Die Wanderhure
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Die Wanderhure |
| Autor(en): | Iny Lorentz |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Knaur |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 2004 |
| Seitenanzahl: | 624 Seiten |
| Originaltitel: | Die Wanderhure |
| Originalsprache: | deutsch |
| ISBN-10: | 3426629348 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783426629345 |
| Schlagwörter: | Konstanz, Mittelalter, Rache, Kaufmannstochter |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Die Wanderhure ist ein historischer Roman des Duos Iny Lorentz, hinter dem Iny Klocke und Elmar Wohlrath stehen, 2004 bei Knaur in München erschienen. Eine Konstanzer Kaufmannstochter wird um 1410 unschuldig der Unzucht bezichtigt, verstoßen und zieht als Hübschlerin durch das Land, bis das Konzil sie unter Schutz zurück in die Stadt lässt. Das Buch eröffnete eine Reihe, die zu den meistverkauften deutschen Historienromanen der zweitausender Jahre gehört. Hilal Sezgin tadelte in der Zeit Sprache und Geschichtsbild; das Publikum las weiter. Eine Fernsehfassung von 2010 trug den Titel in die Wohnzimmer.
Inhalt
Marie Schärer, Tochter des Handelsherrn Matthis Schärer, der sich vom Enkel eines Knechts hochgearbeitet hat, soll den Magister Ruppertus Splendidus heiraten, unehelichen Sohn des Grafen von Keilburg und Advokaten mit Hunger auf Land. Unmittelbar nach der Verlobung lässt Ruppertus sie beschuldigen, keine Jungfrau mehr zu sein; Marie wird vergewaltigt, ausgepeitscht und aus Konstanz verbannt. Der Vater wird eingesperrt und stirbt, das Vermögen geht als Entschädigung an den Bräutigam. Der Jugendfreund Michel Adler, Sohn eines Wirts, liebt Marie über den Stand hinweg und sucht sie, verliert aber die Spur. Die Wanderhure Hiltrud pflegt die Verletzte gesund; Marie, ohne Handwerk und ohne Namen, tritt ins selbe Gewerbe.
Auf der Landstraße lernt sie Ritter kennen, darunter Dietmar von Arnstein und dessen kluge Frau Mechthild, die ihren Besitz gegen Keilburg halten. Marie gelangt an Urkunden, die Ruppertus der Fälschung und des Verrats überführen, wagt aber nicht, sie zu gebrauchen, weil eine Hübschlerin vor Gericht nichts gilt. Der Handlanger Utz Käffli mordet im Auftrag des Magisters; der Mönch Jodokus wechselt die Seiten und wird selbst umgebracht. Fünf Jahre vergehen. Ein Werber sucht Frauen für das Konzil Kaiser Sigismunds in Konstanz und verspricht gerichtlichen Schutz. Marie kehrt zurück.
In der Stadt trifft sie Michel wieder, der als Hauptmann einer Rotte aufgestiegen ist. Sie weist ihn zuerst ab, weil sie glaubt, er sehe auf sie herab. Mit seiner Hilfe und der eines Ritters bringt sie die Schuld des Ruppertus vor den Kaiser. Der Advokat und seine Leute werden hingerichtet; Marie wird von der verhängten Unzucht freigesprochen, entschädigt und mit Michel verheiratet, der Burgvogt wird. Der Onkel Mombert Flühi, der drei Prozesse geführt und sich dabei ruiniert hat, sieht die Nichte gerechtfertigt. Lorentz schließt mit der Wiederherstellung von Stand und Ehe, nachdem das Buch beides gründlich zerstört hat.
Einordnung
Klocke und Wohlrath haben den Historienroman auf Rache, Körper und Rechtsbruch gestellt und damit ein Millionenpublikum erreicht, das das späte Mittelalter als Schicksal einer Frau lesen wollte. Die Reihe wuchs um Kastellanin, Vermächtnis, Tochter und weitere Bände; Sat.1 und der ORF verfilmten, Bad Hersfeld brachte eine Bühne. Die Kritik rügte Klischee und grobe Historie; genau diese Grobe hat den Stoff tragfähig gemacht für Leser, die keine Quellenstudie suchen. Der Titel benennt den Beruf, den die Stadt Marie aufzwingt, und die Wanderschaft, die aus der Verbannung folgt.
Gegen den gelehrten Mittelalterroman à la Eco steht hier die Straße: Wagen, Herberge, Konzilsgewimmel. Marie ist keine Heilige und keine bloße Dulderin; sie lernt den Preis der Urkunden und den der Liebe. Knaur hält den ersten Band als Taschenbuch. Wer nach 2004 deutsche Historien als Fortsetzungsware kaufte, kaufte oft diese Hure; wer das Buch für bloße Schaulust hält, hat die Prozesse des Onkels und die fünf Jahre auf der Landstraße nicht gewogen. Der versöhnliche Schluss gibt Marie Haus und Amt zurück, nicht die Jahre.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
