Die blinde Eule
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Die blinde Eule |
| Autor(en): | Sadegh Hedayat |
| Originaltitel: | بوف کور |
| Originalsprache: | persisch |
| Erstveröffentlichung: | 1936 |
| Schlagwörter: | Teheran, Wahnsinn, Maler, Tod |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Suhrkamp
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| Umfang dieser Ausgabe: | 144 Seiten |
| ISBN: | 9783518378902 |
| Verweise | |
Die blinde Eule ist der 1936 in Indien gedruckte Roman von Sadegh Hedayat, im Persischen Buf-e kur. Ein Maler von Federdosen sitzt in einem Zimmer bei Teheran, sieht eine Frau, tötet, zerstückelt, erzählt einem Schatten, und die Zeit zerfällt in zwei Leben, die dasselbe sind. Das Buch gilt als der persische Text der europäischen Moderne, geschrieben gegen die eigene Tradition und aus ihr. Die deutsche Übersetzung von Gerd R. Ueberschär und späteren Händen erschien bei Suhrkamp. Hedayat, in Teheran geboren, tötete sich 1951 in Paris; die Eule hat ihn überlebt.
Inhalt
Der Erzähler malt auf Kästchen immer dasselbe: eine alte Frau, einen Jüngling, ein Mädchen. Durch ein Luftloch sieht er die Frau in Schwarz, folgt, findet sie tot oder lebend, beißt in die Lippe, legt den Körper in einen Koffer, begegnet dem greisen Kutscher, der alles schon gewusst hat. Die zweite Hälfte versetzt ihn in ein anderes Haus, eine Frau, die ihn demütigt, Opium, Fieber, denselben alten Mann. Hedayat wiederholt Bilder – Zypressen, geometrische Ornamente, der Geruch des Todes –, bis die Wiederholung selbst die Handlung ist.
Es gibt keine Auflösung im Sinne eines Kriminalromans. Die blinde Eule ist der Vogel, der Verfallenes frisst, und der Erzähler, der nicht sehen will, was er tut. Iran ist da als Stickluft, als Verwandtschaft, als die Unmöglichkeit, eine Frau als Mensch zu treffen. Die europäische Dekadenzprosa sitzt im Satzbau; das Ornament ist persisch. Wer eine klare Fabel sucht, wird bestraft. Wer nur den Wahnsinn als Import sucht, unterschlägt die Federdosen.
Am Ende bleibt der Schatten, an den die Rede gerichtet war. Der Leser ist dieser Schatten. Hedayat hat das Ich so weit zersetzt, dass die Nationalliteratur es lange nicht haben wollte. Das Buch wanderte in Abschriften. Die Tötung der Frau ist nicht als Heldentat geschrieben und nicht als bloße Metapher entschuldbar. Sie steht da, widerlich und kunstvoll.
Einordnung
Hedayat hat der persischen Prosa die Moderne als Krankheit gegeben, nicht als Fortschritt. Neben den arabischen und türkischen Gründungsromanen derselben Jahrzehnte steht die Eule als das dunkelste Stück: kein Bildungsaufstieg, ein Zimmer. Wer nach 1936 über iranische Erzählung spricht, spricht hinter diesem Band. Die Islamische Republik hat Hedayat nicht geliebt; die Leser haben das Buch durchgetragen. Wer nur den Selbstmord des Autors meint, unterschlägt die Kunst der Wiederholung.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
