Die nachindustrielle Gesellschaft
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Die nachindustrielle Gesellschaft |
| Autor(en): | Daniel Bell |
| Originaltitel: | The Coming of Post-Industrial Society |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1973 |
| Schlagwörter: | Wissen, Dienstleistung, Technik, Klasse |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Soziologie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Campus
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| Umfang dieser Ausgabe: | 392 Seiten |
| ISBN: | 9783593335551 |
| Verweise | |
Die nachindustrielle Gesellschaft (englisch The Coming of Post-Industrial Society) ist die 1973 erschienene Diagnose Daniel Bells. Die amerikanische Gesellschaft verschiebt ihren Schwerpunkt von der Güterproduktion auf Wissen, Dienstleistung und die Steuerung durch Experten; die Konflikte folgen der Information, nicht mehr nur dem Eigentum am Werk. Das Buch hat der Soziologie das Wort gegeben, mit dem das letzte Drittel des Jahrhunderts sich selbst benannte – oft gegen Bell.
Inhalt
Bell unterscheidet vorindustrielle, industrielle und nachindustrielle Lagen nach dem, was Arbeit und Macht bindet. Im Dritten überwiegt die theoretische Kenntnis: Forschung, Verwaltung, die Universität als Achse, der Dienst am Menschen statt am Ding. Die alte Klassentheorie, die am Fabrikbesitz hängt, trifft diese Lage schief; neue Eliten der Kenntnis treten neben das Kapital, ohne es zu ersetzen. Bell ist weder Prophet des Endes der Ideologie in diesem Band noch dessen bloßer Wiederholer: Er beschreibt eine soziale Form, in der Technik Politik wird, weil Entscheidungen über Wissen Entscheidungen über Herrschaft sind.
Gegen Marx setzt er die Achse der Kenntnis; gegen Parsons das Gewicht des Wandels, das kein Gleichgewicht mehr trägt; gegen Mills die Behauptung, die Machtelite sei um die Experten zu erweitern, nicht nur um die Generäle. Lipset wird die Demokratie soziologisch an Wohlstand binden; Bell bindet die Gesellschaft an die Kodifizierung von Theorie. Das Buch ist reich an Tabellen und vorsichtig in der Norm: Bell will nicht das Paradies der Dienste, er will die Lage, in der Gewerkschaften der Fabrik die Mehrheit verlieren. Die Kritik der Linken nannte das Apologie des Kapitalismus, der sich unsichtbar macht; die Kritik der Rechten nannte es Technokratie. Bell bleibt der Diagnostiker, der beides einpreist.
Die Grenzen liegen im amerikanischen Maß. Wer die Fabrik in den Süden und nach Asien wandern sah, fand die Industrie nicht verschwunden, sondern verschoben. Wer Prekarität sucht, findet bei Bell zu viel Universität. Das Wort nachindustriell ist in die Feuilletons gewandert und hat dort oft nur »Dienstleistung« bedeutet. Das Buch ist genauer: Es meint die Herrschaft der kodifizierten Theorie. Wer nur das Wort kennt, hat die Achse nicht gelesen. Wer nur die Achse kennt, unterschlägt, dass Bell Kultur und Sozialstruktur getrennt denken wollte – ein Satz, den The Cultural Contradictions of Capitalism später verschärfte.
Einordnung
Bell hat der amerikanischen Soziologie die Zeitdiagnose gegeben, ohne die das späte Jahrhundert sprachlos über sich selbst geblieben wäre. Neben Parsons’ System und Mills’ Phantasie steht dieser Band als die Behauptung, dass Wissen eine Achse der Herrschaft ist. Die Wirkung liegt in Politik, Betriebsführung, jeder Rede vom Ende der Fabrik. Wer nach 1973 nachindustriell sagt, spricht Bell, auch gegen ihn. Die Fabrik ist nicht verschwunden; die Kenntnis ist trotzdem zur Macht geworden, die er beschrieb.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
