Die Weber

Gerhart Hauptmann · 1892 · Drama


Das Werk
Deutscher Titel: Die Weber
Autor(en): Gerhart Hauptmann
Originaltitel: Die Weber
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1892
Schlagwörter: Weberaufstand, Schlesien, Elend, Naturalismus
Sachgebiete: Drama
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 153 Seiten
ISBN: 9783150161388
Verweise


Die Weber ist das Schauspiel von Gerhart Hauptmann, 1892 vollendet, 1893 von der Freien Bühne geschlossen uraufgeführt und 1894 am Deutschen Theater in Berlin öffentlich gespielt. Der schlesische Aufstand von 1844 steht auf der Bühne – nicht als Sieg, als Hunger, der stürmt und vom Militär gebrochen wird.

Inhalt

Im Kontor des Fabrikanten Dreißiger stehen die Hausweber an, um den Lohn für die Stücke Leinen zu empfangen, den der Faktor Pfeifer herunterdrückt. Sie husten, sie sind krumm, sie bitten; Dreißiger rechnet Kalkulation und Wohltätigkeit in einem Atem. Das Lied vom Blutgericht geht um, ein Spott- und Klagetext auf die Herren, den zu singen schon als Aufruhr gilt. Hauptmann gibt keinem Einzelnen die Mitte: Der Protagonist ist die Gruppe, der Dialekt der Eulengebirgler, der Magen. Im zweiten Akt isst die Familie Baumert Hundefleisch, und der alte Mann weint, nicht aus Rührung, aus Scham.

Der heimkehrende Soldat Moritz Jäger bringt das Lied laut in die Schenke; die Wut bekommt einen Takt. Luise, die nicht mehr stillhalten will, treibt die Männer an, wo die Männer noch rechnen. Sie ziehen gegen Dreißigers Haus, zertrümmern, was Wohlstand ist, und finden den Herrn entwischt. Der Aufstand hat kein Programm: Er plündert, weil gehungert wurde, und wird zur Masse, die Hauptmann nicht heiligt. Der Naturalismus zeigt die Stube, den Webstuhl, den Schnaps – nicht als Folklore, als Befund. Wer hier den edlen Armen sucht, hat Pfeifers Kontor und das Hundefleisch nicht zusammen gesehen.

Im letzten Akt bleibt der alte Hilse, der fromme Weber, am Stuhl sitzen, während draußen geschossen wird. Er will den Aufstand nicht, er will das Gebet; eine verirrte Kugel trifft ihn. Das Militär stellt die Ordnung her, die das Elend war. Hauptmann hat den historischen Zug von 1844 nicht zum Sieg umgeschrieben: Die Weber verlieren, der Fabrikant überlebt, der alte Mann stirbt ohne Lehre. Käthe Kollwitz hat den Zug später gezeichnet; das Stück selbst zeichnet das Ende als Zufall und als System zugleich. Die Revolte ändert den Lohn nicht, sie macht sichtbar, wovon der Lohn lebte.

Einordnung

Hauptmann hat das soziale Drama des Naturalismus öffentlich gemacht: die Gruppe statt des Helden, Dialekt statt Bildungssprache, der Aufstand ohne versöhnlichen Schluss. Gegen Büchners Woyzeck, der den Einzelnen zerreibt, stehen hier viele Woyzecks, und sie greifen zu – kurz, verwirrt, ohne Plan. Schillers Die Räuber hatten den Aufruhr noch einem Hauptmann der Bande gegeben; Die Weber geben ihn einer Klasse, die keinen Karl Moor hat. Der Kaiser kündigte die Loge, die Zensur bremste, Fontane schrieb widerwillig respektvoll. Neben Brechts Mutter Courage und ihre Kinder, die den Krieg als Geschäft zeigt, bleibt dies das Stück, das den Frieden der Fabrik als Hunger zeigt. Wer nach 1892 die Armen siegen lässt, hat Hilse nicht am Stuhl getroffen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.