Die Waffen nieder!

Aus Bookpedia Bücher einfach erklärt
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Daten zum Buch
Deutscher Titel: Die Waffen nieder!
Autor(en): Bertha von Suttner
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Knaur
Serie:
Erscheinungsjahr: 1889
Seitenanzahl: 334 Seiten
Originaltitel: Die Waffen nieder!
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3426010178
ISBN-13/

EAN-Code:

9783426010174
Schlagwörter: Frieden, Krieg, Österreich, Frauen
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Die Waffen nieder! ist der Roman von Bertha von Suttner, 1889 bei Edgar Pierson in Dresden erschienen. Eine Wiener Gräfin verliert in vier Kriegen Männer, Geschwister und den Glauben an die Ehre des Schlachtfelds und wird zur Pazifistin. Suttner hat die Tendenz bewusst in eine Lebensgeschichte gelegt, weil ein Sachbuch die Salons nicht erreicht hätte. Bis Remarques Im Westen nichts Neues galt der Band als das wichtigste Antikriegsbuch der europäischen Literatur; 1905 erhielt Suttner als erste Frau den Friedensnobelpreis. Lew Tolstoi wünschte dem Werk dieselbe Kraft gegen den Krieg, die Harriet Beecher Stowe gegen die Sklaverei gehabt habe.

Inhalt

Martha Althaus, Ich-Erzählerin, wächst im österreichischen Adel auf, der den Tod auf dem Feld der Ehre für den schönsten hält. Mit neunzehn verliert sie im Sardinischen Krieg von 1859 den ersten Mann, Graf Arno Dotzky. Aus der Trauer wird Einsicht: Der Krieg ist kein Schicksal, sondern eine Einrichtung, die man abschaffen kann. Sie heiratet den Offizier Friedrich Tilling, der ihre Ansichten teilt und dennoch dient. Tilling zieht in den Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 und in den Deutschen Krieg von 1866. Martha sieht die Verwundeten, die Berichte, die Sprache der Siegesmeldungen, die das Sterben zudeckt.

Die Familie zerfällt an den Folgen, die der Krieg in die Friedenszeit trägt. Marthas Schwestern und der Bruder sterben an der Cholera, die die Truppenbewegungen verbreiten; der Vater geht am Gram zugrunde. Tilling quittiert den Dienst, um Marthas Friedensarbeit zu stützen. 1870, bei Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges, halten sie sich in Paris auf. Tilling wird als vermeintlicher preußischer Spion standrechtlich erschossen. Martha bleibt mit der Überzeugung zurück, dass die Ehre eine Falle war. Der Sohn Rudolf aus erster Ehe nimmt die Ziele der Mutter auf und führt sie weiter.

Suttner mischt die private Chronik mit Erörterungen: Aufrüstung, Ehrenkodex, die Rolle der Frauen, die den Krieg hinnehmen sollen, indem sie Söhne hergeben. Der Roman predigt, ohne die Stimme der Erzählerin zu verlassen; gerade die Ich-Form macht aus der Agitation eine Beichte. Der Titel ist Programm und Ausruf. Eine Fortsetzung, Marthas Kinder von 1903, erreichte nicht dieselbe Kraft. Was bleibt, ist die Hartnäckigkeit, mit der Martha den schönen Tod auf dem Feld der Ehre Satz für Satz zerlegt, bis von der Phrase nur die Toten übrig sind.

Einordnung

Suttner hat den Friedensroman als Frauenroman geschrieben: nicht nur gegen die Schlacht, sondern gegen die Erziehung, die Mädchen zur Bewunderung der Uniform anhält. Die Verbreitung war außerordentlich – Dutzende Auflagen bis 1905, Übersetzungen ins Englische, Französische, Italienische und in die nordischen Sprachen. Die Zeitschrift gleichen Titels, die Suttner mit Alfred Hermann Fried herausgab, trug die Parole ins Vereinswesen. Klaus Mann nannte das Buch primitiv und schlagend wirksam; Peter Rosegger sprach von einer Tat. Neben Im Westen nichts Neues bleibt es das andere Gründungsbuch der Antikriegsliteratur, bürgerlich, österreichisch, vor den Materialschlachten, und gerade deshalb ein Zeugnis, dass der Protest nicht erst 1918 begann. Hans Engler brachte den Stoff schon 1893 auf die Bühne; die Wirkung lag trotzdem im gelesenen Buch, nicht im Theater.

Zwei Verfilmungen, 1914 in Dänemark und 1952, haben den Stoff kaum im Gedächtnis gehalten; Lieder von Reinhard Mey und Heinz Rudolf Kunze haben den Titel als Parole weitergetragen. Wer nach Suttner über Frieden im Roman spricht, spricht hinter diesem Band; wer ihn für bloße Rührung einer Witwe hält, hat die Cholera, Paris und Rudolf nicht gelesen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.