Die kleine Hexe

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Die kleine Hexe
Autor(en): Otfried Preußler
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Thienemann
Serie:
Erscheinungsjahr: 1957
Seitenanzahl: 128 Seiten
Originaltitel: Die kleine Hexe
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3522177002
ISBN-13/

EAN-Code:

9783522177009
Schlagwörter: Hexe, Walpurgisnacht, Gerechtigkeit, Wald
Sachgebiete: Kinderbuch
Rezensionen
Umschlag

Die kleine Hexe ist das Kinderbuch von Otfried Preußler, 1957 bei Thienemann erschienen, mit den Bildern von Winnie Gebhardt-Gayler. Eine Hexe von hundertsiebenundzwanzig Jahren – für den Hexenrat ein Kind – will zur Walpurgisnacht auf den Blocksberg und wird fortgeschickt, weil sie noch nicht böse genug ist. Sie hat ein Jahr Zeit, das Hexen zu lernen, und benutzt es, um Gutes zu tun. Preußler, selbst Lehrer, hat aus der Probe kein Tugendbuch gemacht: Die Kleine bleibt eigensinnig, der Besen Rumpumpel nörgelt, die Rabenkrähe Abraxas rechnet nach, und die alten Hexen sind nicht weise, sondern gemein. Das Buch gehört neben Der Räuber Hotzenplotz zu den Titeln, die Preußler zum Hausnamen gemacht haben, bevor Krabat die Sage verdunkelte.

Inhalt

Die kleine Hexe wohnt in einem Salzhaus im Wald, fliegt schlecht und meint es gut. Der Hexenrat auf dem Blocksberg lacht sie aus: Wer noch nicht einmal richtig hexen kann und obendrein freundlich ist, hat auf dem Tanz nichts verloren. Sie schwört, in einem Jahr eine rechte Hexe zu sein, und nimmt sich vor, zu üben. Die Übungen geraten anders, als der Rat dachte. Sie hilft einem Kaufmann, dessen Wagen im Schnee steckt; sie straft einen Wirt, der die Gäste betrügt; sie jagt Jäger, die im Schongebiet schießen; sie macht einem reichen Bauern die Gans zurück, die er einer armen Frau genommen hat. Jedes Mal ist die Hexerei ein Werkzeug der Gerechtigkeit, nicht der Bosheit. Abraxas warnt, der Rat werde das nicht gelten lassen. Rumpumpel will lieber schlafen.

Das Jahr vergeht in kleinen Abenteuern, die Preußler aneinandergereiht hat wie Schulgeschichten: klarer Fall, klare Tat, ein Spottwort des Besens. Dazwischen sitzt die Kleine über dem Hexenbuch, das sie nicht versteht, weil es auf das Böse gerichtet ist und sie das Böse nicht will. Sie lernt trotzdem, Wolken zu schieben, unsichtbar zu werden, den Wald zu hüten. Die Menschen, denen sie hilft, sehen oft nur das Wunder, nicht das Kind. Die anderen Hexen hören Gerüchte und werden unruhig: Eine Hexe, die Gutes tut, gefährdet das Ansehen des Handwerks. Preußler lässt die Kleine nicht zweifeln. Sie hält Gerechtigkeit für die eigentliche Kunst und Bosheit für eine Marotte der Alten.

Zur nächsten Walpurgisnacht kommt sie wieder, stolz auf das geleistete Jahr. Der Rat prüft und findet das Gegenteil von dem, was er verlangt hat. Die Strafe ist das Verbrennen des Hexenbuchs – das Ende der Zunftzugehörigkeit. Die Kleine weint nicht lange. Ohne Buch, ohne Blocksberg bleibt sie, was sie war: eine Hexe, die hexen kann, wann sie will, und niemandem Rechenschaft schuldet. Preußler gibt dem Schluss die Leichtigkeit, die das Buch durchhält. Kein Martyrium, keine Bekehrung der Alten. Der Wald nimmt sie auf, Rumpumpel nörgelt weiter, Abraxas hat recht behalten und schweigt. Wer böse sein muss, um dazuzugehören, hat die falsche Zunft gewählt.

Einordnung

Preußler hat das Hexenmärchen umgedreht, ohne es zu zersetzen: Der Blocksberg bleibt der Blocksberg, der Besen spricht, die Rabenkrähe zählt. Neu ist nur, dass die Prüfung nicht in Grausamkeit besteht, sondern in der Weigerung, grausam zu werden. Das hat dem Buch die lange Schul- und Vorlesegeschichte gegeben; es hat ihm auch den Vorwurf eingetragen, zu brav zu sein. Gegen Krabat, wo die Mühle Tote mahlt, ist die kleine Hexe tatsächlich hell. Sie gehört in die Reihe der Nachkriegskinderbücher, die das Magische zähmten, ohne es wegzuerklären. Die späteren Debatten über Wörter im Text haben das Buch nicht widerlegt; sie haben gezeigt, wie genau man Preußler inzwischen liest. Wer nach 1957 ein Kind über Gerechtigkeit hexen lässt, hexte hinter diesem Band.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.