Die griechischen Handschriften des Neuen Testaments
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Die griechischen Handschriften des Neuen Testaments |
| Autor(en): | Caspar René Gregory |
| Originaltitel: | Die griechischen Handschriften des Neuen Testaments |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1908 |
| Schlagwörter: | Handschrift, Katalog, Neues Testament, Textkritik |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Theologie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | J. C. Hinrichs
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| Umfang dieser Ausgabe: | 366 Seiten |
| ISBN: | 9780365661337 |
| Verweise | |
Die griechischen Handschriften des Neuen Testaments ist das 1908 bei J. C. Hinrichs in Leipzig erschienene Katalogwerk von Caspar René Gregory. Nach dreißig Jahren Arbeit legte der in Amerika geborene, in Leipzig lehrende Theologe ein einheitliches Bezeichnungssystem für die griechischen Textzeugen vor. Es wird, von Kurt Aland erweitert, als Nummerierung nach Gregory-Aland bis heute benutzt. Gregory schrieb nicht eine Geschichte des Kanons, sondern eine Ordnung des Materials, ohne die keine wissenschaftliche Ausgabe des Neuen Testaments auskommt. Der fotomechanische Nachdruck des Leipziger Zentralantiquariats von 1973 hat das Buch in Bibliotheken der DDR gehalten; das Institut für Neutestamentliche Textforschung in Münster führt die Liste fort.
Inhalt
Gregory schreibt gegen das Chaos der Siglen. Schon Erasmus von Rotterdam hatte 1516 Handschriften zusammengestellt; Brian Walton und Johann Jakob Wettstein gebrauchten lateinische Großbuchstaben; Konstantin von Tischendorf bezeichnete den Codex Sinaiticus mit dem hebräischen Aleph, das nicht jede Druckerei setzen konnte. Schlimmer war die Doppelzählung nach Inhalt. Dieselbe Leicester-Handschrift trug in den Evangelien die Nummer 69, in der Apostelgeschichte 31, in den Paulusbriefen 37 und in der Offenbarung 14; die 69 meinte andernorts ganz andere Codices. Das System Hermann von Sodens beseitigte die vier Listen und setzte zwanzig bis dreißig neue an ihre Stelle. Gregory befragte fünfunddreißig deutsche und einundsechzig ausländische Gelehrte, gab eigene Vorlieben preis und suchte eine Ordnung, der Textkritiker und Anwender wissenschaftlicher Ausgaben zustimmen konnten.
Die Behauptung ist einfach: jede Handschrift gehört in genau eine von vier Klassen. Die Großschriften (Unzialen, Majuskeln) behalten für die ersten fünfundvierzig die alten Buchstabensiglen; ab Nummer 046, dem Codex Vaticanus Graecus 2066, gelten fette arabische Ziffern mit vorangestellter Null, damit sie sich von den Minuskeln unterscheiden. 1908 kannte Gregory einhunderteinundsechzig Unzialen. Die Papyri erhalten ein P in Fraktur mit hochgestellter Nummer; es waren erst vierzehn, ihr Wachstum war absehbar. Die Kleinschriften (Minuskeln) laufen mit gewöhnlichen Zahlen; hochgestellte lateinische Buchstaben e, a, p, r dürfen den Inhalt andeuten, Evangelium, Apostelgeschichte, Paulus, Offenbarung, weil ein deutsches o und ein englisches a sich sonst in die Quere gekommen wären. Gregory zählte 2292 Minuskeln. Die Lesebücher (Lektionare) tragen das Sigel ℓ und eine Nummer. So wird aus vier sich überschneidenden Katalogen ein Schlüssel, den man lernen kann.
Unsicher wird das Buch dort, wo die Konvention die Geschichte der Handschrift verkürzt. Eine Nummer sagt nicht, wie der Text entstanden ist, und die hochgestellten Buchstaben retten ein Stück der alten Inhaltslogik, die Gregory gerade überwinden wollte. Er wusste, dass Zustimmung wichtiger war als Eleganz. Die Gegenposition, man solle bei den Buchstaben der großen Codices bleiben oder Sodens griechische Buchstaben retten, hat sich nicht gehalten, weil der Zuwachs der Funde jedes Buchstabensystem sprengte. Der Ton ist der eines Organisators, der dreißig Jahre gereist, verglichen und um Einverständnis geworben hat. Die Listen von Bibliotheken und die Konkordanzen früherer Zeichen füllen die zweite Hälfte: das Buch ist Nachschlagewerk, nicht Erzählung. Seine Wahrheit liegt in der Brauchbarkeit.
Einordnung
Kaum ein Hilfsmittel der neutestamentlichen Wissenschaft hat so still und so dauerhaft gewirkt. Jede Ausgabe, die heute P66 oder 03 oder Minuskel 69 sagt, spricht Gregorys Sprache. Das Werk steht neben Tischendorfs Entdeckungen und neben Alands Fortführung; es ist weniger ruhmvoll als der Sinai-Codex und unentbehrlicher als manche Einleitung. Die Kritik an einzelnen Zuordnungen ändert nichts am Gerüst.
Geblieben ist die Vierteilung und die Null vor der Unziale. Wer Handschriften des Neuen Testaments zählt, zählt hinter diesem Buch. Der Leipziger Druck von 1908 und der Nachdruck von 1973 haben den Katalog festgesetzt; Münster vergibt die neuen Nummern. Gregory hat aus einem Gelehrtenstreit eine internationale Konvention gemacht. Das ist weniger glanzvoll als eine Theologie und folgenreicher.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
