Die letzten Tage der Menschheit
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Die letzten Tage der Menschheit |
| Autor(en): | Karl Kraus |
| Originaltitel: | Die letzten Tage der Menschheit |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1922 |
| Schlagwörter: | Weltkrieg, Phrase, Journalismus, Apokalypse |
| Sachgebiete: | Drama |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Deutscher Taschenbuch Verlag
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| Umfang dieser Ausgabe: | 639 Seiten |
| ISBN: | 9783863120047 |
| Verweise | |
Die letzten Tage der Menschheit ist das 1918/19 in der Fackel begonnene, 1922 als Buch erschienene Weltkriegsdrama Karl Kraus'. Fünfhundert Szenen, die Stimmen Wiens, der Front, der Redaktionen: Kraus montiert, was gesagt wurde, bis die Phrase sich selbst als Mord entlarvt. Das Stück hat der habsburgischen Nachwelt das Organon gegeben, mit dem sie ihre Sprache als Täter las, nicht als Trost.
Inhalt
Kraus schreibt ein Drama, das nicht aufführbar schien und doch das Jahrhundert auf der Bühne gehalten hat. Die Nörglerfigur, sein Stellvertreter, durchschreitet Szenen, in denen Journalisten, Generäle, Hausmeister, der Kaiser, die Hinterbliebenen dasselbe Deutsch sprechen: das Deutsch der Zeitung, das Töten als Aufschwung verkauft. Gegen die Legende, der Krieg sei ausgebrochen, setzt Kraus die Behauptung, er sei geschrieben worden, bevor er geschah – in Leitartikeln, Telegrammen, Siegesmeldungen. Die Montage ist die Form der Anklage: Wer so redet, hat schon geschossen.
Gegen Zweigs Sicherheit setzt Kraus die Phrase, die die Sicherheit war. Gegen Roths Wehmut setzt er den Hohn, der nicht tröstet. Gegen Musils Essayismus setzt er das Zitat, das keiner Deutung mehr bedarf, weil es sich selbst richtet. Freud hätte die Triebe gelesen; Kraus liest die Sätze. Wittgenstein, der denselben Wien hasste und liebte, hat Kraus gelesen; die Klarheit des Tractatus und der Furor der Fackel sind verwandt in der Wut auf das Geschwätz. Das Stück endet mit der Stimme Gottes über dem Schlachtfeld: »Ich habe es nicht gewollt.« Der Satz ist Zitat und Verdikt.
Die Grenzen liegen in der Unspielbarkeit, die Regisseure seither widerlegt haben, und in der Gerechtigkeit, die Kraus nicht wollte. Er schont die Opfer nicht, wo sie mitreden; er schont sich nicht, wo der Nörgler predigt. Wer nur die Fackel kennt, hat die fünfhundert Szenen nicht gelesen. Wer nur das Antikriegsstück sucht, unterschlägt, dass Kraus den Frieden der Republik für dasselbe Deutsch hielt, nur leiser. Das Buch bleibt das Dokument, in dem die k. u. k. Welt sich als Stimme überlebt – und als Stimme richtet.
Einordnung
Kraus hat der habsburgischen Nachwelt das Drama gegeben, ohne das die Prosa von Musil, Roth und Zweig zu glatt oder zu innerlich bliebe. Neben der Welt von Gestern und dem Radetzkymarsch steht dieses Stück als die Sprache, die den Untergang nicht beklagt, sondern vorführt. Die Wirkung reicht in jedes spätere Dokumentartheater und in jede Kritik des Kriegsdeutschs. Wer nach 1922 Phrase sagt und Mord meint, spricht Kraus. Die letzten Tage sind nicht vergangen; sie sind die Form, in der die Nachwelt ihre Zeitungen lesen lernte.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
