Die Verfassung der Allmende

Elinor Ostrom · 1990 · Sachbuch, Wirtschaftswissenschaft


Das Werk
Deutscher Titel: Die Verfassung der Allmende
Autor(en): Elinor Ostrom
Originaltitel: Governing the Commons
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1990
Schlagwörter: Allmende, Selbstverwaltung, Institutionen, Ressourcen
Sachgebiete: Sachbuch, Wirtschaftswissenschaft
Greifbare Ausgabe
Verlag: Mohr Siebeck
Serie: Die Einheit der Gesellschaftswissenschaften
Umfang dieser Ausgabe: 426 Seiten
ISBN: 9783161476206
Verweise


Die Verfassung der Allmende (englisch Governing the Commons) ist das 1990 erschienene Hauptwerk von Elinor Ostrom über die Selbstverwaltung gemeinsamer Ressourcen. Die deutsche Ausgabe bei Mohr Siebeck hat der Tragödie der Allmende die Fälle entgegengesetzt, in denen Nutzende nicht plündern, weil sie selbst Regeln setzen, überwachen und strafen.

Inhalt

Ostrom tritt zwischen zwei Lehren, die das gemeinsame Gut für verloren erklären, sobald viele zugreifen. Die eine fordert den Staat als Hüter; die andere das Privateigentum als Zaun. Beide können gelingen, beide können scheitern. Ostrom zeigt Drittes: Weiden, Bewässerungssysteme, Fischgründe, Wälder, in denen die Nutzenden Grenzen ziehen, Regeln an die örtliche Lage anpassen, Überwachung organisieren, Verstöße abgestuft ahnden, Streitwege kennen und vom Staat anerkannt werden, ohne von ihm ersetzt zu sein. Wo mehrere Ebenen ineinandergreifen – Dorf, Verband, Region –, hält die Ordnung Lasten aus, die eine einzige Ebene nicht trägt. Das Buch ist voller Fälle, nicht voller Modelle, die den Fall ersetzen.

Daraus werden Grundsätze der Einrichtung, keine Utopie. Unklare Grenzen laden zum Mitnehmen ein. Regeln, die den Boden nicht kennen, werden umgangen. Überwachung, die nur von außen kommt, kommt zu spät oder gar nicht. Strafen, die beim ersten Mal vernichten, zerstören die Zusammenarbeit, die sie schützen sollen. Der Staat, der lokale Regeln nicht anerkennt, macht aus der Allmende eine herrenlose Sache, die jeder nehmen darf. Ostrom kennt das Scheitern. Sie wählt nicht nur Erfolgsgeschichten; sie fragt, welche Merkmale wiederkehren, wo es lange gutgeht. Die Theorie der kollektiven Handlung, die der einzelne Trittbrettfahrer beherrscht, wird nicht bestritten. Sie wird situiert: unter Menschen, die einander wiedersehen, die Gedächtnis haben, die reden können.

Unsicher bleibt, wie weit die Fälle tragen, wo die Ressource global ist und die Nutzenden einander nicht kennen. Klima, hohe See, der Wald als Senke: Ostrom hat später selbst nach verschachtelten Ebenen jenseits des Dorfes gefragt. Der Ton ist empirisch, hartnäckig, ohne den Predigtton der Kooperation. 2009 kam der Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften; die Lehre war älter. Wer das Buch als Widerlegung Garrett Hardins liest, hat die Hälfte: Die Tragödie bleibt möglich. Sie ist nicht das Schicksal jeder Weide. Wer es als Hymne auf das Gemeine liest, unterschlägt die Langweiligkeit der Institutionen, ohne die das Gemeine geplündert wird.

Einordnung

Ostrom hat der Institutionenökonomik und der Politik der Entwicklung den dritten Weg gegeben, der keiner ist: nicht Staat gegen Markt, sondern Regeln, die Nutzende selbst tragen. Hardins Tragödie bleibt der Gegenpol, den das Buch braucht. Albert O. Hirschmans Abwanderung, Widerspruch und Loyalität fragt, wann Menschen gehen oder reden; Ostrom fragt, welche Ordnung das Reden und Bleiben trägt, wo das Gut gemeinsam ist. Die Klimapolitik und die Entwicklungszusammenarbeit haben das Vokabular genommen, oft ohne die Feldarbeit, auf der es beruht. Wer nach 1990 Allmende sagt und nicht mehr nur Untergang meint, spricht Ostrom.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.