, heiratet Rosa, Boxtel bleibt mit seinem Hass. Dumas gönnt den Liebenden den versöhnlichen Schluss, den die Geschichte von 1672 den de Witts nicht gegönnt hat. Die schwarze Blüte steht in Haarlem, der Preis wird gezahlt, der Arzt kehrt in den Garten zurück. Die Politik, die den Roman aufbrach, tritt am Ende hinter die Knolle. Das ist nicht Gleichgültigkeit, sondern Dumas’ Verfahren: Die große Geschichte gibt den Anlass, die kleine gibt den Sinn.

Einordnung

Dumas hat 1850, zwischen den dicken Feuilletons, einen Roman geschrieben, der Haft, Neid und Gartenarbeit ernst nimmt. Die Niederlande sind bei ihm Kulisse und moralische Anstalt: Bürgerstolz, Oranien, die Lynchjustiz an den de Witts als dunkler Grund, auf dem die Tulpe umso reiner erscheint. Gegenüber den Musketieren ist die Gewalt kürzer, die Intrige privater, die Heldin wichtiger: Ohne Rosa gäbe es keine Blüte und keinen Schluss. Die schwarze Tulpe ist keine Allegorie der Monarchie; sie ist der Gegenstand, um den Menschen schlecht und gut werden.

Verfilmungen und Jugendbearbeitungen haben aus dem Stoff oft nur die Blume und das Paar gemacht. Der Text behält 1672: den Mob, den Kerker, den Nachbarn mit dem Fernrohr. Wer Dumas für ungenau in der Historie hält, hat recht und verfehlt den Punkt; er braucht das Unglücksjahr als Feuer, nicht als Seminar. Im deutschen Taschenbuch steht der Band neben den großen Titeln, zu Unrecht als Nebenwerk. Er ist das Buch, in dem Dumas beweist, dass eine Zwiebel die Spannung halten kann, die sonst der Degen trägt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.