Die Wut und der Stolz

Oriana Fallaci · 2001 · Sachbuch, Zeitdiagnose


Das Werk
Deutscher Titel: Die Wut und der Stolz
Autor(en): Oriana Fallaci
Originaltitel: La rabbia e l’orgoglio
Originalsprache: italienisch
Erstveröffentlichung: 2001
Schlagwörter: Anschläge, Islam, Europa, Anklage
Sachgebiete: Sachbuch, Zeitdiagnose
Greifbare Ausgabe
Verlag: List
Erscheinungsort: La rabbia e l’orgoglio
Umfang dieser Ausgabe: 194 Seiten
ISBN: 9783548603797
Verweise


Die Wut und der Stolz ist das 2001, nach den Anschlägen von New York, erschienene Buch von Oriana Fallaci. Es ist keine Studie und kein Roman, sondern eine Anklage in der ersten Person: gegen den Islam als politische Religion, gegen Europa als müde, gegen die Vorsicht als Lüge. Das Buch hat Millionen Leser gefunden und die Grenze überschritten, an der aus Kritik am politischen Islam ein Feindbild des Glaubens und der Einwanderer wird. Hier steht es als Dokument einer Debatte, nicht als Rat.

Inhalt

Fallaci schreibt vom Turm, den sie in New York gesehen hat, von der Wut, die sie nicht mehr in Reportage zähmen will, vom Stolz, den sie Europa abspricht. Der Islam erscheint als Block, der Eroberung will; die Muslime in den europäischen Städten als Vorhut; die Intellektuellen als Feiglinge. Die Sätze sind lang, repetitiv, rhetorisch, näher an der Rede als am Kapitel. Es gibt Beispiele, Beleidigungen, Erinnerungen an eigene Reportagen aus dem Nahen Osten, die das Buch als Erfahrung ausgibt, nicht als Fußnote.

Was fehlt, ist die Unterscheidung, die Buruma und selbst Bruckner noch versuchen: zwischen Glauben, politischer Ideologie, Einwandereralltag, Täter. Fallaci will diese Unterscheidung nicht. Genau darin lag die Kraft für Leser, die Unterscheidung für Feigheit hielten, und die Gefahr, aus der Wut eine Lizenz zu machen. Gerichte in anderen Ländern haben Verfahren wegen Volksverhetzung geprüft; in Italien wurde das Buch ein Bestseller der Angst. Die Autorin hat später nachgelegt, schärfer, kränker, unerbittlicher.

Der Text ist journalistisch geschult und essayistisch enthemmt. Fallaci konnte Diktatoren interviewen; hier interviewt sie niemanden mehr, sie richtet. Wer das Buch nur als Stilistik der Reportage rettet, unterschlägt die Pauschale. Wer es nur als Hetze abtut, hat nicht gelesen, warum Millionen es als das ausgesprochene Wort nahmen, das die Zeitungen nicht wagten. Beides gehört in denselben Absatz.

Einordnung

Im Essay zur Debatte steht Fallaci, weil die Debatte ohne diesen Ton unvollständig wäre – und weil Unvollständigkeit in diesem Streit oft Beschönigung war. Neben Said ist es die Absage an jede Schonung des Blicks; neben Kelek die Absage an die Einzelfallprosa. Das Buch empfiehlt nichts, das sich als Politik halten ließe, ohne Schaden anzurichten. Es zeigt, wie aus journalistischer Wut ein Feindbild wird, das Leser als Klarheit feiern. Die Bookpedia führt es, um diese Wirkung zu benennen, nicht um sie weiterzureichen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.